Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

12. November 2004 | Allgemeines

Jugendliche haben einen anderen Politikbegriff

„Konzepte, Themen, Trends“ bei Jugendmedienkonferenz

„Was ist Politik?“, lautete eine der zentralen Fragen bei der JugendMedienKonferenz, die die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) vom 28. bis zum 30. Oktober in Potsdam mit rund 60 Teilnehmern au Zeitungs-, Zeitschriften-, Hörfunk- und Fernsehredaktionen veranstaltete.

Jugendliche sind nicht unpolitisch, sie haben einen anderen Politikbegriff, erläuterte etwa Maya Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen. Klassische Erscheinungsformen der Politik wie auch der Begriff selbst seien bei Ihnen verpönt. Was zähle, sei das Engagement im direkten Umfeld. Für die Medienvertreter laute die Konsequenz: Politische Themen müssten anders „verpackt“ werden. Etwa so, wie es das Jugend-Magazin der bpb „Fluter“ macht – nämlich Politik von unten, also aus der Sicht der Jugendlichen, darstellen. Dirk Schönlebe von der „Fluter“-Redaktion erläuterte das Konzept beim Panel „Jugend in den Printmedien“. Die Alternative: Die Jugendlichen verfassen ihre politischen Beiträge selbst. Als Beispiel dafür wurde „politikorange“ vorgestellt, eine Publikation der Jugendpresse Deutschland. „Jugendpresse“-Vorstandssprecher Björn Richter präsentierte das Magazin, das von jungen Medienmachern begleitend etwa bei Kongressen und Parteitagen konzeptioniert, geschrieben und produziert wird und das bisher bereits mehr als 30 Mal erschienen ist.

 

Einen Einblick in das Engagement deutscher Zeitungen für junge Leser gab unter anderem Ralf Kubbernuß, der die Jugendseite „Texter“ bei der „Neuen Rhein/Ruhrzeitung“ in Essen betreut. Als selbst ernannter „Trainer auf der Bank“ schickt Kubbernuß Jugendliche zwischen 14 und 15 Jahren regelmäßig „aufs journalistische Spielfeld“, um sie eigene Erfahrungen mit Recherche und Redaktion machen zu lassen. Neben der wöchentlichen Redaktionskonferenz knüpft der Redakteur auch Kontakte mit Jugendzentren, Konzertveranstaltern oder Kinos, um Termine - und nicht zuletzt Freikarten - für die jungen Journalistinnen und Journalisten zu ergattern. Wie sich Zeitung und Schule erfolgreich verbinden lassen, erläuterte Jens Lohwieser an dem Schulprojekt der „Berliner Zeitung“, das jährlich bis zu 23.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Ausdrücklich zugeschnitten auf die Marke „Berliner Zeitung“ geht das Projekt mit dem „Lehrerclub“ und jeweils auf die spezifischen Bedürfnisse der Klassen/Lehrer/Fächer abgestimmten Unterrichtsmaterialien neue Wege. Weiterentwickelt hat sich auch das seit Jahren erfolgreiche „x-Ray“-Konzept, das der Chefredakteur der „Wetzlarer Zeitung“, Dirk Lübke, präsentierte. Hier existiert mittlerweile eine „x-Ray-Familie“, für die mehrere Jugendseiten kooperieren und Themen an alle Beteiligten zur Verfügung stellen.

 

Einmal mehr wurde in Potsdam deutlich, dass sich die Zeitungen wie selten zuvor auch um den Lesernachwuchs bemühen. Dies zeigt auch die Umfrage unter Chefredakteuren von BDZV und ZMG, die BDZV-Referentin Kerstin Goldbeck vorstellte. Danach berichten 85 Prozent der Zeitungen regelmäßig über Jugendthemen; 71 Prozent bieten – zum Teil schon seit Jahrzehnten – eigenständige Jugendseiten an, weitere 14 Prozent Jugendbeilagen (alle Ergebnisse unter: www.bdzv.de).

zurück