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06. November 2013 | Allgemeines

Journalistenausbildung muss reformiert werden

Experten diskutieren beim siebten Herbstforum der Initiative Qualität

Themen: Ausbildung

Ein wesentlicher Faktor für die Qualität von Medien ist die Qualität der Journalistenausbildung, darin waren sich die Teilnehmer des siebten Herbstforums der Initiative Qualitätsjournalismus (IQ) am 14. Oktober 2013 in Berlin einig. Aber welche Modelle haben sich bewährt, um sicherzustellen, dass junge Journalisten alles Wesentliche lernen, um in unserer Multimediawelt Inhalte professionell und kompetent zu vermitteln? Wo muss die Ausbildung verbessert und wo vielleicht standardisiert oder gar zertifiziert werden?

Qualität sei das wichtigste Thema, „das man unter Journalisten diskutieren kann“, betonte der Intendant des Deutschlandradios, Willi Steul, in seiner Eröffnungsrede. Und um ein hohes Niveau publizistischer Inhalte zu gewährleisten, bräuchten Journalisten „mehr denn je eine fundierte Ausbildung“. Wie diese reformiert werden sollte, skizzierte Professor Michael Steinbrecher von der Technischen Universität Dortmund. Er plädierte dafür, einerseits mehr Zeit in die Bereiche Technik, Crossmedia und Management zu investieren. „Andererseits darf aber auch nicht an der Vermittlung von Fach- und Sachwissen gespart werden.“

Ähnlich äußerten sich auch Christian Lindner, Chefredakteur der Koblenzer „Rhein-Zeitung“, und Michael Geffken von der Leipzig School of Media, die darüber hinaus für mehr Gestaltungsspielräume und „Experimentierzeit“ in den Redaktionen warben, damit sich Nachwuchskräfte zu Persönlichkeiten mit eigenen Überzeugungen entwickeln könnten. Eine radikale Veränderung der Journalistenausbildung schlug der emeritierte Journalismus-Professor Ulrich Pätzold vor und forderte ein duales System aus kombiniertem Volontariat und Studium.

Wie auch immer die künftige Ausbildung geregelt sein wird, Konsens herrschte auf dem Podium darüber, dass es sinnvoll sei, gemeinsame Qualitätsstandards für diese zu definieren. Jörg Sadrozinski, Leiter der Deutschen Journalistenschule in München, wünschte sich einen „Anforderungskatalog von Kernkompetenzen“ und schlug Qualitätssiegel oder Zertifikate für Ausbildungseinrichtungen vor. Stephan Weichert, Professor für Journalistik am Campus Hamburg der Macromedia Hochschule, sprach sich ebenfalls für eine „neue Qualitätsdebatte“ aus. In den USA hätten die elf großen Journalistenschulen 2010/11 ihre Curricula reformiert. Wünschenswert seien auch für Deutschland ein ständiger Austausch wichtiger Institutionen über ihre aktuellen Curricula und eine stetige Innovationsbereitschaft.

Neben den Journalistengewerkschaften DJV und dju sowie dem Presserat und dem Debattenportal Vocer gehört unter anderem auch der BDZV zu den Trägern der Initiative Qualitätsjournalismus. Weitere Informationen dazu finden sich unter: www.initiative-qualitaet.de.

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