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20. Oktober 2009 | Allgemeines

„Journalisten waren Gatekeeper - heute sind sie die Wegweiser und Pathfinder“

Fünftes IQ-Herbstforum diskutiert Zukunft des Journalismus

„Journalisten sind die Wegweiser durch den Wirrwarr der Informationsüberflutung und damit der Leseschlüssel zur Welt“, meinte Professor Volker Lilienthal (Rudolf Augstein Stiftungsprofessor für Praxis des Qualitätsjournalismus Universität Hamburg) zum Auftakt des fünften IQ-Herbstforums in Berlin. „Sie waren einst die Gatekeeper der Welt, heute sind sie die Pathfinder durch das Dickicht an Informationen und ohne sie würden wir uns zu Tode informieren“, ergänzte Peter Lange (Chefredakteur Deutschlandradio Kultur).

Foto: BERND LAMMEL  Telef.: (0172) 311 48 85
Berlin / 19.10.2009 / Initiative Qualität im Journalismus
Weitere Fotos unter www.d-foto.netFoto: BERND LAMMEL Telef.: (0172) 311 48 85 Berlin / 19.10.2009 / Initiative Qualität im Journalismus Weitere Fotos unter www.d-foto.net Wie die Zukunft des Journalismus aussieht, wie demnächst das Verhältnis von Inhalte-Produzenten zu Inhalte-Konsumenten sein wird und welche Rolle Nachrichtenagenturen und Internetblogger in dieser neuen Zeit des Journalismus spielen, diskutierten gut 100 Teilnehmer und zehn Experten am 19. Oktober.

So unterschiedlich die Zusammensetzung der beiden Diskussionsforen, so einheitlich doch der Grundtenor: „Die Welt und die Konsumenten brauchen gut ausgebildete, verlässliche und selbstkritische Journalisten.“ Nur in der Frage, wie und von wem Journalisten ihre Informationen beziehen, war man sich nicht mehr einig. „Agenturen und Autoren: Garanten der Qualität“ war der provozierende Titel des ersten Panels an diesem Tag. „Nachrichtenagenturen müssen einen günstigen Basisdienst zur Verfügung stellen, der informiert und die Redaktion inspiriert. Die großen Autorenstücke müssen aber weiter von jeder Zeitungsredaktion eigenständig erstellt werden“, meinte Horst Seidenfaden, Chefredakteur der „Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen“ (Kassel). Diesen Argumenten wollte sein Kollege Peter Stefan Herbst von der „Saarbrücker Zeitung“ allerdings nicht folgen: „Ganz im Gegenteil, vor allem kleine Redaktionen sind auf Autorengeschichten von Agenturen angewiesen. Denn oftmals hat man doch gar nicht das Personal, um tiefgründig recherchierte, große Beiträge selber zu produzieren.“ Obwohl exklusive Geschichten, die das Lebensumfeld der Bevölkerung der Region wiedergeben, genau das seien, was Regionalzeitungen so einzigartig machen. „Wir müssen uns auf unsere Tugenden zurückbesinnen. Wir als Regionalzeitungen müssen regionale und lokale Geschehnisse für unsere Leser einordnen, in Kontexte stellen und damit umfassend zugänglich machen“, forderte Seidenfaden zum Ende der Podiumsdiskussion.

Foto: BERND LAMMEL  Telef.: (0172) 311 48 85
Berlin / 19.10.2009 / Initiative Qualität im Journalismus
Weitere Fotos unter www.d-foto.netFoto: BERND LAMMEL Telef.: (0172) 311 48 85 Berlin / 19.10.2009 / Initiative Qualität im Journalismus Weitere Fotos unter www.d-foto.netEinordnen und dabei den Lesern noch einen direkten Rückkanal zur Antwortmöglichkeit an die Hand geben, das wollen Domenika Ahlrichs bei der „Netzeitung“ (Mediengruppe M. DuMont Schauberg) und Fried von Bismarck bei SpiegelOnline. „Um Informationen auch für unsere User einordnen zu können, müssen wir sie aber erst einmal für uns einordnen und bewerten“, erzählte Ahlrichs und spielte dabei auf die Fülle von Informationen an, die sich jeden Tag im World Wide Web finden ließen. „Kritische Hinterfragung jeder gefundenen Nachricht; jedes Bildes, das man verwenden will, und jedes O-Tons gehört heute stärker denn je zum Handwerkszeug eines guten Journalisten“, sagte Professor Norbert Schneider (Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen). Damit das Internet nicht in Ruf gerate, nur ein Pool an Fakes zu sein, sprach sich Fried von Bismarck, der zugleich Mitglied des Deutschen Presserats ist, für einen umfassenden Qualitätsjournalismus im Internet aus. „Was wäre das Internet ohne journalistische Inhalte? Das wäre wie ein Baum ohne dicke Äste. Kurz und knapp, ohne den Content der Verlage würde es das Internet nicht geben“, so von Bismarck. Damit diese Äste aber auch langfristig tragfähig sind, sprach sich Ahlrichs dafür aus, dass Inhalte aus Printprodukten nicht einfach 1:1 ins Web übernommen werden dürften, sondern vorher fürs Internet angepasst werden: „Das heißt auch, dass die Kollegen den Internetjournalismus leben müssen und das fehlt mir noch bei einigen.“

Das IQ-Herbstforum findet alle zwei Jahre statt. Die veranstaltende Initiative Qualität ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, Deutschem Journalisten Verband, Deutscher Journalisten Union in Verdi, Deutschem Presserat sowie Landesmedienanstalten, Bildungsinstitutionen und Wissenschaftlern. Weitere Diskutanten des fünften IQ-Herbstforums waren: Wilm Herlyn (Chefredakteur dpa), Johannes Bruckenberger (stellvertretender Chefredakteur Austria Presse Agentur), Stefan Krempl (freier Journalist) und Professor Petra Werner (Studiengang Online-Redakteur FH Köln). Moderiert wurde die Veranstaltung von Werner Lauff, Medienberater und Publizist aus Düsseldorf.

Fotoquelle: Bernd Lammel

Ort: Berlin

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