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21. Juni 2011 | Allgemeines

Journalisten bei lokaler Recherche unterstützen, Medienkompetenz von Kindern stärken

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eröffnet 23. medienforum.nrw in Köln/ ARD und ZDF ab 2017 werbefrei?

Die Zeitungen werden in Zukunft weniger Erlöse aus Werbung zur Verfügung haben und einen größeren Deckungsbeitrag aus digitalen Medien erwirtschaften. Das prognostizierte BDZV-Präsident Helmut Heinen anlässlich der Auftaktdiskussion beim 23. medienforum.nrw am 20. Juni 2011 in Köln. In der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation der Zeitungen sei es aber der falsche Weg, an der Redaktion oder der Qualität der Titel zu sparen.

Eroeffnung des 23. Medienforum.NRW  - Von Medien, Macht und Menschen.
Helmut Heinen, Praesident, Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V., Berlin,
23. Medienforum.NRW,
20.-22. Juni 2011 in KoelnEroeffnung des 23. Medienforum.NRW - Von Medien, Macht und Menschen. Helmut Heinen, Praesident, Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V., Berlin, 23. Medienforum.NRW, 20.-22. Juni 2011 in KoelnVor diesem Hintergrund signalisierte der BDZV-Präsident durchaus Interesse und Bereitschaft, das von der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in ihrer Keynote angekündigte Angebot einer Aus- und Fortbildungsunterstützung von Lokaljournalisten zur Qualitätsicherung und Qualitätssteigerung anzunehmen. Das sei aber ein sensibler Bereich, schränkte Heinen ein, "Staatsferne ist dabei wichtig".

Eröffnung des 23. Medienforum.NRW  - Von Medien, Macht und Menschen.Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln, Dr. Christian Illek, Geschäftsführer Marketing, Telekom Deutschland GmbH, Bonn, Richard Gutjahr, freier Journalist, MZuvor hatte die NRW-Ministerpräsidentin schon selbst ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es bei einer solchen Initiative nicht um Subventionen gehen solle; sie regte an, gemeinsam mit den Verlegern und den Gewerkschaften darüber nachzudenken, wie sich lokale Recherche, etwa mit Stipendien, stützen lasse. In Nordrhein-Westfalen gebe es eine herausragende Dichte an lokalen und regionalen Zeitungen, deren Berichterstattung "auf lokaler Ebene unverzichtbar für die Meinungs- und Willensbildung" sei.

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche verwies Kraft auf den jüngst eingeführten "Medienpass" zur Stärkung der Medienkompetenz, vor allen Dingen aber auch auf das Projekt "Zeitungszeit", das die Landesregierung zusammen mit dem Zeitungsverlegerverband Nordhrein-Westfalen (ZVNRW) nach einem erfolgreichen Vorläuferprojekt vor einem Jahr aus der Taufe gehoben hat. Kaum ein anderes Medium könne besser das Gefühl für journalistische Qualität vermitteln als die Tageszeitung, versicherte die Ministerpräsidentin. Mehr als 50.000 Jugendliche hätten an den Schulen in NRW im ersten Projektzyklus an "Zeitungszeit" teilgenommen und drei Monate lang Zeitung im Unterricht und zuhause gelesen. Damit sei "knapp jeder vierte Neuntklässler" zum Zeitungsleser geworden, resümierte Kraft. "Das ist eine gute Nachricht." Die Aktion soll fortgesetzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt Krafts war die Verbesserung der Rahmenbedinungen. Dabei plädierte die Ministerpräsidentin unter anderem dafür, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender ab 2017 ihre Programme ganz ohne Werbung sendeten, "um das Profil gegenüber dem privaten Rundfunk zu schärfen". Schon einverstanden, erwiderte WDR-Intendantin Monika Piel anschließend in der Diskussion, dann müssten die ausfallenden Werbeeinnahmen ARD und ZDF aber auf anderem Wege zur Verfügung gestellt werden. Zur Vorsicht bei solchen Gedankenspielen mahnte Werber Sebastian Turner (Partner Scholz & Friends). Werbefreiheit der Öffentlich-Rechtlichen könne sich "als Geschenk erweisen, das vielleicht schadet". Denn damit würden die Sender den Zwang zur Verjüngung aufgeben, den die Werbepartner jetzt noch vom Programm einforderten. Sein Fazit: "Die beste Investition, die immer richtig ist, ist die in Ausbildung."

Fotos: Uwe Voelkner / Fotoagentur FOX

Ort: Köln

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