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01. November 2001 | Allgemeines

Johannes Rau plädiert für mehr Nüchternheit

Journalisten beim Gesprächsforum mit dem Bundespräsidenten

Bundespräsident Johannes Rau hat angesichts der praktisch live im Fernsehen übertragenen Anschläge auf das World Trade Center auf die „Macht der Bilder“ hingewiesen.

Anlässlich eines Gesprächsforums über „Die Republik und ihre Journalisten“ am 23. Oktober 2001 betonte er, Aufgabe der Journalisten sei es, zu emotionsgeladenen Bildern gegenüber dem Zuschauer Distanz erkennen zu lassen. „Ängste dürfen nicht geschürt werden in einer Zeit, die sowieso Ängste hervorruft“, forderte der Bundespräsident. Deshalb dürfe auch nicht jede Bombendrohung eines Trittbrettfahrers „aufgebauscht“ werden. Rau lobte die Medien für Bemühungen, einer Stimmungsmache gegen Muslime etwas entgegen zu setzen. Viele Sender, Zeitungen und Magazine hätten versucht, ein differenziertes Bild der islamischen Kultur zu zeichnen. Das Verständnis mancher Vorgänge der globalisierten Welt reiche aber mitunter auch bei vermeintlichen Experten nicht aus, warnte Rau. Auch verdränge die Jagd nach der Aktualität immer öfter die notwendige Erläuterung der Zusammenhänge politischer Ereignisse. „Eine Information, wie wir sie um der Demokratie willen brauchen, wäre aber gerade diejenige, die Zusammenhänge deutlicher macht.“ Die Politik trage eine Mitschuld an den Defiziten. So erliege sie oft der Versuchung, die effektvolle mediale Inszenierung für wichtiger zu halten als den Sachverhalt selbst.

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