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19. März 2014 | Allgemeines

„Jeder muss Kindernachrichten schreiben!“

Experten diskutierten bei 9. Konferenz „Junge Zielgruppen“ Konzepte zur Ansprache von Heranwachsenden

Wieder mehr junge Leser für die Zeitungen zu begeistern, ist erklärtes Ziel der Branche. Wie das gelingen kann, diskutierten am 25. Februar 2014 mehr als 60 Redakteure, Vermarkter und Digital-Experten in Berlin bei der 9. Konferenz „Junge Zielgruppen“ von BDZV und ZV-Akademie.

Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass es keinen Sinn mehr mache, junge Leser nur nach Altersklassen zu selektieren. Vielmehr sollten soziodemografische Aspekte wie Interessenge­biete oder Lebensgewohnheiten ausschlagge­bend für die Entwicklung von neuen Produkten sein.

Vor diesem Hintergrund brach Ronny Türk von der Agentur Minax Intermedia aus Dresden eine Lanze für den noch intensiveren Einsatz von sozialen Netzwerken zur Ansprache von Kindern und Jugendlichen. „Gehen Sie mit Ihren Marken dorthin, wo die nächste Lesergeneration ist – und das ist Youtube“, empfahl der Werbeexperte und motivierte die Anwesenden, mehr Geld in Bewegtbildangebote zu investieren. Eine Ein­schätzung, die auch Philipp Thurmann bestätigte: „Die sozialen Netzwerke und vor allem Facebook sind die Zeitungen meiner Freunde und dort fin­den mich die Nachrichten.“ Thurmann, der mit seiner Agentur buddybrand die (traditionsreiche) Marke „Dieckmann`s“ betreut, warnte jedoch vor „plumper Abverkaufswerbung“ im Social Net. Denn diese werde von den überwiegend jungen Nutzern schnell als störend abgestempelt. Ziel­führender sei ein „intelligenter Dialog auf Augen­höhe zwischen Usern und Zeitungsmachern“.

Wie aus einem solchen Dialog eine ganz neue Offerte entstehen kann, berichtete Gaby Schnei­der-Schelling von der „Nordwest-Zeitung“. Vor Jahresfrist initiierte die Oldenburger Zeitung ei­nen großen Spielplatztest, in dessen Zug der Verlag mit zahlreichen Kindern und einem Ex­perten die Spielplätze des Städtchens Ganderke­see unter die Lupe nahm. Die positive Resonanz auf die Printserie habe zur Entwicklung eines digitalen Kinderstadtplans geführt, so Schneider-Schelling. Unter www.nwzonline.de/kinderstadtplan-ganderkesee finden sich jedoch mittlerweile nicht mehr nur Informationen zu den „Buddelkisten des Ortes“, sondern auch zu Kindestagesstätten, Sporthallen oder Jugendclubs. Zudem können Unternehmen Brancheneinträge auf dem Stadtplan kosten­pflichtig buchen. „Mittlerweile kommen weitere Gemeinden auf uns zu und wollen einen solchen Kinderstadtplan für ihre Einwohner“, freute sich Schneider-Schelling, die sich darüber hinaus auch offen für Kooperationsmodelle mit anderen Verlagen zeigte.

Welchen Beitrag tägliche Kindernachrichten zur Verständlichkeit der gesamten Zeitung leisten können, berichtete „Rheinpfalz“-Chefredakteur Michael Garthe, der anfänglich jeden Redakteur dazu verpflichtete, regelmäßig Meldungen für die jungen Leser zu schreiben. „Das schult, sich ver­ständlich auszudrücken“, zeigte sich Garthe überzeugt und brachte vier weitere Erkenntnisse mit nach Berlin:

· Kindernachrichten gehören nicht auf eine eigene Seite und damit in ein Ghetto, sondern zwischen die „Artikel für die Großen“. Denn nur so würden die Kindernews auch von allen als re­levanter Lesestoff anerkannt.

· Kindernachrichten müssen regional sein und bedürfen von daher auch ei­ner angemessenen Aufmerksamkeit von der Redaktion.

· Kindernachrichten müssen so geschrie­ben sein, dass sie jeden inte­ressieren und erreichen, ansonsten fühlen sich die jungen Leser ausge­grenzt.

· Und Kindernachrichten müssen exklu­siv sein, „Produkte von der Stange“ machten keinen Sinn.

Wer diese Ratschläge beherzige, werde erfolg­reich sein, war sich Garthe sicher, der mittler­weile 8.000 Mitglieder in seinem Kinderclub hat, gut 3.000 davon aus Nicht-Abonnenten-Haus­halten.

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