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24. Oktober 2001 | Allgemeines

IVW Online: VPRT widerspricht neuem Messverfahren

Sondersitzung des Verwaltungsrats / BDZV plädiert für Umstellung

Die Umstellung auf das neue Online-Messverfahren der IVW kann voraussichtlich doch nicht zum 1. November 2001 geschehen. Ursache ist der offizielle Einspruch des VPRT gegen die Beschlüsse des Organisationsausschusses Online-Medien der IVW. Dieser hatte mit breiter Mehrheit – nur die Vertreter des VPRT äußerten Bedenken – für die Einführung des neuen Zählsystems zum 1. November votiert. Auf Wunsch des VPRT wird nun eine Sondersitzung des IVW-Verwaltungsrats einberufen, um die Thematik nochmals zu diskutieren.

Auch hatte sich die Arbeitsgruppe Elektronisch Publizieren/Multimedia des BDZV anlässlich ihrer Sitzung am 2. Oktober in Düsseldorf mit dem neuen Messverfahren beschäftigt. Nachdrücklich sprach sich die Arbeitsgruppe dafür aus, das neue Verfahren so schnell wie möglich einzusetzen. Ebenso befürwortete man die Entwicklung einer neuen Messgröße „View Time“ (Nutzungsdauer).

 

Mit dem neuen Messverfahren wird eine bessere, schnellere und aussagefähigere Generierung von Daten der Online-Werbeträger garantiert. Eine Ablösung des seit 1997 gültigen Zählverfahrens war notwendig geworden, da es aufgrund des kontinuierlich zunehmenden Verkehrs im Internet den Anforderungen kaum mehr gewachsen war.

 

„Mit dem neuen Online-Zählverfahren steht die IVW technisch an der Spitze. Die Dynamik des Internets verlangt von uns eine entsprechend rasche Weiterentwicklung des Zählverfahrens. Denn nur so kann das Internet seinen Platz als unumgänglicher Werbeträger im Media Mix behaupten“, so Wolfgang Neuber, Leiter der IVW-Online.

 

Das „Skalierbare Zentrale Messverfahren“ (SZM) sei bedienungsfreundlich, einfach zu handhaben, zuverlässig und leistungsfähig. Während bei der alten Methode eine Software bei jedem einzelnen Angebot installiert werden musste, sammelt das SZM seine Informationen über spezielle Mess-Rechner, die sogenannten IVW-Boxen, ein. Zurzeit sind 50 dieser Boxen an den Knotenpunkten im Internet platziert, weitere werden folgen. Bei einer möglichen Spitzenlast von 25.000 Zugriffen pro Sekunde wäre theoretisch jede dieser Boxen alleine in der Lage, alle derzeitigen Zugriffe auf deutsche Online-Werbeträger zu messen.

 

Nicht nur auf technischer Basis, sondern auch in der Erkennung von Strukturen in der Internetnutzung schöpft das neue Verfahren die aktuellen Möglichkeiten aus. Die zu einem Nutzungsvorgang (Visit) gehörenden PageImpressions (PI) werden mithilfe von datenschutzrechtlich völlig unbedenklichen Markierungen der Surfer (so genannte Session-Cookies) zugeordnet und dadurch deutlich besser erkannt. Die Folge sind längere Ketten von PageImpressions pro Visit, die besser als bisher die Tiefe der Nutzungsvorgänge abbilden.

 

Technologisch ist das SZM in der Lage, auch weitere Messwerte zu ermitteln. Intensiv gearbeitet wird bei der IVW an der „View time“ als weitere Messgröße. „View time“ erfasst die Zeit, die ein Nutzer auf den Seiten eines Online-Angebots verbringt. Diese Größe würde weitere Transparenz bringen, da Websites mit so genannten „PI-Maschinen“ (das sind beispielsweise Spiele, die in kurzer Zeit viele PageImpressions erzeugen) gegenüber inhaltestarken Seiten, wie die Zeitungsangebote, besser abgegrenzt werden können.

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