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19. März 2014 | Allgemeines

Innovationen im Lokaljournalismus: Visual Storytelling, Datenjournalismus und Live-Blogging

22. Forum Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung

Ein neues Medienzeitalter bricht an, mit kre-ativen Konzepten, Trends und Lösungen für den Lokaljournalismus. Gefordert sind Innovationen – in Technik, Visualisierung und Erzählformen. So standen unter dem Motto „Götterdämmerung. Der Lokaljournalismus erfindet sich neu“ innovative Modelle im Fokus des 22. Forums Lokaljournalismus 2014 der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Kooperation mit dem „Nordbayerischen Kurier“ in Bayreuth.

Die Frage nach Paid Content und wofür Leser im Internet bezahlen, wird derzeit weltweit disku­tiert, so auch bei der norwegischen Tageszeitung „Fædrelandsvennen“. Wie die Mehrheit der deut­schen Zeitungen nutzt auch das Blatt aus der 80.000 Einwohnerstadt Kristiansand eine Free­mium-Variante, bei der die Redaktion entschei­det, was kostenpflichtig ist und was nicht. Das Ziel des Ansatzes sei es, so Digital Editor Chris­tian Stavik, ein „Inside-Gefühl“ für Abonnenten zu schaffen und gleichzeitig den Nicht-Abonnenten verständlich zu machen, nur Externer und damit „außen vor“ zu sein. Mit Erfolg: Vor Einführung des Modells habe man fünf Kunden pro Tag ver­loren, „danach kehrte sich der Trend ins Posi­tive“, berichtete Stavik. Der Relaunch habe mas­sive Umstrukturierungen in der Redaktion erfor­dert, sodass heute alle Redakteure für Print und Online schreiben. Außerdem müssen alle auf Facebook sein. Facebook sei das perfekte Tool, um mit den Lesern zu kommunizieren. Dank die­ser Online- und Digitalstrategie habe die Redak­tion mehr Geschichten, aus denen sie wählen könne.

Neue digitale Erzählformen stellten Holger Schellkopf, stellvertretender Chefredakteur der „Mittelbayerischen Zeitung“, Joachim Braun, Chefredakteur des „Nordbayerischen Kuriers“, und der Chefredakteur der „Hessi­schen/Niedersächsischen Allgemeinen“ (Kassel), Horst Seidenfaden, vor.

Moderne Erzählformen nutzen

Wie Schellkopf berichtete, experimentiere die „Mittelbayerische Zeitung“ mit langen Bewegtbil­dangeboten, wie zum Beispiel zehnminütigen Dokumentarfilmen. Darüber hinaus nutze die Redaktion immer häufiger Liveticker – vor allem zu lokalen Ereignissen. So tickert das Regens­burger Blatt auch live aus Pressekonferenzen und erzielte damit einmal nach eigenen Angaben mehr als 15.000 Visits. Auch der „Nordbayerische Kurier“ bloggt live und nutzt dafür zuweilen Face­book. Besser sei aber das weit verbreitete Tool „ScribbleLive“, waren sich Braun und Schellkopf einig. Denn damit könnten Tickermeldungen di­rekt in die eigene Website eingebunden werden.

Auf neue Erzählformen setzt auch das „Bieler Tageblatt“, wie Chefredakteur Bernhard Rentsch berichtete. So versuche die Redaktion durch Vi­sual Storytelling den Lesern Botschaften immer durch Fotos oder Grafiken zu vermitteln. „Wenn wir uns aus Platzmangel zwischen Grafik und Text entscheiden müssen, würden wir immer auf das Bild setzen“, sagte Rentsch.

Ein weiteres Wachstumsfeld: Datenjournalis­mus. Bereits vor drei Jahren verarbeiteten die „Ruhr Nachrichten“ (Dortmund) öffentlich zu­gängliche Daten zu Raubüberfällen in Dortmund zu einer umfangreichen Grafik. Es folgten Pro­jekte zur Arbeitslosigkeit in der Stadt oder zum Ausbau des Mobilfunknetzes. Dabei waren auf einer Karte alle Mobilfunkmasten in der Region eingezeichnet. In einem Extrakasten konnten die Benutzer ihre Adresse eintippen und sich an­schauen, wo der nächste Mobilfunkmast steht.

Text: Anke Vehmeier


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