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26. Mai 2004 | Digitales

INMA-Report zu den Chancen von Mobiltelefonen im Zeitungsgeschäft

„New York Times“ und „Los Angeles Times“ bringen Kreuzworträtsel aufs Handy

Mobiltelefone eröffnen Zeitungsverlagen an vielen Stellen neue Perspektiven: Als Nachrichtenmedien, für ortsbezogene Werbemaßnahmen, beim Dialog mit dem Kunden sowie bei der Datensammlung. Das Verhältnis gerade junger Zielgruppen zu „ihrem“ Handy wird immer enger. Verlage, die mobile Inhalte und Dienste anbieten, haben die Chance, eine intensive Beziehung zu ihren mobilen Lesern/Nutzern aufzubauen und so nicht nur ihr Markenimage zu steigern, sondern auch neue Umsatzquellen zu erschließen. Dies sind einige der Schlussfolgerungen der Studie „The Impact of Mobile Telephony on Newspapers“ der International Newpaper Marketing Association (INMA).

Neben einem ausführlichen Überblick über die Entwicklung des weltweiten Mobilfunkmarktes und die Chancen für Zeitungsverlage bilden acht ausführliche Fallstudien das Kernstück der Untersuchung. Mark Challinor, Executive Promotions Manager von Associated Newspapers Ltd., London, beleuchtet die Möglichkeit, über Promotions und Gewinnspiele die Mobilfunknummern der Leser zu sammeln und diese Daten werblich zu vermarkten. Aus Schweden kommt das Beispiel der kostenlosen Pendlerzeitung „Stockholm City“, die auch als die „SMS-Zeitung“ bezeichnet wird. Rund 80 mobile Dienste bietet „Stockholm City“ an, darunter Meinungsumfragen, Leserbriefe, Kreuzworträtsel und andere Quizspiele. Im Dezember 2002 wurde ein Kleinanzeigenmarkt gestartet, bei dem die Inserate per SMS aufgegeben werden können. Bei einem anderem SMS-Service können die Leser die Fußballergebnisse vorhersagen. An jeder SMS, die an den Verlag geschickt wird, verdient „Stockholm City“ mit. Derzeit wird mit dem Mobilfunk-Provider verhandelt, dass zum einen der Anteil der Erlöse für die Zeitung größer wird und zum anderen für bestimmte Dienste auch höherpreisige SMS angeboten werden können.

 

Weitere Fallstudien befassen sich mit der Einführung von I-Mode-Services bei „De Volkskrant“ in Amsterdam für die Zielgruppe der unter 30-Jährigen. „The Bakersfield Californian“ aus den USA spricht über seine erfolgreichen WAP-Seiten, W-Lan-Hotspots und Location Based Services. Ebenfalls über drahtlose Internetzugänge berichtet der „Seattle Post-Intelligencer“, während „Verdens Gang“ aus Oslo in Norwegen über MMS und das Geschäft mit Klingeltönen Auskunft gibt.

 

Der Bericht kann als PDF-Datei über die INMA-Website www.inma.org bezogen werden. Der Preis ist 40 Dollar für INMA-Mitglieder und 125 Dollar für Nicht-Mitglieder.

 

Seit März diesen Jahres bietet die “New York Times” ihr Kreuzworträtsel für Mobiltelefone an. Das Kreuzworträtsel der gedruckten Zeitung kann auf das Handy heruntergeladen, gelöst, überprüft und zur späteren Fortsetzung gespeichert werden. Der Service kostet 3,75 Dollar pro Monat. Die „New York Times“ bedient sich dabei einer Softwarelösung der Firma Mobliss. Mit der Vermarktung ihres Kreuzworträtsels hatte die „New York Times“ bereits Online positive Erfahrungen gesammelt. Hier kostet ein Monatsabo 5,95 Dollar beziehungsweise ein Jahresabo 34,95 Dollar. Auch de „Los Angeles Times“ arbeitet gemeinsam mit Mobliss an einer Lösung für ihr Kreuzworträtsel. Dieses soll im zweiten Quartal 2004 auf den Markt kommen.

 

MMS-Zeitung in der Schweiz

 

Seit Anfang April bietet der Schweizer Mobilfunkanbieter 468/BEX Media eine so genannte „MMS-Zeitung“ an. Basierend auf dem SMS-Nachfolger MMS erhalten die Abonnenten zweimal pro Tag eine „Zeitung“ bestehend aus rund einem Dutzend Bildern und Textnachrichten. Der Dienst kann von jedem Schweizer Handybesitzer unabhängig von seinem Provider bezogen werden. Bisher haben über 100 Kunden den Dienst abonniert. Die Nachrichten werden vom BEX Media-Newsroom erstellt, der auch mehrere SMS-Dienste produziert.

Vielleicht einen neuen Trend im Journalismus mitbegründet hat Øyvind Woie von der norwegischen Zeitung „Vart Land“. Für seine Berichte von der CeBit 2004 aus Hannover hat er nur sein Nokia 6600 Fotohandy benutzt. Damit verfasste er 32 Kurzberichte bestehend aus einem 400 x 300 Pixel-Foto und einem Text mit maximal 180 Zeichen. Laut Woie waren seine Daumen nach der CeBit ziemlich taub, jedoch glaubt er, dass Foto-Handys in Zukunft sehr gut für Berichterstattungen über Musikfestivals und ähnliches geeignet seien. Seine Kurberichte sind abrufbar unter www.vartland.no unter dem Menüpunkt Bildeserier.

 

Quellen: poynter online, 23.4.2004, 29.4.2004; mobliss Pressemeldung, 24.3.2004, 29.3.2004; inma.org, 29.3.2004

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