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16. Mai 2002 | Allgemeines

Industrie kritisiert Tabak- und Alkoholwerbeverbot

Kinobetreiber besonders betroffen/ ZAW warnt vor „Dominoeffekt“

In deutschen Kinos wird es künftig weniger Werbefilme geben: Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach Werbung für Tabak und Alkohol in Filmtheatern nur dann laufen darf, wenn die Hauptfilme für Zuschauer über 16 Jahre freigegeben sind.

Industrieverbände, Kinobetreiber und Zigarettenhersteller befürchten dadurch wirtschaftliche Schäden, weil über 70 Prozent aller Kinofilme für Zuschauer unter 16 Jahren zugängig sind. Insbesondere die Kinobetreiber sehen sich von dem Gesetzentwurf betroffen. „Kleine Kinos auf dem Land werden sterben, weil sie die ausbleibenden Werbegelder nicht einfach mit dem Popcorn-Verkauf ausgleichen können“, erläuterte dazu Volker Nickel, Geschäftsführer des Zentralverbands der Werbewirtschaft (ZAW) in Bonn. Die gesamte „Kulturstätte Kino“ gerate dadurch in Gefahr, da in der Folge auch die Einnahmen der Filmindustrie schrumpfen würden.

 

Darüber hinaus befürchtet man beim ZAW, dass es zu einem „Dominoeffekt“ kommen könnte. „Wenn die Gesundheitspolitiker meinen, auch die TV-Werbung für Alkohol und die Zeitschriftenanzeigen für Tabak verbieten zu müssen, sind die Konsequenzen für die Wirtschaft noch schlimmer“, zitiert „Die Welt“ Volker Nickel. Die gesamte Branche erwarte Milliardenausfälle.

 

Die Auseinandersetzung um Werbeverbote auf europäischer wie auf nationaler Ebene dauert seit Jahren an. So hatte die Bundesregierung bereits 1998 gegen eine EU-Richtlinie über ein Tabakwerbeverbot vor dem EU-Gerichtshof geklagt. Die Bundesregierung brachte im Jahr 2000 die Richtlinie zu Fall. EU-Kommissar David Byrne hatte damals beklagt, dass Deutschland den Kampf gegen das Rauchen behindere. Nun begründen die zuständigen Ministerien den neuen Gesetzentwurf mit dem Hinweis, dass es in Deutschland eine steigende Zahl von alkoholsüchtigen Kindern gebe. Und dass der Nikotinkonsum von Jugendlichen leicht ansteige, während der von Erwachsenen sinke.

 

Wie „Die Welt“ berichtet, wirft ZAW-Geschäftsführer Volker Nickel der Regierung vor, eine „Placebo-Politik“ zu betreiben. Der Öffentlichkeit werde vorgegaukelt, dass sich durch das Gesetz das Verhalten der Jugendlichen ändern würde. Tabakwerbeverbote würden aber nichts bewirken, wie das Beispiel Frankreich zeige.

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