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15. Dezember 2009 | Ausland

Indien überholt China als größten Zeitungsmarkt

WAN-IFRA präsentiert World Press Trends 2009 in Hyderabad

Nach Jahren auf den Folgeplätzen hat Indien vor Kurzem China als Nummer eins der Zeitungsmärkte abgelöst. Mit nunmehr täglich 107 Millionen verkauften Zeitungsexemplaren hat sich Indien am chinesischen Nachbarn vorbeigeschoben – Japan folgt auf Platz drei. Zusammen wird in den drei asiatischen Ländern etwa 60 Prozent der weltweiten Zeitungsauflage verkauft. Deutlich schlechtere Zahlen hatte WAN-IFRA hingegen für die Industriestaaten in Europa und Nordamerika zu präsentieren. Dort sei, wie auch in Deutschland, die Auflage der Zeitungen weiterhin sinkend.

taj mahal frontansichtDies sind einige der zentralen Aussagen des aktualisierten „World Press Trends“, den WAN-IFRA beim Weltzeitungskongress Anfang Dezember 2009 in Hyderabad (Indien) präsentierte. Weiter heißt es in dem Bericht, die weltweite Zeitungsauflage ist im Jahr 2008 um 1,9 Prozent und in den vergangenen fünf Jahren um neun Prozent gestiegen. Mittlerweile würden täglich 1,9 Milliarden Menschen eine Zeitung lesen, was etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. „Vor allem in den Schwellenländer in Afrika, Asien und Südamerika boomt der Zeitungsmarkt“, so Timothy Balding, CO-CEO von WAN-IFRA.

Doch nicht nur die Entwicklungen der Reichweiten, sondern auch die Werbeumsätze wurden von WAN-IFRA untersucht. So warnte Balding die mehr als 900 anwesenden Verleger, Geschäftsführer und Chefredakteure in Hyderabad davor, ihr Heil nur im Onlinegeschäft zu suchen. „Denn auch in naher Zukunft werden die Zugewinne in der Onlinewerbung nicht unsere Verluste im Printgeschäft ausgleichen können“, so die kurze und pragmatische Einschätzung von WAN-IFRA. Nach ihren Analysen werde die Onlinewerbung bis zum Jahr 2013 zwar von derzeit sechs Milliarden Dollar (vier Milliarden Euro) Jahresumsatz auf 8,4 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro) wachsen, doch gleichzeitig werde die Printwerbung weiter deutlich einbrechen. Erwirtschafteten die Zeitungsverlage 2008 noch 182 Milliarden Dollar (122 Milliarden Euro) durch Printwerbung, werden es im Jahr 2013 noch etwa 170 Milliarden sein.

Von daher fordert der Weltverband der Zeitungen und Informationsmedien die Branche auf, „auf die Suche nach neuen Geschäftsmodellen zu gehen.“ Dazu müsse auch der Mut gehören, auf Paid Content Lösungen zu setzen. Denn es gehe schlichtweg um nicht weniger als die Zukunft der Zeitung. Wie derartige Paid Content Lösungen aussehen könnten, wird sicher auch beim nächsten Weltzeitungskongress vom 7. bis 10. Juni 2010 in Beirut (Libanon) thematisiert werden.

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