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29. Oktober 2010 | Allgemeines

Immer mehr Sammelbeschwerden beim Presserat

1.500 Eingaben bis Ende Oktober

Nie zuvor sah sich der Deutsche Presserat einer solchen Flut an Beschwerden wie im Jahr 2010 ausgesetzt. Gab es im gesamten Jahr 2009 insgesamt 1.268 Beschwerden, waren es bis Ende Oktober 2010 bereits 1.450. Das gab das Selbstkontrollgremium am 28. Oktober 2010 auf seiner Jahrespressekonferenz in Berlin bekannt.

presserat-logoErstmalig hat es dabei mit 690 Beanstandungen mehr Proteste über Fotos, Artikel und Videos im Internet gegeben, als über die Berichterstattung in den gedruckten Ausgaben der Zeitungen und Zeitschriften (460 Beschwerden).

 

Ausschlagend für den Anstieg der Beschwerden, so der Presserat, seien drei Faktoren. Zum einen erleichtere das neu eingerichtete Online-Formular die „Beschwerdetätigkeit“. Denn einen Link und eine kurze Erklärung in eine Internetmaske einzugeben, sei "deutlich komfortabler, als einen Brief mit Kopie des zu beanstandenden Artikels an uns zu schicken“, betonte Bernd Hilder, Sprecher des Deutschen Presserats und Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“.

Mittlerweile erreichten 70 Prozent der Beschwerden das Gremium über digitale Wege. Immer mehr davon auch als Sammelbeschwerde: Waren 2009 zum Amoklauf in Winnenden 81 eingegangen, waren es 2010 zum April-Titelbild des Magazins „Titanic“ 198 und zur Loveparade-Berichterstattung 245. „Viele Beschwerdeführer verschicken Hinweise und den Link zum Beschwerdeformular über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter“, erläuterte Hilder weiter, wodurch eine große Masse an Menschen mobilisiert werden könne.

Dritter ausschlaggebender Punkt für den Anstieg sei die erweiterte Zuständigkeit des Presserats, der seit vergangenem Jahr auch für journalistisch-redaktionelle Online-Publikationen wie Internetvideos und moderierte Foren zuständig ist.

Gleichwohl hat die gestiegene Zahl an Beschwerden nicht zu einer Zunahme an Rügen geführt. Waren es im vergangenen Jahr 22 öffentlich und acht nicht-öffentliche, so lag die Zahl bis Ende Oktober 2010 bei 21 öffentlichen Rügen und sechs nicht-öffentlichen. Die Begründung für die „Stagnation“ sah Hilder unter anderem im Phänomen der Sammelbeschwerden: „Auch wenn es 200 Beschwerden auf einen Artikel gibt, so gibt es letztlich dennoch nur eine Entscheidung und damit womöglich nur eine Rüge."

Weitere Informationen unter www.presserat.de

Ort: Berlin

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