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05. September 1997 | Digitales

IHK darf Online-Markt der Verlage nicht stören

Konsensgespräch zwischen DIHT und BDZV

Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) und BDZV stimmen überein, daß die Industrie- und Handelskammern (IHK) den sich gerade erst entwickelnden Online-Markt der Zeitungsverlage nicht stören sollten.

Statt auf Konfrontation sollten IHK und Verlage überall auf Kooperation setzen, erklärten der Hauptgeschäftsführer des DIHT, Dr. Franz Schoser, und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Elektronisch Publizieren / Multimedia, Dr. Richard Rebmann, am 30. Juli 1997 in Bonn. Anlaß für das Gespräch war die Sorge des BDZV über Online-Aktivitäten einzelner IHK, die weit über die Aufgabe der Wirtschaftsförderung hinausgehen.

Der BDZV machte deutlich, daß es nicht hinnehmbar sei, wenn Industrie- und Handelskammern sich als Service-Provider betätigten und an Firmen komplette Internet-Auftritte lieferten. Mit solchen Engagements würden der Wettbewerb verzerrt und die Marktchancen der Verlage gefährdet. Als Eingriff in das redaktionelle Angebot der verlagseigenen Online-Dienste bezeichnete der BDZV die Online-Produkte verschiedener IHKs, die über originäre Wirtschaftsinformationen hinaus umfassende lokale / regionale Informationsplattformen eingerichtet haben. Neben der redaktionellen Konkurrenz kritisierte der BDZV die Entwicklung in Bayern, wo durch zunehmende Kooperation mit Bürgernetzvereinen die IHKs auch im Bereich der Vermittlung von Internetzugägnen in Konkurrenz zu den Zeitungsverlagen treten. Bei gemeinsamer Akquise gewerblicher Kunden durch IHK und Bürgernetzverein findet darüber hinaus eine Wettbewerbsverzerrung im Werbemarkt statt.

Zwischen DIHT und BDZV herrschte Einvernehmen darüber, daß der DIHT und die Industrie- und Handelskammern die neuen technologischen Möglichkeiten des Internet nutzen, um mit ihren Mitgliedern und Außenstellen zu kommunizieren. Ebenso wurde von Seiten des BDZV betont, daß gegen den Einsatz neuer Kommunikationsmittel zur Wirtschaftsförderung und gegen die Förderung des noch jungen Online-Marktes durch die IHKs nichts einzuwenden sei.

Als beispielhaft wurde in dem Gespräch das Vorgehen der IHK Aachen angeführt, die sich mit ihrem Online-Angebot ausschließlich auf Aspekte der Wirtschaftsförderung konzentriert, wozu auch die unentgeltliche Präsentation einzelner Firmen in Form eines Kurzeintrages gehört. Zwischen DIHT und BDZV herrschte ebenfalls Übereinstimmung, daß im Gegensatz dazu Angebote wie sie beispielsweise von der IHK Ulm gemacht werden, nicht hinnehmbar seien. Dort wird Unternehmen im Namen der IHK ein kompletter Internetauftritt für 999 Mark im Jahr zugesagt, bei dem Konzeption, Gestaltung, Hosting und Domain-Reservierung im Preis inbegriffen sind. Der BDZV wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß mit solchen Angeboten der Wettbewerb in dem noch jungen Markt verzerrt werde. Es sei nicht einsehbar, weshalb eine IHK einzelne Dienstleister der Region bevorzuge und deren Dienstleistungsangebote unter eigenem Namen ihren Mitgliedern anbiete. Darüber hinaus bestünde bei derart verbilligten Auftritten die Gefahr, daß die Gestaltung nicht professionell am Kommunikationsinteresse des Kunden ausgerichtet werden könne. Firmen, die jedoch mit ihrem ersten Online-Auftritt keine Erfolge verzeichnen können, seien danach nur noch schwer für die Business-to Business-Kommunikation im Online-Sektor zu gewinnen.

Der DIHT wird den Industrie- und Handelskammern die Einwände und Kritik des BDZV übermitteln und entsprechende Gespräche führen. Umgekehrt sollten sich auch die Zeitungsverlage vor Ort in den Gremien der jeweiligen IHK artikulieren, um möglichen verlagsschädlichen Entwicklungen entgegenzusteuern.

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