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01. Dezember 2014 | Kinder-Jugend-Zeitung

Hintergrund

Bereits in den 70er Jahren wurde in den westlichen Industrienationen eine Tendenz deutlich, die sich bis heute noch verstärkt hat: Jugendliche und junge Leute griffen immer weniger und immer weniger regelmäßig in ihrer Freizeit zum gedruckten Wort - seien es Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher. Diese Entwicklung wurde bereits damals auch in Deutschland von den Zeitungsverlegern als potenziell bedrohlich empfunden, zum einen naturgemäß mit Blick auf kommende Leser- und Abonnentengenerationen, zum anderen aber auch, weil sie es als ihre Aufgabe und Verantwortung ansahen, mit Hilfe der Zeitung für den demokratischen Diskurs in möglichst allen Gesellschafts- und Bevölkerungsgruppen zu sorgen.

Vor diesem Hintergrund initiierte der BDZV 1979 gemeinsam mit dem Aachener Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) erstmals das Leseförderungsprojekt "Zeitung in der Schule". Die deutschen Zeitungsverleger konnten dabei auf erfolgreiche Le-seförderungsmaßnahmen ähnlicher Art in den USA, Norwegen und Schweden aufbauen.

Mittlerweile bieten die deutschen Zeitungsverlage seit 35 Jahren Leseförderungsmaßnahmen in ihrem jeweiligen Verbreitungsgebiet an. Dabei wurde im Lauf der Zeit das Ursprungsprojekt fortentwickelt und differenziert. Allen Initiativen gemeinsam ist jedoch, Kindern und Jugendlichen, die im Elternhaus (Zeitung-)Lesen nicht als regelmäßige Beschäftigung im Tagesablauf erleben und keinen Zugriff auf Zeitungen haben, den Zugang zum Medium zu ermöglichen - und zwar gedruckt, online und mobil. (APy)

  • Verankerung in den Lehrplänen

    Schulpolitik ist Angelegenheit der Bundesländer. Eine Analyse der Rahmenrichtlinien, die der BDZV bereits in den 70er Jahren erarbeitete, hatte ergeben, dass praktisch in allen Bundesländern in der Sekundarstufe I eine Beschäftigung mit den Medien als Gegenstand wie auch als Mittel des Unterrichts vorgesehen war. Von Seiten der Kultusministerien bestanden keine Einwände, die Zeitungslektüre in den Schulunterricht einzubeziehen, wenn auf direkte Werbung für das Medium verzichtet werde und Zeitungen vergleichend und kritisch genutzt würden.

  • Pilotprojekt 1979 in Düren

    Das im Schuljahr 1979/80 daraufhin initiierte Pilotprojekt mit dem Zeitungsverlag Aachen in Düren war von Anfang an als für alle Verlage übertragbares Projekt geplant, das bei jungen Menschen das Interesse wecken sollte, Zeitung zu lesen sowie Informationen zu finden, zu verstehen, zu selektieren und zu bewerten. "Zeitung in der Schule" wurde ursprünglich für die Arbeit mit Tageszeitungen in den Klassen acht bis zehn aller Schulformen entwickelt.

  • Pädagogische Begleitung

    Das Projekt hat drei medienpädagogische Säulen: Die Zeitung als Unterrichtsmaterial, die Langzeitarbeiten mit der Zeitung, das Recherchieren und Schreiben für die Zeitung. Während des Projekts wird die Zeitung im Idealfall in unterschiedlichen Fächern zum wichtigsten Unterrichtsmaterial. Die Jugendlichen lernen, wie die Zeitung aufgebaut ist, wie man sie durch selektives Lesen den eigenen Interessen entsprechend als Informationsmedium nutzen kann, wie Zeitungen je nach Typ und Tendenz ein Thema anfassen und woher sie ihre Informationen erhalten. Bei der selbstständigen Anfertigung von Langzeitarbeiten erfahren die Schüler, dass die Zeitung - anders als das Schulbuch - kontinuierlich und aktuell über die neuesten Entwicklungen in allen Lebensbereichen berichtet. Die Zeitung kommt aber nicht nur in die Schule, sondern die Schule kommt auch in die Zeitung: Durch das Recherchieren und Schreiben gewinnen die Schüler Einblicke in gesellschaftliche Lebensbereiche, mit denen sie im schulischen Lernen sonst kaum in Berührung kämen.

  • Unentgeltliche Lieferung in die Schulen

    Bei dem "klassischen" Leseförderungsprojekt "Zeitung in der Schule" für die Sekundarstufe I erhielten die Schüler unentgeltlich drei Monate lang "ihre" Zeitung als Klassensatz in die Schulen geliefert. Heute wird die Projektdauer variiert. Nach den Wünschen und Möglichkeiten der Lehrer ist beispielsweise auch ein einmonatiger Bezugszeitraum möglich.

  • Anbieter von Leseförderungsmaßnahmen

    Neben dem vor 35 Jahren gemeinsam von BDZV und dem Aachener IZOP-Institut aus der Taufe gehobenen Projekt "Zeitung in der Schule" offerieren heute auch mehrere andere Anbieter - Promedia Maassen (Alsdorf), Promedia Wolff (Eschweiler), mct media consulting team (Dortmund), ZEUS - Zeitung und Schule (Essen), Raufeld Medien (Berlin) und das in Würzburg konzipierte "Klasse!"-Projekt - Leseförderungsmaßnahmen, die auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Verlage und Schulen zugeschnitten werden. Allen gemein ist, dass die Schüler vier bis maximal zwölf Wochen lang "ihre" Zeitung unentgeltlich täglich in der Schule erhalten und damit im Unterricht arbeiten. Einbezogen wird selbstverständlich auch das Internet, zumal Schulen wie Zeitungen in vielen Fällen eigene Sites für die Jugendlichen betreiben (eine Liste der Anbieter finden Sie auf der rechten Seite). Einzelne Projekte verwenden inzwischen auch Tablets, E-Paper und Nachrichten-Apps der Zeitungen und bringen so den Jugendlichen die gesamte Breite des Angebots von Zeitungen auf allen Ausgabekanälen näher.

  • Zeitung in der Grundschule

    Immer mehr Leseförderungsangebote zielen, wie bereits erwähnt, aber auch schon auf die Grundschulkinder ab. "Zeitung in der Grundschule" (IZOP), "Klasse-Kids" oder der von Promedia vertriebene "Lesepass", bei dem die ABC-Schützen ihre gerade erworbenen Fähigkeiten in einem gleichsam "amtlichen Dokument" eintragen und nachweisen können, betonen stärker die spielerische Komponente des Lesenlernens. Die Zeitungen können dabei eigentlich nur alles richtig machen, denn Schule wird jetzt noch als neu und aufregend von den Kindern empfunden, das Lernen selbst nicht als mühselige tägliche Fron. Das bestätigte auch die ein Jahr nach der PISA-Studie veröffentlichte internationale Grundschullesestudie (IGLU) 2003. Danach lagen die deutschen Grundschulkinder im ersten Teilnehmerdrittel und konnten mit ihren europäischen Altersgenossen bei der Lesefähigkeit gut mithalten.

  • Zeitung im Kindergarten

    Seit 2005 zieht es die Zeitungen auch immer stärker in Kitas und Vorschulklassen. Vorreiter war das Medienhaus Bauer (Marl), das mit seinem Pilotprojekt "Zeitungstreff im Kindergarten" im Verbreitungsgebiet sofort 1.400 Kinder erreichte und seither regelmäßig bei den Kleinsten aktiv wird. Viele andere Verlage in ganz Deutschland zogen nach.

  • Zeitung und Azubis

    Etwa um das Jahr 2010 herum folgte auch eine immer systematischere Ansprache von Auszubildenden und Unternehmen. Anlass war der Wunsch verschiedener Firmen, ihre Auszubildenden fit(ter) für den Kundenkontakt zu machen. Vermisst wurden Kenntnisse über allgemeine politische und wirtschaftliche Zusammenhänge, die das Gespräch mit Kunden über den direkten Arbeitszusammenhang hinaus erleichtern. Auch hier war die Zeitung als allgemeinbildendes Medium wieder das Mittel zur Wahl. Zahlreiche Verlage bieten in ihrem Verbreitungsgebiet interessierten Unternehmen und Institutionen Jahres-Abos für die Auszubildenden an, die durch wöchetntliche Erkenntnis- und Wissensfragen im Internet ergänzt werden. Häufig sind die Programme auch mit einem Preisausschreiben oder Wettbewerb verbunden.

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