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18. April 2002 | Allgemeines

Hessische Zeitungsverleger kritisieren Entscheidung zum Ballungsraumfernsehen

Jahrestagung des VHZV in Offenbach / Journalistenpreise verliehen

Auf Kritik der hessischen Zeitungsverleger ist die Entscheidung der Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR) zum Ballungsraumfernsehen im Rhein-Main-Gebiet gestoßen, die sich am 8. April 2002 gegen die Anbietergemeinschaft der Zeitungsverlage entschieden hatte. „Wir können nur den Schluss ziehen, dass hier möglicherweise eine Entscheidung gegen die Zeitungsverlage gefällt werden sollte“, erklärte dazu der Vorsitzende des Verbands Hessischer Zeitungsverleger (VHZV), Dr. Wolfgang Maaß, anlässlich der Jahresversammlung des Verbands am 9. April 2002 in Offenbach.

Die LPR hatte der Gesellschaft „Rhein-Main-TV“ (Bibo-Gruppe) die Zulassung für das erste hessische Regionalfernsehen in der Region Rhein-Main erteilt. In der Presseerklärung begründete die LPR diese Entscheidung damit, dass die Bibo-Gruppe die „größere Gewähr für die Meinungsvielfalt“ biete. Die hessischen Zeitungsverleger bezeichneten diese Begründung „als für die Zeitungshäuser schmerzlich und nicht nachvollziehbar“. Das Verlegerkonsortium, zu dem darüber hinaus Unternehmen wie der Taunusfilm, Wiesbaden, der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen und die Fraport AG zählten, werde nun die vollständige Begründung abwarten, „um dann zu prüfen, ob und gegebenenfalls welche rechtlichen Schritte gegen diese Entscheidung unternommen werden sollen“.

 

Zur wirtschaftlichen Situation der hessischen Verlage erklärte der VHZV-Vorsitzende, dass die Lage „anhaltend schwierig“ sei. Die Umsatzeinbrüche im Anzeigengeschäft, die im Einzelfall bis zu 28 Prozent betrügen, stagnierende Vertriebserlöse sowie steigende Redaktions- und Herstellungskosten träfen die Verlage mitten im Wandel zu Medienhäusern. Viele kleine und mittlere Unternehmen kämpften ums Überleben.

 

Die Situation werde verschärft durch die Forderung der Gewerkschaft ver.di nach Lohn- und Gehaltserhöhungen im Druck- und Verlagsbereich von 6,5 Prozent. Scharfe Kritik übten die hessischen Zeitungsverleger auch an den verschlechterten gesetzlichen Rahmenbedingungen wie dem 630-Mark-Gesetz, der Erschwerung der befristeten Einstellung, der Verschärfung des Betriebsverfassungsgesetzes oder der Verlängerung des Briefmonopols der Deutschen Post zum Nachteil privater Zustelldienste. Auch die Gefahr der aus Brüssel betriebenen Werbeverbote für Tabak und Alkohol schwebe weiter über den Verlagen. Beim Urhebervertragsgesetz habe glücklicherweise das Schlimmste verhindert werden können.

 

Anlässlich der Mitgliederversammlung wurde der Geschäftsführer der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“ in Kassel, Harold Grönke, einstimmig in den Vorstand des VHZV gewählt. Grönke folgt Rainer Dierichs nach, der zu Beginn des Jahres 2002 seine Funktionen in der Dierichs Verlag GmbH & Co. KG (HNA) aufgegeben hatte.

 

Ausgezeichnet wurden im Rahmen des VHZV-Empfangs am Vorabend der Jahresversammlung ferner die Gewinner des vom hessischen Landesverband ausgeschriebenen Jungjournalistenpreises: Der erste Platz und 2.500 Euro gingen an Tatiana Röder für ihren im „Darmstädter Echo“ erschienenen Artikel „Jedermann ist ein potenzieller Freier“. Anerkennungspreise und je 500 Euro erhielten Anja Rohde, Volontärin beim „Wiesbadener Kurier“, und Stefan Diefenbach-Tommer, Volontär bei der „Oberhessischen Presse“ in Marburg.

 

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