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26. März 1997 | Allgemeines

Hessische Verleger kritisieren Post

Sorge um Auflage und Anzeigen / Vorstandswahlen

Der Verband Hessischer Zeitungsverleger (VHZV) hat die Deutsche Post AG wegen Verzögerungen bei der Postzustellung und unlauterer Werbemethoden kritisiert. "Leser und Verlage .... machen seit geraumer Zeit leidvolle Erfahrungen mit unerträglichen Verzögerungen bei der Beförderung", klagte der Vorsitzende des Verbands, Dr. Thomas Schmitt, anläßlich der VHZV-Jahresversammlung am 18. März 1997 in Hanau.

Schmitt forderte, die "erkennbaren Mängel zu beseitigen". Ferner sei es unverzichtbar, den Postzeitungsdienst auch in Zukunft als Pflichtdienstleistung nach dem Postgesetz zu erhalten. Darüber hinaus warf der VHZV-Vorsitzende der Post und anderen Werbekonkurrenten der Zeitungen (Direktwerbung versus Zeitungsbeilagen) "aggressive Auswüchse" im Wettstreit mit den Verlagen vor. Es sei nicht hinnehmbar, wenn sich die Deutsche Post mit einer fragwürdigen Untersuchung auf Kosten der Zeitungen zu profilieren versuche.

Der Wettbewerb um Anzeigen und Auflagen wird nach den Worten Schmitts zunehmend härter. Der Verkauf von Anzeigenraum der hessischen Zeitungen habe 1996 knapp sechs Prozent unter dem des Vorjahres gelegen. Der Jahresbeginn lasse keine Änderung zum Positiven erkennen. Vielmehr stimmten erneute Einbußen im Januar und Februar 1997 bedenklich. Auch bei der Auflagenentwicklung sei in Hessen ein Rückgang um ein Prozent festzustellen (Bundesgebiet: 0,7 Prozent). Allerdings habe dieser Rückgang im Vertriebsbereich noch aufgefangen werden können: Die Bezugspreise der hessischen Tageszeitungen hätten sich 1996 im Durchschnitt um 2,8 Prozent (80 Pfennig) erhöht. Angesichts dieser Entwicklung sei, wie Schmitt betonte, die neugegründete ZeitungsMarketingGesellschaft (ZMG) und die Bündelung der Kräfte und die Integration der Regionalpresse in diese Gesellschaft ein "wichtiger Schritt in eine bessere Zukunft". Es bedeute einen "Aufbruch der Zeitungsverlage in eine gemeinsames und wirkungsvolles Marketing".

Auf die Gründung der ZMG und ihre Bedeutung für die Verlage ging auch BDZV-Präsident Wilhelm Sandmann in einer Grußadresse ein. Der Beschluß zur Gründung der ZMG schaffe "optimale Bedingungen für die Zukunftssicherung im Sinne von Positionierung und Vermarktung der gesamten Gattung Zeitung". Der BDZV nehme als Träger der ZMG diese Aufgabe treuhänderisch für die in seinen Landesverbänden organisierten Verlage wahr. Künftig würden, wie Sandmann ausführte, Zeitungsmarketing und ZMG "eine der drei starken Säulen im BDZV ausmachen". Die zweite Säule werde durch Lobbying und Standespolitik gebildet; hinzu komme als drittes Standbein die Arbeit auf dem Gebiet von Wirtschaft und Recht einschließlich der Tarif- und Sozialpolitik.

Anläßlich der Jahrestagung wurden auch die Pläne zur Abschaffung der Sozialversicherungsfreiheit für Geringverdiener von dem VHZV-Vorsitzenden Schmitt nachdrücklich kritisiert. Dies hätte verheerende Auswirkungen auf den Vertrieb vieler Zeitungen. Die damit verbundenen immensen Kostensteigerungen könnten nicht verkraftet werden. Das gelte auch für den Fall, daß die Pläne zur Besteuerung der Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit umgesetzt werden sollten. Die Gewerkschaften würden versuchen, diese Kosten den Arbeitgebern "aufzuhalsen". Deshalb sei auch der Vorschlag des Präsidenten des Bundesverbandes der deutschen Industrie, Olaf Henkel, zu einer pauschalen Besteuerung in Höhe von zehn Prozent dieser Zuschläge "nicht hilfreich".

Vorstandswahlen

Bei der Mitgliederversammlung wurde der Verleger der "Fuldaer Zeitung", Dr. Thomas Schmitt, in seinem Amt als VHZV-Vorsitzender einstimmig bestätigt. Wiedergewählt wurden ferner der stellvertretende Vorsitzende, Dr. Wilhelm Bing, und die Vorstandsmitglieder Horst Bach, Thomas Bauer, Rainer Dierichs und Dr. Horst Engel. An Stelle des ausscheidenden Dr. Christian Rempel, der nicht mehr kandidierte, wurde Dr. Peter Udo Bintz ("Offenbach-Post") in den Vorstand gewählt. Als neuen Delegierten bestätigte die Mitgliederversammlung Dr. Frank Meik, Vorsitzender der Geschäftsführung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er folgt Jochen Becker nach, der nicht mehr kandidierte. Die übrigen Delegierten wurden wiedergewählt.

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