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25. September 2014 | Allgemeines

Hermann Neusser: „Unser Kern ist die Nachricht“

Theodor-Wolff-Preis: Sechs Journalisten in Aachen geehrt / EU-Parlamentspräsident Schulz mit Laudatio für Rudolph Chimelli

Gerade jetzt würden die Menschen in vielen Regionen wieder Zeuge von Krieg und Unterdrückung, nie gekannter Gewalt und ungeheuren Missständen. Umso wichtiger sei Journalismus in Krisengebieten als „notwendige Aufklärung“. Das sagte der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, anlässlich der Verleihung des Journalisten-preises der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis am 10. September 2014 in Aachen.

In seiner Laudatio auf den Preisträger für das Lebenswerk, den langjährigen Auslandskorres­pondenten der „Süddeutschen Zeitung“ Rudolph Chimelli, führte Schulz weiter aus, dass die Män­ner und Frauen, „die solche Jobs machen, auf extreme Situationen vorbereitet werden müssen“ und Wegweiser bräuchten, an denen sie sich orientieren können. Rudolph Chimelli sei ein sol­cher Wegweiser. Er sehe im Journalismus die Aufgabe, die Menschen zu informieren, aber nicht, ihnen die Bewertung der Ereignisse abzu­nehmen. „Das ist eine Eigenschaft, die ihn zu einem herausragenden Auslandskorresponden­ten gemacht hat und ein wesentlicher Grundstein für seine Ehrung heute.“

Neben dem Preisträger für das Lebenswerk standen fünf weitere Journalisten im Mittelpunkt der Festveranstaltung: Die mit je 6.000 Euro do­tierten Auszeichnungen in der Sparte „Lokaljour­nalismus“ gehen an Johannes Ehrmann für sei­nen Artikel „Wilder, weiter, Wedding“ („Der Ta­gesspiegel“, Berlin), sowie an Benjamin Piel für seinen Beitrag „Bettys erstes Mal“ („Elbe-Jeetzel-Zeitung“, Lüchow). Kai Strittmatter sowie Kers­tin Kohlenberg bekommen den ebenfalls mit je 6.000 Euro dotierten Journalistenpreis der deut­schen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie „Reportage/Essay/Analyse“: Strittmat­ter („Süd­deutsche Zeitung“, München) für seine Auslands­reportage „Wolfskind“, Kohlenberg für ihren Be­richt „Aufnahme läuft!“ („Die Zeit“, Ham­burg). Ausgezeichnet und mit 6.000 Euro gewür­digt wird in der Kategorie „Meinung/Leitartikel/ Kommen­tar/Glosse“ der Beitrag „Auf der Suche nach Adorno“ von Peter Unfried („taz - die ta­geszei­tung“, Berlin).

„Neue Strategien und Produkte“

„Die Verlagswelt bleibt im Umbruch. Es geht um neue Strategien und Produkte in einem Markt, der sich radikal gewandelt hat. Die Digita­lisierung eröffnet den Verlagen ganz neue, längst nicht auserforschte Wege, mit unseren Lesern und Kunden in Kontakt zu treten.“ Das erklärte der Verleger des Bonner „General-Anzeigers“, Hermann Neusser, zugleich Vorsitzender des TWP-Kuratoriums. Er mahnte, dass die Zei­tungsleute ihr ureigenes Geschäft nicht aus dem Blick verlieren dürften. „Unser Kern ist die Nach­richt. Wir sind Erzähler und Deuter von Ge­schichten.“ Diese müssten wahrhaftig sein und relevant für die Menschen, denn Zeitungen stün­den auch für „Community“, die Zusammenhalt stifte. Und sie seien „Marktplatz“.

Der Gastgeber der Festveranstaltung und Ge­schäftsführer des Zeitungsverlags Aachen, And­reas Müller, erläuterte bei seiner Begrüßung der rund 250 Gäste im Theater Aachen, dass sein Haus die Ausbildung des journalistischen Nach­wuchses auf neue Fundamente gesetzt und als Investition in die Zukunft multimedial ausgebaut habe. Dahinter stehe die feste Überzeugung, „dass der Journalismus weiter seine Beiträge zur Sicherung unserer Demokratie leiste“ und ein „respektabler Wirtschaftsfaktor sein“ wird.

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen, um den sich diesmal 386 Journalistinnen und Journalisten beworben hatten, wird vom BDZV vergeben. Er erinnert an den langjährigen Chef­redakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868 – 1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Der unabhängigen Jury für den Theodor-Wolff-Preis gehören an: Nikolaus Blome (Mitglied Chef­redaktion „Der Spiegel“, Berlin), Wolfgang Bü­scher (Autor „Die Welt", Berlin), Markus Günther (Autor „Frankfurter Allgemeine Sonntagszei­tung“), Peter Stefan Herbst (Chefredakteur „Saarbrücker Zeitung“), Bernd Hilder (Vorsitz; Chefredakteur „Thüringische Landeszeitung“, Weimar), Christian Lindner (Chefredakteur „Rhein-Zeitung“, Koblenz), Bernd Mathieu (Chef­redakteur „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“), Annette Ramelsberger (Gerichts­reporterin „Süddeutsche Zeitung“, München) und Cordula von Wysocki (Mitglied Chefredaktion „Kölnische Rundschau“).


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