Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

20. September 2005 | Allgemeines

Hermann Neusser: Glaubwürdigkeit ist ein Qualitätsfaktor

Fünf Journalisten werden in Berliner Ullstein-Halle mit Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet

Als „kritische Beobachter, die auf beeindruckende Weise den Themen nachgespürt haben, die die Menschen bewegen“, würdigte Hermann Neusser, Vorsitzender des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis, am Abend des 13. September in Berlin fünf Journalisten. Sie stünden, erklärte er anlässlich der festlichen Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis in der Berliner Ullstein-Halle, für „kreativen Qualitätsjournalismus“.

Foto der Preisträger des Theodor-Wolff-Preises 2005Foto der Preisträger des Theodor-Wolff-Preises 2005Der Theodor-Wolff-Preis ist die renommierteste Auszeichnung der Zeitungsbranche. Die mit jeweils 6.000 Euro dotierte Würdigung wird vom BDZV ausgeschrieben. Über ihre Vergabe entscheidet eine unabhängige Journalistenjury, deren Sprecher diesmal Gernot Facius ("Die Welt") war. Die Jury hatte sich in der Kategorie Leitartikel/Kommentar/Essay für einen Text von Horst von Buttlar in der "Financial Times Deutschland" (Hamburg) entschieden; in der Kategorie "Allgemeines" für Arbeiten von Nicol Ljubic ("Die Zeit", Hamburg) und Lara Fritzsche ("Kölner Stadt-Anzeiger"); im Lokalen für Waltraud Schwab ("taz - die tageszeitung", Berlin) und Wolfgang Görl ("Süddeutsche Zeitung", München.

Anlässlich der Preisverleihung stellte Neusser, zugleich Verleger des Bonner "General-Anzeigers", selbstbewusst fest, dass das Streben nach journalistischer Qualität und Originalität "in kleinen, mittleren und großen Blättern gleichermaßen zu Hause" sei. Er warnte vor Gefährdungen der Pressefreiheit. Gerade in Zeiten des Wahlkampfs seien "Versuche subtiler Instrumentalisierung der Presse immer wieder zu beobachten". Die Funktion der Medien würde "grundsätzlich missverstanden, wenn die Verantwortlichen der Versuchung erlägen, an die Seite der Politiker zu treten, um bestimmte Projekte zu forcieren".

Neusser sprach ferner von einer "anhaltenden Beschleunigung" im Nachrichtenjournalismus. Mit dem Angebot großer Suchmaschinen im Internet habe die immer notwendige Debatte über die Zukunft des Journalismus eine neue Facette erhalten: "Der Rechner als Redakteur - dies ist eine düstere Vorstellung." In seinem Plädoyer für "Glaubwürdigkeit als Qualitätsfaktor" setzte sich Neusser auch für die Erhaltung der klaren Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung ein.

Zuvor hatte der Chefredakteur der "Welt am Sonntag", Christoph Keese, in seiner Begrüßung der fast 300 Gäste aus Verlagen, Politik, Kultur und Wirtschaft den Namensgeber der Preises, Theodor Wolff, gewürdigt. Keese zog Parallelen von Wolff, der sich als blutjunger Auslandskorrespondent in Frankreich erste journalistische Meriten mit seinen Berichten über die Dreyfus-Affäre verdiente, zu den teils ebenfalls blutjungen Preisträgern des Jahres 2005. Anlässlich der Preisverleihung, für die die Axel Springer AG die Gastgeberrolle übernommen hatte, las der Schauspieler Otto Sander Texte über Journalismus und Sprache von Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz, Theodor Wolff und Karl Kraus.

Der Theodor-Wolff-Preis erinnert an den langjährigen Chefredakteur des legendären "Berliner Tageblatts", Theodor Wolff (1868 - 1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis gehören an: zum letzten Mal Gernot Facius (Autor "Die Welt", Berlin) - sein Nachfolger ist Bernd Hilder (Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung"), Dr. Wilm Herlyn (Chefredakteur Deutsche Presse-Agentur, Hamburg), ‚Bascha Mika (Chefredakteurin taz - die tageszeitung, Berlin), Stephan Richter (Chefredakteur Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Ulrich Reitz (Chefredakteur "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", Essen), Evelyn Roll (leitende Redakteurin, "Süddeutsche Zeitung", München), Dr. Klaus Rost (Chefredakteur "Märkische Allgemeine", Potsdam), Werner Schwarzwälder (Chefredakteur a.D., "Südkurier", Konstanz), Franz Sommerfeld (Chefredakteur "Kölner Stadt-Anzeiger") sowie Dr. Uwe Vorkötter (Chefredakteur "Berliner Zeitung").

 

Rede von Hermann Neusser anlässlich der Preisverleihung

zurück