Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

11. Oktober 2001 | Allgemeines

Heinen: Qualität sichert Zukunft der Zeitung

BDZV-Präsident spricht beim Kongress des Journalistenverbands

Auf die existenzielle Bedeutung der redaktionellen Qualität für die Zukunft der Zeitung hat BDZV-Präsident Helmut Heinen bei einer Kongressveranstaltung des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) am 8. Oktober in Bonn hingewiesen. Dabei machte er deutlich, dass sich journalistische Qualität nicht am grünen Tisch festlegen lasse. Jede Redaktion müsse ihre Vorstellung von Qualität mit Blick auf die Interessen ihrer Leser und nach Maßgabe ihrer Mittel und Möglichkeiten verwirklichen. Umfang und Qualität des publizistischen Angebots würden maßgeblich auch von wirtschaftlichen Möglichkeiten bestimmt. In diesem Zusammenhang sagte Heinen, dass es ein Trugschluss sei, mehr Qualität in den Redaktionen lasse sich automatisch durch hohe Sozialstandards erreichen.

Kritisch setzte er sich mit dem Thema „Outsourcing für Zeitungsredaktionen“ auseinander. Was in anderen Bereichen betriebswirtschaftlich durchaus sinnvoll sei, komme für Redaktionen nur äußerst begrenzt in Frage. „Redaktionen sind keine Hilfsbetriebe wie Bewachungs- oder Werkstattdienste oder Buchhaltungsbereiche“, so Heinen wörtlich. Die Zusammenarbeit mit Agenturen, mit spezialisierten freien Redaktionsbüros oder Kooperationen der Verlage untereinander seien richtig und ausbaufähig. „Eine Auslagerung von Redaktionen, etwa von Lokalredaktionen, heißt aber Preisgabe wesentlicher journalistischer Kernkompetenz.“ Skeptisch äußerte sich Heinen auch zur Vorstellung, Redakteure könnten problemlos für alle Medien – Print, TV, Radio – gleichzeitig arbeiten. Dies habe sich bisher als kaum praktikabel erwiesen. Er hob hervor, dass gerade der journalistische Nachwuchs in den Zeitungsredaktionen ein hohes Bildungsniveau habe. Mittlerweile hätten 70 Prozent der Volontäre ein abgeschlossenes Studium. Es gebe kaum noch Studienabbrecher. Das Volontariat bezeichnete Heinen als „nach wie vor beste und wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Einstieg in den Beruf“. Als eines der wichtigsten Themen in der Debatte um noch mehr Qualität in den Medienredaktionen nannte er das Thema „Recherche“. Nur die Recherche, an die ein Journalist ergebnisoffen herangehe, schütze vor dem vielbeklagten Verdachts- und Vermutungsjournalismus. Dementsprechend müsse der Recherche ein noch höherer Stellenwert in allen Ausbildungseinrichtungen gegeben werden.

 

Heinen führte dem DJV-Forum deutlich vor Augen, dass die deutschen Zeitungshäuser gerade in den vergangenen Jahren in die Redaktionen investiert hätten. 1993 seien 12.800 Redakteure bei Zeitungen beschäftigt gewesen, im vergangenen Jahr seien es 15.300 gewesen. Der Anteil der Redaktionskosten an den Gesamtkosten eines Verlags sei von 1975 bis heute von 13,3 auf 22,5 Prozent angestiegen.

 

Der Vorsitzende des DJV, Siegfried Weischenberg, stellte fest, dass sich beim Thema „Qualitätssicherung“ grundsätzlich alle Medienmacher einig seien. Die Diskussion über Qualität dürfe allerdings nicht auf Appelle beschränkt bleiben. Ziel müsse vielmehr sein, die Aktivitäten zur Qualitätssicherung im Journalismus und in den Medien zu bündeln. Mit der „Initiative Qualität im Journalismus“ (IQ) solle hierfür ein bundesweites Netzwerk aufgebaut werden.

 

In fünf Arbeitskreisen setzten sich die Kongressteilnehmer mit folgenden Themen aus-einander: Qualitätssicherung im Team – Faktoren im redaktionellen Alltag; Beiträge zur Aus- und Weiterbildung; Qualität vermitteln – Forschung und Fachpublizistik; Kontrollierte Kontrolleure – Presserat, Gremienaufsicht und „Watch dogs“; Multimediale Möglichkeiten – Qualität mit neuer Technik. Internet: www.djv.de

zurück