Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

08. Juli 2014 | Allgemeines

Heinen: Politik muss umdenken

Zuverlässige Rahmenbedingungen für Verlage erforderlich

Themen: Datenschutz, Paid Content, Online

„Über 80 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung sind Zeitungsleser – auf Papier, auf dem iPad oder anderen Tabletcomputern, auf Smartphones. Zeitungsmarken erreichen heute mehr Menschen als je zuvor“, sagte BDZV-Präsident Helmut Heinen in einem Interview mit dem Magazin „promedia“ (7/2014). Das Internet sei demnach neben den unbestreitbaren Einschnitten im Kerngeschäft für die Verlage gleichwohl auch ein Segen.

Was der Zeitungsbranche fehle, seien nachhal­tige digitale Geschäftsmodelle. Heinen stellte in diesem Zusammenhang drei zentrale Punkte heraus. Erstens: Ein Suchmaschinenanbieter mit mehr als 90 Prozent Marktanteil entscheide aktu­ell praktisch im Alleingang, welche Angebote die Nutzer im Internet überhaupt lesen. Auf der ande­ren Seite werde Zeitungen zum Beispiel der Zu­gang zum Rundfunk mit dem Argument der Si­cherung der Meinungsvielfalt erschwert oder zum Teil unmöglich gemacht. Dieses Ungleichgewicht bedürfe dringend einer Korrektur in Regulierung und kartellrechtlicher Betrachtungsweise.

Zweitens: Es müsse sichergestellt werden, dass die Inhalte der Zeitungen auf allen Plattfor­men auffindbar bleiben und schnell erreichbar sind. Die Sicherung von Netz- und Suchmaschi­nenneutralität sei daher von enormer Bedeutung für die Chancengleichheit im Internet und für eine freie plurale Meinungsbildung.

Drittens: Die Geschäftsfelder der Verlage dürf­ten nicht weiter durch staatliche Eingriffe be­schränkt werden. „Ob Zwangsangaben in der Werbung, undifferenzierte Datenschutzregelun­gen, das Ausweiten der Aktivitäten der Rund­funkanstalten, eine im Vergleich zu Global Playern wie Google stärkere Steuerbelastung, die Bürokratie- und Kostenbelastung durch den ge­planten Mindeststundenlohn - immer wieder hat der Gesetzgeber die negativen Folgen für die Presselandschaft nicht bedacht oder geduldet. Hier brauchen wir ein grundsätzliches Umden­ken, wenn die Zeitungslandschaft in Deutschland erhalten bleiben soll“, betonte Heinen im Inter­view.

Die größte Herausforderung sei die langfristig nachhaltige Refinanzierung von professionellem Journalismus. „Denn Journalismus ist und bleibt der Kern unserer Verlage.“

Heinen rechnet außerdem damit, dass noch in diesem Jahr der 100. Verlag seine Leser bitten wird, für Zeitungsinhalte im Netz zu bezahlen. Das A und O werde sein, relevante und vor allem exklusive Inhalte anzubieten und ein großes Stammpublikum zu binden, das für ein solches Angebot auch gerne in die Tasche greift. Heinen: „Was das Thema „Kooperationen“ grundsätzlich angeht, so gibt es aus meiner Sicht noch viel Potenzial. Gerade in der digitalen Welt muss nicht jeder Verlag das Rad neu erfinden.“

zurück