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30. April 1997 | Allgemeines

Große Verdienste um die deutschen Zeitungen

Außenminister Klaus Kinkel und BDZV-Präsident Wilhelm Sandmann ehren Alfred Neven DuMont

Bundesaußenminister Klaus Kinkel und BDZV-Präsident Wilhelm Sandmann haben am 29. April 1997 in Bonn das publizistische und unternehmerische Werk von Alfred Neven DuMont gewürdigt. Der Verleger und frühere Präsident des BDZV habe für das demokratische, liberale und weltoffene Gesicht Deutschlands viel getan, sagte Kinkel beim Empfang des BDZV anläßlich des 70. Geburtstages von Neven DuMont.

Dabei habe Neven die Liberalität stets als einen kämpferischen Auftrag verstanden. Der Verleger mische sich ein; er trete ein für Minderheiten, für die Schwächeren in unserer Gesellschaft. Neven tue dies mit "verantwortungsbewußter Aufmerksamkeit". Er verstehe etwas "vom Gewinne machen", aber er wisse auch, daß "ein Verleger in einer freien Gesellschaft eine darüber hinausgehende Verantwortung trägt". Das Geheimnis des "großen publizistischen wie wirtschaftlichen Erfolges" von Alfred Neven DuMont liege, so der Außenminister, in dessen Fähigkeit, auf dem schmalen Grat zwischen journalistischem Ethos und dem Unternehmergeist des Verlegers "das richtige Gleichgewicht zu halten".

BDZV-Präsident Wilhelm Sandmann würdigte Alfred Neven DuMont vor den rund 150 Festgästen aus Politik, Medien, Wirtschaft und Kultur als Weltbürger und großen Zeitungsverleger, der die Medienlandschaft im Interesse aller Zeitungen mitgestaltet habe. Als Präsident des BDZV habe Neven sich seinerzeit mit großem Engagement und erfolgreich für die Teilhabe der Zeitungsverlage an den elektronischen Medien eingesetzt. Frühzeitig habe er erkannt, daß die Presse einen freien Zugang zu den elektronischen Medien brauche, wenn die Zeitungsvielfalt gesichert bleiben sollte. Die Aufgabe der Zeitung sehe der Verleger darin, das "Gespräch der Demokraten, den schöpferischen Disput, in Gang zu halten". Die Frage, was einen guten Verleger auszeichnet, lasse sich am Beispiel Alfred Neven DuMonts par excellence beantworten: "Er kann gut hineinhören in die Gesellschaft. Er hat das Ohr am Puls der Zeit. Er verfügt über einen sicheren Blick für Veränderungen und er erkennt sehr schnell neue Trends. Vor allem aber: Ein guter Verleger liebt seine Leser."

In seiner Dankesrede ließ Alfred Neven DuMont noch einmal einige Ereignisse seiner aktiven Zeit als Vizepräsident und Präsident des BDZV Revue passieren. Die Zeitungsverleger hätten immer die Eigenschaft besessen, führte Neven DuMont mit Blick etwa auf die Streiks rund um die Einführung des Lichtsatzes im Jahre 1978 aus, "wenn es darauf ankommt, vorbildlich zusammenzustehen". Antrieb seines eigenen Handelns sei, so der Verleger weiter, vor allen Dingen "die Neugierde". Er wolle seinen Kollegen Mut machen, Zeitungsverleger zu sein "und sich nicht von den elektronischen Medien erdrückt zu fühlen". Um auch in Zukunft bestehen zu können, müßten Zeitungen "lokal orientiert, lesbar und interessant sein".

Neven DuMont wurde 1970 in das Präsidium des BDZV berufen, zehn Jahre später wurde er zum Präsidenten gewählt. In Anerkennung seines erfolgreichen und vielfältigen Engagements im Präsidentenamt, das er bis 1984 ausübte, wurde der Verleger zum Ehrenmitglied des BDZV-Präsidiums ernannt. Außerdem ist er langjähriges Mitglied im Vorstand des Verbandes Rheinisch-Westfälischer Zeitungsverleger.

Neven DuMont nahm als 28jähriger die Tätigkeit im elterlichen Verlagshaus auf, das er in der elften Generation führt. Zuvor hatte er in Köln und München Philosophie, Geschichte und Literatur studiert, anschließend beim Axel Springer Verlag und bei der "Süddeutschen Zeitung" in München erste verlagspraktische Erfahrungen gesammelt und ein Studium an der Medill School of Journalism an der Northwestern University of Chicago absolviert. 1957 wurde er Herausgeber der Kulturzeitschrift "Magnum", drei Jahre später Herausgeber des "Kölner Stadt-Anzeigers". 1964 gründete Alfred Neven DuMont in Köln die Boulevardzeitung "Express". Nach dem Tod seines Vaters, Dr. Kurt Neven DuMont, wurde er alleiniger Herausgeber von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express". Den Vorsitz der Geschäftsführung des Verlages führte Alfred Neven DuMont bis Mai 1991; seither steht er an der Spitze des Aufsichtsrates.

Aus Anlaß des 70. Geburtstags von Alfred Neven DuMont ist in der ZV Zeitungs-Verlag Service GmbH eine von BDZV-Präsident Sandmann herausgegebene Sammlung der Reden und Beiträge Neven DuMonts zur Medienpolitik in Deutschland mit dem Titel "Zeitung in ihrer Zeit" erschienen.

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