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26. November 2009 | Allgemeines

„Google hat die Medienlandschaft grundlegend verändert“

Katja Riefler ist Google-Expertin und berät seit mehr als zehn Jahren mit ihrer Firma „RISolutions“ Zeitungsverlage im Bereich Internetstrategien und Print-Online-Synergien. Für den BDZV hat sie die weltweit erste Studie zum Verhältnis von Verlagen und Google erstellt. BDZV-Intern sprach mit ihr darüber, wie Verlage von Google profitieren können, auf welchen Gebieten der Suchmaschinenriese aus Mountain View zur Gefahr werden könnte und welche Bedeutung Social Networks zukünftig haben werden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERABDZV-Intern: Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen Zeitungsverlagen und Google?

Katja Riefler: „Google ist für die Zeitungsverlage ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite brauchen die Verlage die Suchmaschine, denn sie bringt ihnen oftmals mehr als die Hälfte des Traffics auf die Website. Auf der anderen Seite ist Google aber auch ein ernstzunehmender Konkurrent auf dem Anzeigenmarkt. Hier präsentiert sich ein wirklicher Dualismus, der sich auch in der Wahrnehmung von Google durch die Verlage widerspiegelt. 71 Prozent sehen Google sowohl als Partner als auch als Feind, für neun Prozent ist Google nur Freund und für 14 Prozent nur Feind.“

 

BDZV-Intern: Das heißt, sie sehen Googles Einfluss hauptsächlich im Bereich der Anzeigen?

Katja Riefler: „Nein! Denn Google hat nicht nur das Anzeigengeschäft verändert, sondern die gesamte Mediennutzung gleich dazu. Bis zur Erfindung von Google haben nur die Massenmedien Informationen selektiert und verteilt. Diese Auswahl- und Verteilerfunktion ist durch Google abhanden gekommen. Damit sind auch die klassischen Geschäftsmodelle ins Wanken geraten und das merken die Verlage nun mehr und mehr.“

 

Google AdwordsBDZV-Intern: Wie können die Zeitungsverlage dieser Entwicklung entgegenwirken?

Katja Riefler: „Zeitungen werden die Uhr nicht zurückdrehen können. Es gibt Google und das bedeutet, dass ein Weg gefunden werden muss, wie man mit Google umgeht. Ein Weg aus der beschriebenen Misere ist, dass sich die Verlage wieder auf ihre ureigensten Tugenden besinnen. Tageszeitungen müssen sich stärker um die Bürger und damit um ihre potenziellen Leser der Region kümmern. Sie müssen umgekehrt auch die Sorgen der Werbungtreibenden ernstnehmen und deren Anliegen, die Menschen in der Region als Kunden zu gewinnen. Die Leser einer Zeitung suchen nach Lösungsansätzen für die Fragen, die ihnen im Alltag begegnen. Dazu gehört auch, wo sie einen zuverlässigen Heizungsinstallateur oder die neuste Mode finden. Das heißt für Zeitungen, sie müssen neben Ihrer Rolle als Nachrichtenbörse stärker denn je zu einem Marktplatz der eigenen Region werden.“

 

 

BDZV-Intern: Gerade in der Ansprache der jungen Zielgruppen hat manch ein Verlag seine Probleme. Sind die in den vergangenen Jahren so rasant gewachsenen Social Networks der Ausweg aus dieser Entwicklung?

Katja Riefler: „Soziale Netzwerke sind sicher sehr wichtig für die Verlage. Denn wenn man sich derzeit Facebook oder StudiVZ ansieht, kann man dort die nächste Generation von Kommunikation und Informationsverbreitung beobachten. Die Nutzer umgehen vermehrt andere, klassische Kommunikationswege und tauschen sich nur noch über ihre sozialen Netzwerke aus. Das bedeutet für die Zeitungen, dass sie in diesen Netzwerken auch aktiv mit ihren Inhalten vertreten sein müssen. Denn dort ist ihre Zielgruppe und um deren Ansprache geht es ja. Doch ich würde Verlagen davon abraten, jetzt zu versuchen, eigene große Social Networks zu gründen. Denn der Markt ist bereits stark segmentiert.“

 

BDZV-Mitglieder können im Internen Bereich das komplette Interview mit Katja Riefler nachlesen.

 

Katja Rieflers Studie: „Kooperation und Konfrontation - Wie müssen Verlage mit Google umgehen?“ ist am 24. November 2009 bei der ZV Zeitungs-Verlag Service GmbH erschienen und kann sowohl als Paperback als auch als PDF-Datei bestellt werden. Die gedruckte Fassung kostet pro Exemplar 38,00 Euro für Mitgliedsverlage/ 48,00 Euro für Nicht-Mitglieder (zuzüglich Versandkosten). Die PDF wird für 19,00 Euro an Mitgliedsverlage/ 29,00 Euro für Nicht-Mitglieder abgegeben. Informationen und Bestellung: ZV Zeitungs-Verlag Service, Britta Steffen, Telefon 030/726298-241, E-Mail: buch(at)bdzv.de

Logo: Google/ Foto: BDZV

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