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17. Juni 2014 | Allgemeines

„Golden Pen of Freedom“ für äthiopischen Journalisten

Ehrung beim Weltzeitungskongress in Turin

Themen: Preise, Ausland, Pressefreiheit

Die Auszeichnung „Golden Pen of Free¬dom“ (Goldener Füller der Freiheit) des Weltzeitungsverbands WAN-IFRA geht in diesem Jahr an den äthiopischen Journalisten Eskinder Nega. Den Preis konnte Nega während der Eröffnungszeremonie des Weltkongresses der Zeitungen, des World Editors Forums und des World Advertising Forums am 9. Juni in Turin nicht persönlich entgegennehmen – er sitzt derzeit in Äthiopien im Gefängnis.

Rund 1000 Verleger, Chefredakteure und an­dere leitende Führungskräfte der Zeitungsbran­che beschäftigen sich beim 66. Weltkongress mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche - und mit dem Thema Pressefreiheit. Wie Erik Bjerager, Präsident des World Editor Forums, beim Weltzeitungskongress in Turin erklärte, würden viele Staaten Antiterrorgesetze missbrau­chen, um gegen Journalisten, Blogger oder Mei­nungsfreiheitskämpfer vorzugehen. Mehr als 200 Journalisten saßen im vergangenen Jahr wegen solcher „anti-staatlicher“ Umtriebe im Gefängnis, so Bjerager, der daran scharfe Kritik übte: „Jour­nalismus hat nichts mit Terrorismus zu tun.“

Einer dieser Inhaftierten ist Eskinder Nega. Seit Jahren setzt er sich für das Recht auf freie Mei­nungsäußerung und Pressefreiheit in Äthiopien ein, schreibt die WAN-IFRA in einer Pressemit­teilung. 2005 wurden er und seine Frau Serkalem Fasil demnach des Hochverrats angeklagt. Das Paar verbrachte laut WAN-IFRA 17 Monate im Gefängnis. „Eskinder verlor seine Journalisten-Lizenz– trotzdem schrieb er nach seiner Freilas­sung weiter“, heißt es in der Mitteilung. Im Sep­tember 2011 habe Eskinder Nega öffentlich die Pressefreiheit in Äthiopien kritisiert und zur Dis­kussion gestellt, ob der Arabische Frühling auch auf Äthiopien übergreifen könnte. In einem Arti­kel habe er außerdem der Regierung vorgewor­fen, mit der Anti-Terror-Gesetzgebung Kritiker zum Schweigen zu bringen. Dem äthiopischen Journalisten wurden terroristische Aktivitäten vorgeworfen – er wurde zu 18 Jahren Haft verur­teilt.

Den Preis für Eskinder Nega nahm auf Wunsch seiner Familie der schwedische Journalist Martin Schibbye entgegen. Schibbye ist selbst ehemali­ger Häftling des äthiopischen Regimes und saß zwischen 2011 und 2012 für elf Monate gemein­sam mit Nega im Gefängnis. Schibbye: „Eskinder Nega ist intelligent und gut ausgebildet – er hätte sich für ein einfaches Leben entscheiden und sich einen anderen Beruf aussuchen können. Doch seine Liebe für die Wahrheit, für sein Land und für seine Mitmenschen machte ihn zu einem Journalisten.“ Seine Sturheit demonstriere eine Zivilcourage, die heute mehr denn je gebraucht werde.

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