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21. Februar 2002 | Digitales

Geschäftsmodelle für Mobilen Content

Sharing-Modelle in Japan erfolgreich – Potenzial für Inhalte per SMS und Voice-Message – mobile Werbung muss erwünscht sein

Womit wird im Bereich mobiler Anwendungen Geld verdient und wie sind die Aussichten für die nähere Zukunft? Über diese Fragen tauschten drei Experten aus drei Kontinenten Fakten und Meinungen aus. Dabei wurden große regionale Unterschiede deutlich: Während in Japan mit mobilen Anwendungen schon kräftig Geld verdient wird, steckt die Entwicklung in anderen Teilen der Welt noch in den Kinderschuhen. Welche Faktoren zum Erfolg in Japan beitragen und welche Schritte die Anbieter von Inhalten anderswo unternehmen könnten, war Gegenstand der Diskussion.

"In Japan greifen mehr Leute drahtlos auf das Internet zu als durch verkabelte Geräte", eröffnete Madanmohan Rao, Internet Consultant aus Indien. 30 Millionen japanische User nutzen ihre Mobiltelefone, um mit NTT DoCoMos i-mode Service auf Inhalte von über 40.000 Anbietern zuzugreifen - und zahlen für diese Inhalte mit ihrer Telefonrechnung. Für den Erfolg von i-mode machte Rao neben der Verfügbarkeit von guten Mobiltelefonen zu sehr günstigen Preisen vor allem das Geschäftsmodell verantwortlich, nach dem NTT DoCoMo 90 Prozent aller Einnahmen für die mobilen Inhalte an die jeweiligen Contentanbieter weitergibt.

Die klare, transparente Rechnung sowie das System der Einnahmenbeteiligung hält auch der Interactive Media Consultant Norbert Specker aus der Schweiz für entscheidend am Erfolg des japanischen Service. Er bewertete daher die gemeinsame Aushandlung von Tarifen der norwegischen Verleger mit Mobilfunkbetreibern als eines der bedeutendsten Ereignisse im Bereich mobilen Contents in Europa im letzten Jahr.

Sabina Shnapek, Consultant für Wireless Technologies, sieht für die Zukunft mehr Partnerschaften zwischen Mobilfunkbetreibern und Inhaltsanbietern voraus, die jeweils auf Einnahmenteilung basieren werden, ohne Vorabgebühren für die Anbieter von Content. Außerdem empfahl sie, dass sich Inhaltsanbieter mit Unternehmen zusammen tun sollten, um gemeinsame Anwendungen zu entwickeln. So könnte sie sich die Bildung eines "Sticky Portals" denken, das die Services einer Bank mit kompletten Finanzinformationen kombiniert. Weiterhin riet sie, aggressiver in den Bereich der Location Based Services (LBS-ortsbezogene Dienste) vorzudringen und mehr standortspezifische Informationen zu verbreiten.

Die Möglichkeiten bei Audiotexten seien noch lange nicht ausgeschöpft, meinte Norbert Specker. Auch die Beträge von wenigen Cent pro Voicemessage, zu bestimmten Themen regelmäßig ausgesendet, addierten sich, rechnete er vor. Rao glaubt eher an Nachrichtenschlagzeilen oder Sportergebnisse per SMS. Vor allem erinnerte er daran, über Text und Audio hinauszudenken und sich auf Multimediaangebote wie das drahtlose Versenden von Fotos vorzubereiten.

Wie sieht es aus mit Werbung per SMS? Auch wenn die Forschungsgesellschaft Forrester festgestellt hat, dass SMS-Werbung wesentlich effektiver als andere Werbeformen ist, hält Norbert Specker wenig von "SMS Spam". Viel zu aufdringlich, findet er. Das Handy sei physisch einfach zu nahe am eigenen Körper, die Werbung quasi zu hautnah. Ausnahme seien hier vielleicht standortgebundene Angebote. Oder solche, die von den Usern angefordert werden, meinte Rao und berichtete von den beliebten McDonalds-Coupons, die sich Konsumenten in Australien per SMS zusenden lassen.

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