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22. November 2002 | Allgemeines

Geplante Gesetze verhindern Wirtschaftswachstum

VDZ-Jahrestagung in Berlin / Publikumszeitschriften verlieren 7,4 Prozent bei den Werbeeinnahmen

Die deutschen Zeitschriftenverleger haben ihre Ablehnung der EU-Pläne für ein Verbot von Tabakwerbung bekräftigt. Legale Werbung für legal verkaufte Waren dürfe nicht verboten werden, sagte der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Hubert Burda, anlässlich der Generalversammlung am 14. November 2002 in Berlin.

In Ländern mit Werbeverbot für Zigaretten sei die Zahl der Raucher nicht zurückgegangen, in einigen Fällen sogar gestiegen, betonte der VDZ-Präsident. Er begrüßte, dass auch Bundeskanzler Gerhard Schröder Werbeverbote für Tabak ablehne. Gleichzeitig forderte Burda von der Bundesregierung, auf Erhöhungen der Sozialbeiträge zu verzichten. Die geplanten Gesetze böten keine Sicherheit und seien ein Hindernis für Wirtschaftswachstum. „Ein verunsicherter Verbraucher kauft nur das Notwendigste“, betonte Burda.

 

Dagegen erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement als Gastredner, die Bundesregierung werde die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen konsequent fortsetzen. Gleichzeitig schloss er ein Vorziehen der Steuerentlastungen aus. Dies würden Bund, Länder und Gemeinden zurzeit nicht verkraften. Zur Medienpolitik sagte Clement, dass die Bundesregierung mit einem „transparenten Regelwerk die Zuständigkeiten von Bund und Ländern für die Medien- und Informationswirtschaft klären“ wolle. Gleichzeitig solle die freiwillige Selbstkontrolle der Medien gestärkt werden.

 

Zur wirtschaftlichen Situation der Zeitschriftenbranche führte Karl-Dietrich Seikel, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags und Vorstandsvorsitzender des Fachverbands Publikumszeitschriften, aus, dass das Jahr 2002 „sich für die Medienbranche als außerordentlich schwierig“ erwiesen habe. In den ersten neun Monaten seien die Brutto-Werbeausgaben mit rund 11,6 Milliarden Euro um 5,6 Prozent oder 692 Millionen Euro gesunken. Bei den Publikumszeitschriften habe es sogar einen Einbruch von 7,4 Prozent gegeben. Vor allem die Wirtschaftsmagazine (-31,25 Prozent) und Computerzeitschriften (-17,52 Prozent) litten unter der anhaltenden Anzeigenflaute, die vor allem aus den drastisch reduzierten Werbeetats der Branchen Telekommunikation, Finanzen und Energieversorgung resultiert. Auf Dauer könnten die Verlage auf dieser Basis nicht arbeiten, sagte Seikel. Er prognostizierte aber auch, dass das Jahr 2003 zumindest nicht schlechter ausfallen werde. Erste positive Ansätze seien in den USA festzustellen. Dort verzeichne die Branche zwei-stellige Zuwachsraten. Mit einer gewissen Zeitverzögerung werde diese Trendumkehr auch nach Deutschland kommen. „Im Lauf des Jahres 2003 werden sich die Zahlen umkehren“, prophezeite Seikel.

 

Internet: www.vdz.de

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