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11. November 2003 | Namen und Nachrichten

Gegendarstellung gegen Fotomontage möglich

Auch gegen Fotomontagen sind nach einem Urteil des Landgerichts München Gegendarstellungen möglich. Zentrale Begründung des Gerichts: Ein in einer Zeitung oder Zeitschrift veröffentlichtes Foto muss „grundsätzlich so verstanden werden, dass es sich dabei um die Wiedergabe eines tatsächlichen Geschehens handelt“ (veröffentlicht in: „Archiv für Presserecht“ 2003, Seite 373ff). Auslöser war eine im März veröffentlichte Story über Fußball-Nationaltorwart Oliver Kahn und seine familiäre Situation. Dazu hatte die beklagte Zeitschrift auf dem größten Teil ihrer Titelseite eine Fotomontage veröffentlicht, die Kahn zwischen seiner Ehefrau und seiner Freundin zeigt. Die Freundin hatte daraufhin den Abdruck einer Gegendarstellung mit der Feststellung verlangt, dass das Foto auf der Titelseite eine „ohne mein Einverständnis hergestellte Fotomontage“ sei. Das Urteil bringt eine wichtige Klarstellung im Gegendarstellungsrecht. Das Gericht wies in diesem Zusammenhang auf das „überkommende Verständnis von der Bedeutung der Fotografie als allenfalls durch Auswahl des Motivs und der Aufnahmemodalitäten mit einem subjektiven Einschlag behafteter, ansonsten aber völlig realitätsgetreuer Abbildung der Wirklichkeit“ hin. Dass es durch die heutige Technik leichter geworden sei, Änderungen einer Fotografie vorzunehmen, ändere daran nichts. Vielmehr würde dies „unerträgliche Folgen für die Glaubwürdigkeit veröffentlichter Fotografien mit sich bringen“, da sich niemand mehr darauf verlassen könne, dass ein Foto – „oftmals als Beleg für eine Sachaussage dienend“ – die Wirklichkeit wiedergibt. Das Gericht stellte ferner fest, dass es der Presse ohne weiteres zumutbar sei, durch Kennzeichnung solcher Bilder, und sei es durch einen kleinen Schriftzug „Fotomontage“, zwischen wirklichen und künstlichen Bildern zu unterscheiden. Nur wenn es offenkundig sei, dass es sich um eine Fotomontage handele, könne darauf verzichtet werden.

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