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23. April 2012 | Allgemeines

„Gegen die Kultur des Kostenlosen“

Selbstbewusste Verleger bei VSZV-Jahrestagung

Als selbstbewusste und offensiv agierende Medienunternehmer präsentierten sich Baden-Württembergs Verleger bei ihrer Jahrestagung am 23. April 2012 in Neckarsulm. „Wir sind ein starkes Medium, das täglich 70 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland erreicht“, sagte der Vorsitzende des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV), Valdo Lehari jr. Die Zeitung sei das glaubwürdigste aller Medien, das auch im Netz für Qualität sorge.

Die große Bedeutung der Zeitungen als "ordnende Instanz im Überfluss der Informationen", unterstrich Baden-Württembergs Medienministerin Silke Krebs: "Die Zeitungen sind neben den öffentlich-rechtlichen Sendern der Garant für Qualitätsjournalismus. Das können Privatsender nicht leisten." Vor diesem Hintergrund sprach sich auch die Staatsministerin vehement gegen die Pläne der ProSiebenSat.1-Gruppe aus, regionalisierte Werbung im nationalen TV zu senden. Länderübergreifend herrsche Konsens, so Krebs, dass dies eine Gefahr für die Verlage darstelle. "Dem werden wir nicht tatenlos zusehen." Es liege im Interesse aller, die Zukunft der Zeitungen zu sichern. Beim Konflikt zwischen den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und Zeitungsverlegern plädierte die Ministerin für konsequente Kooperationen. Als Qualitätsmedien müssten sich die Verlage gemeinsam mit ARD und ZDF gegenüber Internetriesen wie Google und Facebook aufstellen.

Hinsichtlich des Innovationsgeistes der Zeitungsindustrie erklärte Lehari: „Wir sind volle Kanne in der digitalen Zukunft“. Deutschlandweit gebe es mittlerweile 660 Online-Angebote von Verlagen, die monatlich von 25 Millionen Usern genutzt würden. "Ohne unsere Inhalte gibt es nichts, was in der digitalen Welt läuft", so Lehari. Scharfe Kritik übte er deshalb auch an den Forderungen aus der sogenannten Netzgemeinde und den ihr nahe stehenden politischen Kreisen zur Atomisierung des Geistigen Eigentums. Die Gratismentalität dürfe nicht den Sieg über die "Wertschätzung des geistigen Eigentums" davontragen. In diesem Zusammenhang verurteilte Lehari auch das Geschäftsgebaren von Google. Der Mediengigant greife ungefragt die Inhalte der Zeitungen ab und mache damit Geschäfte. Er sprach von einer „Unkultur des Kostenlosen“. An die EU-Kommission appellierte der Verlegerpräsident, der auch Vizepräsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbandes ENPA ist, das Kartellverfahren gegen Google, das gegenüber den Verlagen seine marktbeherrschende Stellung missbrauche, zu eröffnen.

VSZV-Jahrestagung2012:Mit Blick auf die Leser von morgen und die "diskussionsfreudigen Demokraten von übermorgen", wie es Ministerin Krebs nannte, vereinbarten Landesregierung und VSZV eine noch engere Kooperation bei Schulprojekten. Im Rahmen der Initiative "Kindermedienland" sollen konkrete Qualitätsstandards für die schulische Zeitungsarbeit konzipiert werden.

Um Kooperationen ging es auch in der abschließenden Podiumsdiskussionsrunde unter Leitung von Uwe Ralf Heer (Chefredakteur "Heilbronner Stimme"). Vielerorts gebe es bereits erfolgreiche Zusammenarbeiten zwischen den Verlagen, speziell im Vertrieb, wusste Kurt Sabathil von der „Schwäbischen Zeitung“ in Leutkirch zu berichten. Gleichwohl seien die Potenziale längst noch nicht ausgeschöpft. Einig waren sich die Experten jedoch darin, dass strategische Allianzen nicht zu einer Verwässerung des jeweiligen journalistischen Profils und damit der Zeitungsmarke führen dürften.

Foto: "Heilbronner Stimme" / Andreas Veigel

Ort: Neckarsulm

VSZV-Jahrestagung 2012:
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