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08. Mai 1998 | Allgemeines

Gefahr des Profitstrebens

Bundestagspräsidentin mahnt Verantwortung der Medien an

Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth hat Journalisten zu Wachsamkeit und zum Aufdecken von Mißständen aufgerufen. Anläßlich der Verleihung des "Wächterpreises der Tagespresse" am 4. Mai 1998, der in diesem Jahr zum 30. Mal vergeben wurde, forderte die Bundestagspräsidentin jedoch zugleich auch mehr Selbstkontrolle der Medien.

Die Macht der Presse berge auch die Gefahr des Machtmißbrauchs und der Manipulation. Die Konkurrenz um Marktanteile und Werbeeinnahmen dürfe nicht zu Lasten der Qualität und Seriosität des journalistischen Angebotes gehen. "Wenn guter Journalismus sich nur der Gewinnmaximierung unterzuordnen hat, ist unser Gemeinwesen in Gefahr", mahnte Süssmuth.

Dabei seien die Medien in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt eine Richtlinie, an der sich viele Menschen orientierten. Vor diesem Hintergrund komme der journalistisch verantwortungsbewußten Ordnung der Information eine bedeutende Rolle zu. Eine freie Gesellschaft sei ohne eine freie Presse ebensowenig denkbar wie ohne frei gewählte Volksvertreter. Presse wie Politiker trügen die Verantwortung zum Erhalt der demokratisch pluralistischen Gesellschaft. "Wir brauchen eine seriöse, sauber recherchierte journalistische Kritik; wir brauchen die Wachsamkeit als demokratische Tugend", forderte Rita Süssmuth.

Die Bundestagspräsidentin äußerte sich darüber hinaus auch zu den Sorgen der gedruckten Presse: Die geplante Aufhebung der Sozialfreiheit bei den sogenannten 620 Mark-Jobs habe sozial- und gesellschaftspolitische Motive zum Hintergrund. Eine Beeinträchtigung des freien Zeitungsvertriebes oder der Presse sei damit nicht angestrebt. Dieses Thema sei bereits in ihrer Partei diskutiert worden, dabei seien Vorschläge entwickelt worden, die die Belastung der 620 Mark-Jobs durch die Einführung steuerlicher oder anderer Erleichterungen ausgleichen sollten.

Die sogenannten 620 Mark-Jobs waren auch ein Schwerpunkt im Vortrag von Stiftungsgeschäftsführer Gebhard Ohnesorge, der noch einmal deutlich machte, welch schwere Beeinträchtigung eine Abschaffung der sozialversicherungsfreien Tätigkeiten für den Zeitungsvertrieb bedeuten würden. Die Eröffnung des Abends hatte der Frankfurter Bürgermeister Joachim Vandreike übernommen, der sich besorgt über die "Wucherung des Medienmarktes" auf der einen und die "Publicitysucht" auf der anderen Seite aussprach. Sie brächten die Gefahr einer oberflächlichen, die Tatsachen vereinfachenden Berichterstattung mit sich. Dieser Tendenz hätten die Preisträger durch ihre gründliche Berichterstattung entgegengewirkt. Mit dem "Wächterpreis der Tagespresse 1998" ausgezeichnet wurden: Klaus Ott, Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" sowie Andreas Müller, Redakteur der "Stuttgarter Zeitung" und Michael Erbach, Chefredakteur der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (siehe "BDZV Intern, Nr.10/98 vom 30. April 1998).

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