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22. Juli 2010 | Allgemeines

„Gedruckte Zeitung darf nie Gegenprodukt zum Internet werden“

Internationaler Printgipfel: Digitale Zukunft im Zentrum

Wenn es Zeitungen gelingt, sich mehr denn je zu differenzieren und sich von der nahezu unendlichen Anzahl an (kostenlosen) Informa-tionsangeboten im Netz zu unterscheiden, werden sie auch in zehn Jahren noch das informative Grundrauschen der Gesellschaft bilden. So lautete die einhellige Meinung der Teilnehmer des internationalen Printgipfels. „Wie können sich Verlage inhaltlich, ökono-misch und strategisch erfolgreich positionie-ren?“ war das Thema dieses von BDZV und ZVNRW (Verband der Zeitungsverlage in Nordrhein-Westfalen) veranstalteten Kon-gresses beim medienforum.nrw.

So vielschichtig das Thema, so vielfältig fielen auch die Zukunftsstrategien der Experten aus Deutschland, Österreich und Großbritannien aus. Doch in einem Punkt waren sich die Diskutanten wie knapp 300 Zuhörer einig, ohne gute Online­ausgaben und Angebote für mobile Endgeräte wird der Zeitungsjournalismus nicht überleben können. Für Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit Online, bedeutet dies: „Printprodukte dürfen nie ein Gegenprodukt zum Internet sein oder werden.“ Eine Einstellung, die auch sein Kollege von der „Rhein-Zeitung“, Chefredakteur Christian Lindner, teilt: „Das Internet eröffnet uns Optionen, mit dem Leser/dem User in Kontakt zu treten. Es ist das Dialogmedium Nummer eins und wir müs­sen es uns zu Nutze machen“, so wie man es bereits seit mehr als einem Jahr bei der Koblen­zer „Rhein-Zeitung“ erfolgreich praktiziere: 40 Twitter-Accounts mit annähernd 18.000 Followern unterhält die Redaktion und in sozialen Netzwerken wie Facebook oder „Wer-Kennt-Wen“ haben sich Tausende als Fans der Zeitung bekannt.

Doch heißt die Herausforderung der kommen­den Jahre nicht nur guten Online-Journalismus zu produzieren, sondern diesem auch ein funkti­onierendes Geschäftsmodell zur Seite zu stellen, fasste Christian Nienhaus, Vorsitzender des ZVNRW und Geschäftsführer der WAZ-Medien­gruppe (Essen), zusammen. Es müsse Schluss mit der Kostenlosmentalität im Netz sein. Das iPhone oder auch das iPad würden die Tür für eine neue „Paid-Content-Welt“ weit aufstoßen. „Denn im Mobilen sind wir es seit Jahren ge­wohnt, Geld für SMS-Dienste oder Klingeltöne zu zahlen. Warum soll das nicht auch mit journalisti­schem Content funktionieren“, fragte Nienhaus. Doch müsse der dann kostenpflichtige Content auch eine besonders hohe Qualität haben, unter­strichen die Chefredakteure und Verlagsmana­ger. Denn nur wenige Klicks entfernt warte schon die nächste kostenfrei Geschichte. „Aber es ist doch auch unser Anspruch, dass wir Qualitäts­journalismus liefern“, betonte Konstantin Neven DuMont (Strategievorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg, Köln), um zu ergänzen: „Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir endlich wieder mehr zum Anwalt der kleinen Leute werden und ihre Sorgen und Nöte ernstnehmen.“ Dazu gehöre es, dass regionale Themen im Mittelpunkt der Zei­tung stünden, gedruckt oder elektronisch, er­gänzte Eugen A. Russ (Geschäftsführer des Vo­rarlberger Medienhauses, Schwarzach). „Nur darf sich dafür eine Redaktion nicht als Druckvorstufenmitarbei­ter verstehen, sondern muss raus auf die Straße und dort ihre Geschichten recherchieren und hochwertigen Content produzieren. Denn die Leser zahlen ihre Abogebühren für einzigartige Geschichten“, analysierte Lindner.

Für kostenpflichtige Internetinhalte hatte sich bereits am Vortag BDZV-Präsident Helmut Hei­nen ausgesprochen. Während der Eröffnungs­runde betonte er: „Aufgabe der Zeitungsmacher ist es, die Idee der gedruckten Zeitung als ‚Wun­dertüte‘ auch online und mobil in ein ‚intelligentes Bukett‘ für die Nutzer zu übersetzen, das diesen ein ‚Mehr‘ an nützlichen Inhalten bietet.“

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