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04. Juni 1999 | Allgemeines

Für den weltweiten Schutz von Pressefreiheit und Werbefreiheit

Weltkongreß der Zeitschriftenverleger: "readers are leaders"

Der internationale Verband der Zeitschriftenverleger (FIPP) hat den weltweiten Schutz der Pressefreiheit gefordert und sich gegen Werbeverbote in Medien ausgesprochen. "Die Pressefreiheit muß als unantastbares Recht gelten. "Ohne Pressefreiheit gibt es weder Demokratie noch ein Leben in Würde und Freiheit", heißt es in der gemeinsamen "Hamburger Erklärung", die der Verleger und Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, Hubert Burda, am 26. Mai auf dem 32. FIPP-Weltkongreß vor rund 600 Teilnehmern in Hamburg vorlegte.

Zugleich müsse die Werbefreiheit als besonderer Ausdruck der Pressefreiheit bestehen bleiben, appellierten die Verleger. "Werbeverbote gefährden die wirtschaftliche und somit auch die publizistische Unabhängigkeit der Medien". Allein das geplante Werbeverbot der EU für Tabak, Autos und Medikamente bringe "25 Prozent der Werbeeinnahmen und damit etwa 100.000 Arbeitsplätze in Gefahr", so Burda weiter. Die Verleger zeigten sich besorgt, daß das Grundrecht der Pressefreiheit in vielen Ländern immer wieder schwer verletzt werde.

Die Zukunft der Zeitschriften bewerteten die Verleger durchweg optimistisch. Die Printmedien werden nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden des Verlags Gruner + Jahr, Gert Schulte-Hillen, auch in Zukunft einen wesentlichen Platz in der Medienlandschaft einnehmen. "Zeitungen und Zeitschriften sind kontemplative Medien, die auch die Phantasie der Leser miteinbeziehen", so der Verlagschef. Das Internet biete die schnelle Antwort, die Zeitschriften wiederum tiefgründige Überlegungen, Meinungen und Hintergründe. Die beiden Medien verhielten sich wie "Fastfood" und "gute Küche". Der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Verlags, August A. Fischer, warnte im Zusammenhang mit den neuen Medien-Technologien vor einer bürokratischen Überregulierung durch staatliche Institutionen. Auch er sprach sich nachhaltig gegen Werbeverbote aus und betonte, daß die neuen Medien vor allem als Chance verstanden werden müßten.

Großes Interesse fanden die visionären Äußerungen von Kevin Roberts, Vorsitzender der weltweiten Werbeagentur Saatchi & Saatchi. Das nächste Jahrhundert werde das Zeitalter der Ideen und Gedanken, so Roberts. Der Agentur-Chef wörtlich: "Vergessen Sie das Informationszeitalter. Wir brauchen nicht mehr Inhalte, sondern Zusammenhänge, Ideen und Gedanken". Dabei könnten Zeitschriften eine große Rolle spielen. Besonders gefragt seien einfallsreiche und phantasievolle Journalisten. Roberts sprach vom neuen "goldenen Zeitalter des Redakteurs".

Die "Hamburger Erklärung"

Nachfolgend die "Hamburger Erklärung" in Auszügen im Wortlaut:

"1. Die Pressefreiheit muß als unantastbares Recht gelten. Ohne die Pressefreiheit gibt es weder Demokratie noch ein Leben in Würde und Freiheit. Die Zeitschriftenverleger fordern alle Regierungen der Welt dazu auf, die Presse bei der Wahrnehmung ihrer Pflichten besser zu schützen. Länder, die Journalisten an ihrer Arbeit hindern oder sie aufgrund ihrer Arbeit verfolgen, müssen von der Internationalen Völkergemeinschaft herausgefordert werden.

2. Die Werbefreiheit muß als unantastbares Recht gelten. Ohne die Freiheit, für rechtmäßig gehandelte Waren zu werben, kann es keine freien Märkte geben. Werbeverbote sind gefährliche Regulierungsmechanismen, die zu staatlichem Dirigismus führen. Werbeverbote gefährden die wirtschaftliche und somit auch die publizistische Unabhängigkeit der Medien.

3. Die Fertigkeit zu Lesen und zu Schreiben ist eine wesentliche Vorbedingungen für eine freie, gerechte Gesellschaft in der modernen Welt. Regierungen müs-sen den unentbehrlichen Charakter des gedruckten Wortes anerkennen und sollen keine Steuern auf Printmedien erheben, wenn sie die Menschen zum Lesen anregen wollen.

4. Das Prinzip der Gleichbehandlung aller Medienformen ist unantastbar. Die Gleichbehandlung der Printmedien und anderer Medienarten ist eine Grundvoraussetzung für einen fairen Wettbewerb und eine ausgewogene Medienlandschaft. Wenn dieser Wettbewerb verzerrt wird und Printmedien diskriminiert werden, wird die Pressefreiheit verletzt."

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