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27. März 2008 | Allgemeines

Frauendiskriminierung führt die Negativliste an

Werberat zieht Jahresbilanz / 18 Prozent mehr Beschwerden

Der Deutsche Werberat hatte im Jahr 2007 über 269 Werbeaktivitäten zu entscheiden, zu denen aus der Bevölkerung Beschwerden aus unterschiedlichen Motiven eingegangen waren. Davon beanstandete das Gremium 82 Kampagnen, 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor (63 Werbeaktivitäten), erläuterte der Vorsitzende des Deutschen Werberats, Hans-Henning Wiegmann, bei der Präsentation der Jahresbilanz des Gremiums über Verbraucherbeschwerden 2007 am 25. März in Berlin. Als unbegründet bewertete der Rat die Kundenkritik an 187 Werbemaßnahmen, weil sich die Proteste überwiegend aus extremen Ansichten der Beschwerdeführer ableiteten.

So erregte sich ein Zeitungsleser über die Werbebeilage einer Discounterkette. Die hatte Wurstwaren mit dem Slogan präsentiert: "Ex-Vegetarier gesteht: Jetzt esse ich wieder Wurst". Das Bild zeigte einen Mann mit Schwarzbalken über der Augenpartie. Dem Vorwurf, da würden Vegetarier als Verbrecher vorgeführt, konnte der Werberat nicht folgen.

Erneut konnte das Gremium den Rückzug oder die Abänderung einzelner Werbesujets bei den betroffenen Unternehmen erreichen. Bei 79 der 82 vom Rat kritisierten Werbesujets folgten die Firmen dem Werberatsurteil unmittelbar. Das entspricht einer Durchsetzungsquote von 96 Prozent.

Nur in drei Fällen kam es zur Öffentlichen Rüge, weil die Unternehmen zunächst der Aufforderung des Werberats zur Korrektur der Werbung nicht folgten. "Die Öffentliche Rüge geht als Mitteilung an die Redaktionen der Massenmedien. Diese Disziplinarmaßnahme kann das Image eines Firma erheblich negativ treffen", so Wiegmann.

Protestschwerpunkt war wie in den Jahren zuvor der Vorwurf von Frauendiskriminierung. Er betraf 38 Prozent der vom Werberat beanstanden Werbesujets (Vorjahr 38 Prozent). Die weiteren Motive von Beschwerden waren unter anderem der Vorwurf der Verharmlosung von Gewalt (12 Prozent), die Verletzung religiöser Gefühle (6 Prozent) und Gefährdung von Kindern und Jugendlichen (8 Prozent).

Kritik an der Drogenbeauftragten

Kritik äußerte der Werberatsvorsitzende an der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD). Sie habe wiederholt die Behauptung aufgestellt, die geringe Anzahl von Beschwerden aus der Bevölkerung über Alkoholwerbung sei Beweis dafür, dass die die Selbstverpflichtung der Produzenten, des Handels, der Medien und Agenturen durch freiwillige Werbebeschränkungen in diesem Bereich nicht funktioniere.

Damit werde die Realität auf den Kopf gestellt und somit die deutsche Öffentlichkeit irregeführt, beanstandete Wiegmann. Die geringe Anzahl von Beschwerden über Alkoholwerbung beweise nachdrücklich, dass sich die betroffenen Branchen an das Regelwerk mit seinen insbesondere Jugend schützenden Vorschriften sehr genau halten. Dies sei auch das Ergebnis intensiver Informationsarbeit des Werberats mit ständigen Seminaren für alle Stufen dieses Wirtschaftszweigs.

Wiegmann wies darauf hin, dass sich die Bundes-Drogenbeauftragte in Gegensatz zu Erkenntnissen der Bundesregierung gestellt habe. Die Koalition hatte auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag die Arbeit des Werberats positiv gewürdigt und den "Policy-Mix aus rechtlichen Vorschriften und freiwilligen Regeln des Werberats" als ausreichend für Deutschland bezeichnet.

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