Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

14. März 2013 | Kinder-Jugend-Zeitung

Experten: Zeitungen müssen so früh wie möglich Spuren im Kopf hinterlassen

Kindergarten- und Grundschulprojekte als Schlüssel zu neuen Lesern

Die deutschen Zeitungen sind auf einem guten Weg, wieder mehr junge Leser für sich zu gewinnen, und noch sind längst nicht alle Potenziale ausgeschöpft. So die ermutigende wie zugleich selbstkritische Analyse aller Referenten der 8. BDZV/ZV-Konferenz „Kinder-Jugend-Zeitung“ am 26./27. Februar 2013 in Berlin. Die größten, bisher ungehobenen Schätze lägen in frühkindlichen und vorschulischen Medienpädagogikprojekten, zeigte sich der renommierte Neurowissenschaftler Professor Dieter Braus (Mainz) überzeugt.

„Sie können nicht früh genug damit anfangen, Spuren zur Zeitung im Kopf der Kinder zu hinterlassen“, unterstrich der Direktor der Horst Schmidt Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie. Vor diesem Hintergrund motivierte er die Anwesenden, noch intensiver in Programme wie Zeitung im Kindergarten und in der Grundschule zu investieren, denn in diesem Alter seien die Kinder besonders aufgeschlossen für neue, herausfordernde Aufgaben, und „die Zeitung ist eine spannende Herausforderung“, so Braus weiter.


Jedoch reiche es nicht aus, nur die Kinder so früh wie möglich an Zeitungen und das Lesen an sich heranzuführen, betonten unisono Jugendforscher Axel Dammler und Fifi Schwarz, die beim niederländischen Zeitungsverlegerverband Schulprojekte betreut: „Der Schlüssel zum Kopf der Kinder sind in erster Linie die Eltern und zum anderen die Lehrer und Erzieher.“ Deshalb sollten Schulprogramme stets zusammen mit Pädagogen aufgesetzt, weiterentwickelt und evaluiert werden, und „Verlage müssen bereit sein, auch Geld in die Lehreraus- und -weiterbildung zu investieren“, so Schwarz.


Dass sich dies lohne, wusste neben Georg Konstantinow vom sh:z-Verlag (Flensburg) auch Ulrich Schönborn von der „Nordwest-Zeitung“ (NWZ, Oldenburg) zu berichten. Als „Vorzeigeprojekt“ von den Konferenzteilnehmern gelobt, organisierte die „NWZ“ zu den diesjährigen Landtagswahlen in Niedersachsen erstmals eine U18-Wahl, mit „überwältigendem Erfolg“, wie Projektleiter Schönborn berichtete.

Mehr als 6.000 Schüler an 50 teilnehmenden Schulen im ganzen Land seien nicht nur dem Aufruf zur Stimmabgabe eine Woche vor der „großen Wahl“ gefolgt, sondern hätten sich auch mit Hilfe der Zeitung und zusammen mit den Lehrkräften intensiv mit Fragen der Landespolitik beschäftigt. So habe es an den Schulen Diskussionsrunden mit „echten Landtagabgeordneten“ gegeben und „vor allem eine intensive Auseinandersetzung mit den Parteiprogrammen“, erläuterte Schönborn den gut 70 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich, Polen und den Niederlanden. Redaktionell begleitet wurde das Projekt über die gesamte Laufzeit von der „NWZ“ sowohl in den Printausgaben als auch online, zudem seien entsprechende Wahlmaterialien zur Verfügung gestellt worden. Aufgrund des Erfolgs wird sich die Oldenburger Zeitung auch an der bundesweiten U18-Wahl im Vorfeld der Bundestagswahl beteiligen.


Und Konstantinow bewies anhand des Projekts „Zeitung in der Kindertagesstätte“ (ZiKita), dass Kinder noch nicht einmal lesen können müssen, um mit der Zeitung zu arbeiten. Vielmehr suchten die „Kleinen“ in der Druckausgabe Buchstaben, verarbeiteten Fotos zu Collagen oder besuchten die Redaktion im Verlagshaus. Zudem habe der sh:z-Verlag eine eigene Kinderseite, auf der das verlagseigene Maskottchen komplizierte Zusam-menhänge kindgerecht erkläre. Und das Ganze auch noch wirtschaftlich gewinnbringend. „Denn hierfür lassen sich wunderbar Kooperationspart-ner und Sponsoren finden, die die Kinderseiten finanzieren“, so Konstantinow.

Ort: Berlin

zurück