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13. April 2012 | Allgemeines

Eugen Russ: Smartphones und Tablets sind Verbündete der Zeitungen

Experten plädieren bei VÖZ-Gipfel in Wien für Allianzen gegen die „Big4“

Wie lässt sich mit mobilen Nachrichten-Anwendungen Geld verdienen? Diese Schlüssel-frage diskutierten internationale Referenten mit mehr als 130 Medienmanagern, Chefredakteuren, Journalisten und Verlagsmitarbeitern der heimischen Printbranche bei der Konferenz „Publishing for the 2020's“ des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) am 26. März 2012 in Wien.

Tablets und Smartphones seien die Verbün­deten der Zeitungen und Magazine, um Produkte am digitalen Markt als Paid Content zur Verfü­gung zu stellen, betonte Eugen Russ, Ge­schäftsführer des „Vorarlberger Medienhauses“. Darüber hinaus kritisierte Russ die „Schieflage“ am Online-Werbemarkt: In Österreich würden die US-Internet-Riesen Google und Facebook circa die Hälfte des Online-Umsatzes abziehen. „Doch der Content, den die User auf Facebook teilen sowie auf Google suchen, stammt zu einem ge­wichtigen Teil von unseren Medienhäusern.“ Der Gesetzgeber sei gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Wertschöpfung am Online-Markt vermehrt im Land bleibe.

Zeitungsdesigner Mario Garcia war ebenfalls überzeugt, dass Zeitungen mit Apps Geld verdie­nen könnten. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass es gedruckte Zeitungen auch noch in den kommenden zehn Jahren geben werde. Ge­nauso, wie Smartphones, Websites und Tablets weiterhin genutzt würden, um Nachrichten zu konsumieren. Jedes dieser Medien habe eine genaue Nutzungsfunktion, so würden über Smartphones kurze Nachrichten eher tagsüber konsumiert, am iPad ausführlichere am Abend gelesen. Garcia prognostizierte Print vor allem am Wochenende eine starke Position am Leser­markt.

„Online und Print werden derzeit parallel ge­nutzt“, analysierte Markus Englert, Partner bei Solon Management Consulting. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es zwischen den beiden Me­dien auch in Zukunft zu keiner Substitution komme. Bezüglich des Mobilmarktes prognosti­ziert er: „Zeitungs-Apps sind die meistgesuchten Applikationen. Dieser Markt wird weiter stark wachsen.“ Diese Einschätzung gelte auch für die Umsätze. Tablets hätten es geschafft, dass das Bezahlen für Inhalte wieder zu einer Selbstver­ständlichkeit geworden sei.

Erfolg mit Hochpreisstrategie

Christian Röpke, Geschäftsführer von Zeit Online (Hamburg), erweiterte die Diskussion um einen Einblick „in den Maschinenraum“: iPads erhöhten nach seiner Erfahrung die Verweildauer auf den Websites. Wenn sich Leser länger mit den Seiten beschäftigten, sei dies auch für die Werbewirtschaft relevant. Zudem böten Apps auch im Hochpreissegment gute Umsatzsatz­chancen. So sei die knapp drei Euro teure An­wendung von „Die Zeit“ von Anfang an von den Nutzern angenommen worden. Als große finanzi­elle und technische Herausforderung für Medien­häuser bezeichnete Röpke die unterschiedlichen Formate und Größen der Tablets. Daher müssten Zeitungen die Voraussetzungen für skalierbare Tablet-Applikationen schaffen.

Peter Wälty, Chefredakteur des Schweizer Newsnet, erklärte: „Der App-Markt existiert in der Schweiz noch nicht. Mit mobilen Anwendungen erwirtschaftet Newsnet gerade einmal drei Pro­zent seines Umsatzes. Das ist ein vollkommen unterkommerzialisierter Bereich." Trotzdem habe das Unternehmen noch immer zwei Tablet-Appli­kationen im Markt – eine Morgen- und eine Abendausgabe. Denn Apps würden laut Wälty hauptsächlich auf dem Weg zur Arbeit und zu­rück nach Hause gelesen.

Gegen die „Big 4“

„Mit Google, Apple, Amazon und Facebook dominieren vier Unternehmen 80 Prozent des Internets – mit steigender Tendenz", betonte Veit Siegenheim, Partner des Beratungsunterneh­mens Siegenheim & Cie. Die Übermacht der „Big 4“ zeige sich auch am Werbemarkt, der weltweit zu mehr als der Hälfte von ihnen bestimmt werde. Eine wirksame Gegenstrategie seien laut Sie­genheim Allianzen unter den Verlagshäusern sowie eine effektive Markenbildung: „Starke Mar­ken bieten den Lesern Orientierung.“

Auch Georg Konjovic, Director Premium Content der Axel Springer AG (Berlin), brach eine Lanze für Kooperationen über die Verlagsgren­zen hinweg: „International haben wir keine Chan­cen, aber am nationalen Markt kommen die deut­schen Verlage gemeinsam an das Niveau einzel­ner Player der Big 4 heran.“ Die Axel Springer AG habe circa 190.000 digitale Kunden pro Tag, deren Zahlungsbereitschaft weiter wachse. Wei­tere Informationen und Fotos von der Veranstal­tung finden sich unter www.voez.at.

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