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03. April 2009 | Allgemeines

EU-Kommissarin Reding: "Die Zukunft der Medien ist bereits Gegenwart"

Präsidientreffen der deutschsprachigen Verlegerverbände in Linz

Die Zukunft der Medien ist bereits Gegenwart, das erklärte die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding in einer Videobotschaft an die Teilnehmer des Präsidientreffens der deutschsprachigen Verlegerverbände aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Österreich am 2. April in Linz.. Die Medienlandschaft wandele sich und eine schnelle und effiziente Anpassung sei nötig, wobei gleichzeitig wichtige Grundwerte bewahrt werden müssten.

Menschen, Voez , 02.04.2009, Im Bild: Hans Peter Lebrument  Foto: Foto LuiMenschen, Voez , 02.04.2009, Im Bild: Hans Peter Lebrument Foto: Foto LuiMedienvielfalt bilde den "Grundstein der Informationsfreiheit", die Medien müssten sich aber auch den technischen Neuerungen stellen, forderte Reding weiter. Der Anpassungsbedarf an die Formatvielfalt und an die technischen Möglichkeiten werde immer größer. "Wir brauchen ständig neue Ideen und Geschäftsmodelle, um die Presse im Wettbewerb zu stärken." Zugleich kündigte die EU-Kommissarin eine große Studie über die Medienvielfalt und ihre Indikatoren an, die in wenigen Monaten präsentiert werden soll.

Darüber hinaus sprach sich Reding erneut eindeutig gegen Werbeverbote aus. Zum Thema öffentlich-rechtlicher Rundfunk stellte sie fest, dass die Aktivitäten im Internet potenziell zu einem direkten Wettbewerb nicht nur mit den privaten Sendern, sondern auch mit der Presse und neuen Akteuren am Markt führe. "Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, ein Bewertungsverfahren einzuführen, um den öffentlich-rechtlichen Mehrwert der neuen Medienaktivitäten der Rundfunkanstalten festzustellen. Darin muss die Auswirkung auf den Markt ex ante untersucht werden", erläuterte die EU-Kommissarin, "noch bevor ein neues öffentlich-rechtliches Angebot geschaffen wird."

Menschen, Voez , 02.04.2009, Im Bild: V.l.Mag.Gerald Gruenberger und DDr.Horst Pirker  Foto: Foto LuiMenschen, Voez , 02.04.2009, Im Bild: V.l.Mag.Gerald Gruenberger und DDr.Horst Pirker Foto: Foto LuiIm Mittelpunkt des Präsidientreffens, bei dem die Verbandspräsidenten Helmut Heinen (BDZV), Hanspeter Lebrument (Verband Schweizer Presse) und Horst Pirker (VÖZ) abwechselnd den Vorsitz führten, stand neben dem Informations- und Erfahrungsaustausch zu Kernfragen der Branche ein Round Table zur wirtschaftlichen Situation auf den nationalen Zeitungsmärkten. Im Vier-Länder Vergleich sind danach Österreichs verkaufte Tageszeitungen 2008 mit 72,9 Prozent bei den Reichweiten leicht führend, gefolgt von Deutschland (72,4), der Schweiz (68,9, unter Einbeziehung der Gratiszeitungen 83) und Luxemburg (63,2). Die Vertreter der Schweiz berichteten, dass die Einführung der Gratiszeitung in ihrem Land zu einem eklatanten Rückgang bei den bezahlten Tageszeitungen geführt habe.

Einig waren sich die Verleger, dass die Zeitungen weiterhin massiv in den Ausbau ihrer Online-Aktivitäten investieren müssten – und dass das Niveau der von den Verlagshäusern online und mobil angebotenen Dienste bereits sehr hoch sei. Übereinstimmung gab es ferner für die Wertschätzung der Printreichweiten im Vergleich mit den Onlinereichweiten: Bei den Angaben zur Zeitungsreichweite handele es sich um tägliche, intensive und häufig langdauernde Kontakte mit der gedruckten Zeitung, während Online die monatliche Reichweite ausgewiesen werde und die Art der Kontakte im Allgemeinen flüchtig sei.

Menschen, Voez , 02.04.2009, Im Bild: Helmut Heinen (li) Foto: Foto LuiMenschen, Voez , 02.04.2009, Im Bild: Helmut Heinen (li) Foto: Foto LuiAuf großes Interesse stieß die virale Kampagne der deutschen Zeitungen für junge Leute: „TOMs Book“, die Hans Georg Schnücker vorstellte. Der BDZV-Vizepräsident und Vorsitzende des ZMG-Aufsichtsrats hob hervor, dass die crossmediale Tagebuchaktion ein großer Erfolg geworden sei, doch hätten die Zeitungen das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. In nächster Zeit solle das Projekt daher stärker regionalisiert werden, um noch mehr Verlage mit individuellen Aktivitäten einzubinden. Schnücker würdigte den Wert von „TOMs Book“ auch für die redaktionelle Berichterstattung. Von den ausgewählten Artikeln und persönlichen Anmerkungen der Jugendlichen in den Zeitungstagebüchern lasse sich wunderbar auf die aktuellen Meinungen und Interessen junger Menschen rückschließen.

Ausführlich wurde auch über die Entwicklung des Werbemarktes vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rezession, die Entwicklung der Personalkosten, die Internet-Aktivitäten der Medienhäuser und die Erschließung neuer Geschäftsfelder sowie über gezielte Maßnahmen zur Bindung junger Leser diskutiert. Der luxemburger Delegation unter Präsident Alvin Sold (ALEJ) gehörte als Gast auch Alfred Küchenberg, Herausgeber und Verleger der deutschsprachigen Tageszeitung "Grenz-Echo" in Belgien, an.

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