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14. Oktober 2003 | Allgemeines

Ernst Elitz: Medienpolitik muss Farbe bekennen

Initiative Qualität tagte in Berlin

Gerade vor dem Hintergrund der Medienkrise, die Qualitätskriterien in den Hintergrund zu rücken scheint und vornehmlich den Blick auf Wirtschaftsdaten, Kosten und Abbau lenkt, plädierten die Teilnehmer des Forums Qualität am 29. September 2003 in Berlin für „eine differenzierte Debatte journalistischer Perspektiven“.

Zur Diskussion eingeladen hatte die Initiative Qualität im Journalismus (IQ), eine Arbeitsgemeinschaft aus Berufsverbänden, Bildungsinstitutionen, Kontrollgremien und Vereinigungen der Medienbranche, zu denen auch der BDZV zählt. Rund 100 Fachleute aus Medien, Wissenschaft, Bildungsarbeit und Medienselbstkontrolle waren gekommen, um im Haus des DeutschlandRadios Berlin über Chancen und Probleme der Qualitätskontrolle und Qualitätsbewertung im Journalismus zu diskutieren.

 

DeutschlandRadio Intendant Ernst Elitz forderte dabei die Medienpolitik auf, Farbe zu bekennen: „Kultur und ausführliche Information sind keine billig zu erstellenden Wegwerfprodukte“, erklärte er in Anspielung auf die Gebührendebatte, die aus seiner Sicht von „populistischen Argumenten“ geprägt ist. Der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Norbert Schneider, plädierte für ein Ende der alten Systemdiskussion zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk und sah vier Problembereiche als medienübergreifende Qualitätshürden: Verkürzung, Beschleunigung, Ökonomisierung und Personalisierung prägten den Journalismus. Die pure Quantität habe sich als Qualität der Bewertung eingenistet.

 

Für den Bereich der Presse wollte Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Gruppe in Essen, von „anachronistischen Annahmen“ Abschied nehmen – von jener beispielsweise, dass den redaktionellen Kommentar bestimme, wer die Druckmaschinen besitze. Hombach sah die „Stunde der Arbeitsteilung“ gekommen: „Als Verlagsmanager sehe ich nicht die Aufgabe zu definieren, was Qualitätsjournalismus ist. Es ist meine Aufgabe, diesen möglich zu machen.“

Dass Qualitätsjournalismus nach wie vor gute Chancen hat, konstatierten in einem eigenen Arbeitskreis Juroren namhafter Journalistenpreise; diese hätten allenfalls, wie die IQ berichtete, „neue Querdenker im Journalismus und Impulse für die analysierende parlamentarische Berichterstattung“ vermisst. Das Einführungsreferat hielt das langjährige Mitglied der Jury des Journalistenpreises der deutschen Zeitungen - Theodor-Wolff-Preis, Klaus Rost, Chefredakteur der „Märkischen Allgemeinen“ in Potsdam.

 

Kontakt:

IQ,

Ulrike Kaiser,

Fax 0228/2017233,

E-Mail kai@djv.de.

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