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07. März 2005 | Allgemeines

Erneut schwere Kritik am „Virtuellen Arbeitsmarkt“

Bundesagentur für Arbeit mit Jobportal erneut unter Beschuss geraten / Rechnungshof bezweifelt Nutzen

Die Bundesagentur für Arbeit ist mit ihrem Jobportal erneut unter Beschuss geraten. Der Bundesrechnungshof hat die als „Virtueller Arbeitsmarkt“ (VAM) bekannt gewordene, computergestützte Jobvermittlung der BA scharf kritisiert.

Es gebe „weiterhin erhebliche Zweifel, dass die auf 98 Millionen Euro aufgestockte Vertragssumme ausreichen wird“, heißt es in einem Ende Februar 2005 bekannt gewordenen Bericht. Ein Drittel der Suchabfragen nach Jobangeboten habe fehlerhafte Ergebnisse gebracht. „Im Vergleich zu dem bisherigen Selbstinformationssystem hat sich die Vermittlung damit nicht verbessert und zum Teil sogar verschlechtert“, resümiert der Bundesrechnungshof. Es sei „nicht erkennbar“, inwieweit die von der Bundesagentur erwartete“ Entlastung des Arbeitsmarktes durch die neue elektronische Jobvermittlung eintreten werde. Die BA-Voraussage von möglichen Einsparungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro beruhe „auf gegriffenen Zahlen“.

 

Vor einem Jahr hatte die Bundesagentur für Arbeit die Notbremse gezogen und sich von dem Projektleiter „Virtueller Arbeitsmarkt“ getrennt, als eine Kostenexplosion auf bis zu 160 Millionen Euro bekannt wurde. Neben den Kosten ging es auch damals bereits um den Vorwurf, dass das System nicht ordentlich arbeite. BA-Chef Frank-Jürgen Weise hatte seitdem beteuert, die Mängel würden abgestellt.

 

Der BDZV hatte von Anfang an deutliche Kritik an dem Internetportal geäußert. Zwar seien alle Maßnahmen zu begrüßen, die die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbesserten, erklärten die Zeitungsverleger. Allerdings dränge sich hier eine Behörde mit einem Zig-Millionen-Etat in einen funktionierenden, privatwirtschaftlich organisierten Markt. Die BA spreche mit dem „Virtuellen Arbeitsmarkt“ zielgerichtet jene Personen an, die sich noch in einem Arbeitsverhältnis befinden und eventuell an neuen Aufgaben interessiert seien. Dieser Bereich werde jedoch über die Stellenanzeigen in Zeitungen und Fachmedien, freie Personalberater und Online-Jobbörsen optimal bedient. Es sei daher nicht nachvollziehbar, warum die BA mit einem Millionenaufwand Aktivitäten entfalte, die keinem Arbeitslosen weiterhelfen (sehen Sie dazu die Ausgaben von „BDZV intern“ Nr. 5/2004 und Nr. 28/2003).

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