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24. Mai 2006 | Namen und Nachrichten

Erinnerung an Gerd Bucerius

„Ihrem Hause ist offenbar nicht ganz klar, dass Redaktion und Anzeigenabteilung einer Zeitung ganz klar getrennt sind. Damit sich solche Miss­verständnisse nicht wieder ereignen, habe ich die Anzeigenabteilung angewiesen, Anzeigen Ihres Hauses nicht mehr entgegen zu nehmen.“

Dieser Brief ist legendär geworden. Gerd Buce­rius, Verleger der Wochenzeitung „Die Zeit“, schrieb ihn an ein Unternehmen, das sich durch einen kritischen Beitrag in der Zeitung beschwert fühlte. Aus Anlass des Geburtstags von Gerd Bucerius, der am 19. Mai 100 Jahre alt geworden wäre, erinnerte Gernot Facius in der „Welt“ an den Jubilar - wie auch zahlreiche andere Zeitungen den Verleger würdigten. Gerd Bucerius stammte aus Hamm. Gemeinsam mit drei anderen Bewer­bern erhielt er die Lizenz zur Herausgabe einer Wochenzeitung; die erste Ausgabe der „Zeit“ erschien am 21. Februar 1946 mit der „Zulassung Nummer 6“ der britischen Militärregierung in Hamburg. Papier war rationiert, das acht Seiten starke Blatt hatte zunächst eine Auflage von 25.000 Exemplaren. Über Jahrzehnte blieb „Die Zeit“ defizitär, Bucerius erwarb sie 1957 gleich­wohl ganz und investierte Gewinne aus seinem Anteil an der Illustrierten „Stern“ in die Wochen­zeitung. In den 70er Jahren des vorigen Jahrhun­derts wurde „Die Zeit“ profitabel. Die Vorstellung, morgen Pleite zu sein, habe ihn mit eherner Kon­sequenz zum Millionär werden lassen, soll Marion Gräfin Dönhoff, lange Zeit Chefredakteurin der „Zeit“, über Gerd Bucerius geurteilt haben. Heute erzielt „Die Zeit“ eine verkaufte Auflage von mehr als 480.000 Exemplaren. Die Stadt Hamburg hat am 18. Mai 2006 eine Straße in der Nähe des Hamburger Pressehauses am Speersort nach dem 1995 gestorbenen Ehrenbürger in „Bucerius-Straße“ benannt.

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