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02. November 2006 | Ausland

Erinnerung an Anna Politkowskaja

Politkowskaja„Mit dem Mord an Anna Politkowskaja ist ein Kapitel im russischen Journalismus zu Ende ge­gangen. Und ich erwarte für die Zukunft nichts Gutes.“ Das sagte die russische Journalistin Olga Kitowa, neben Politkowskaja eine der bekann­testen und vielfach ausgezeichneten Journalistin­nen Russlands, anlässlich eines Treffens am 1. November 2006 beim Verein Berliner Journa­listen. Eine öffentliche Diskussion über Polit­kowskajas Tod und dessen Hintergründe habe nicht stattgefunden, in Russland werde wieder genau darauf geachtet, ob über ein Ereignis be­richtet wird und wie. Die Leute hätten sich wieder angewöhnt, zwischen den Zeilen zu lesen, fasste Kitowa die Situation zusammen. „Bei uns ist es wie vor 30 Jahren: Leute, die man hasst, bringt man um.“ Es stimme auch, bestätigte Kitowa Berichte in westlichen Zeitungen, dass Anna Po­litkowskaja sich „ganz allein“ gefühlt habe. „Das Land ist rie­sig. Wir wissen gar nicht Bescheid über alle Zei­tungen und wer für sie schreibt. Von einigen Kol­legen erfahren wir nur, wenn sie ge­tötet werden.“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (F.A.Z.) hatte gut eine Woche, nachdem Anna Polit­kowskaja am 7. Oktober ermordet worden war, zu einer Ge­denklesung in Berlin eingeladen. Zur Erinnerung an die mutige Journalistin lasen 14 Schriftsteller und Publizisten aus Büchern Polit­kowskajas vor. Viele von Ihnen würdigten die Tote in der „F.A.Z.“ auch mit per­sönlichen Wor­ten. Hier eine Auswahl:

 

Anna Poltitkowskaja ist Opfer der kriminellen Menschenverachtung geworden, über die sie geschrieben hat. Wir können diesen Mord nicht ungeschehen machen, aber wir müssen unser Entsetzen und unseren Protest bekunden, wenn in einem Land, das ein Vetorecht im Sicherheits­rat der Vereinten Nationen hat, Journalisten, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlen, einfach ab­geknallt werden.

Monika Maron

 

Sie war das russische Gewissen im blutigen Tschetschenienkrieg. Und sie war die idealtypi­sche Reporterin, die kühle Analyse lieber lang­weiligen Leitartiklern überließ.

Peter Merseburger

 

Dass es möglich ist, Anna Politkowskaja zu er­morden, heißt: Jedem kann alles geschehen. Überall.

Thomas Hettche

 

Der kaltblütige Mord an Anna Politkowskaja wurde unter anderem deshalb möglich, weil sie in ihrem Bestreben, der Welt die Wahrheit über die Greueltaten der russischen Macht in Tschetsche­nien zu erzählen, einsam geblieben war. In der Situation, da die Machtinhaber in Russland voll­kommen davon überzeugt waren, unbestraft Verbrechen begehen zu dürfen, glaubte sie an die Wichtigkeit des Wortes.

Mainat Abdulajewa

 

Es kann jetzt nur darum gehen, dass die Mör­der von Anna Politkowskaja gefasst werden, da­mit ihre bedrohten Kollegen, von denen einige inhaftiert sind und mit Morddrohungen leben müssen, nicht völlig entmutigt werden. Eine wa­che Öffentlichkeit und politische Nachfragen sind das mindeste, was wir tun können.

Ingo Schultze

 

Auch der BDZV hat den Mord an Anna Politkowskaja scharf verurteilt.

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