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24. November 2006 | Allgemeines

Erfolgreiche Angebote für die Online-Community – lokal, national, weltweit

Teilnehmerrekord bei Online-Konferenz „Beyond the Printed Word“

Der Zukunft der Zeitung liegt im Internet. Davon zeigte sich der US-Internetverleger Robert Cauthorn, Geschaftsführer von City Tools, fest überzeugt bei der Electronic-Publishing-Konferenz „Beyond the Printed Word“, die die Ifra am 9. und 10. November 2006 in Wien veranstaltete.

Die Leser müssten, so Cauthorn, auf interakti­ven Websites der Verlage eine Stimme erhalten: „Geben Sie Ihren Lesern die Möglichkeit, sich als Star zu fühlen; geben Sie Ihnen eine Stimme und versuchen Sie, herauszufinden, was sich in der Lesergemeinschaft abspielt“, forderte Cauthorn in seiner Keynote vor den mehr als 450 Teilneh­mern aus 43 Nationen. Als Vorbild empfahl der Verleger die von Nutzern organisierte Website digg.com, die es sich bei ihrem Start zum Ziel gesetzt hatte, bei den Zugriffszahlen die Internet­seite der „New York Times“ (NYT) zu überholen. Mittlerweile hat die von zwei Dutzend Mitarbeitern gestaltete Site digg.com die der „NYT“ tatsächlich überrundet. Das Erfolgskonzept laut Cauthorn: Fragen, was der Leser denkt. Bei digg.com könnten die Nutzer beispielsweise die Reihen­folge der Artikel selbst bestimmen, indem sie ein Votum für den ihrer Meinung nach interessan­testen abgeben. Daneben könnten die Nutzer auch selbst Inhalte, Videos und Fotos online stellen und sich darüber austauschen. Für die inhaltliche Qualitätskontrolle sorge die Online-Community, die Ausreißer gnadenlos aus­schließe. Weitere Community-Sites präsentierten Jennifer Lewis mit der in Singapur vor wenigen Monaten gestarteten Site „Stomp“ der Zeitung „Straits Times“ und Gunnar Springfeld von der Zeitungsgruppe „Stampen“ mit der schwedischen Site für Eltern und werdende Familien, „familje­liv.se“.

Blogger sind Medienwachhunde

Colin Daniels von der Rhodes University (Süd­afrika) untersuchte das Verhältnis zwischen tradi­tionellen Medien und der Blogosphäre: Aus seiner Sicht sind Weblogs eine soziale Bewegung von unten, die in ihrer Menge eine größere Leser­schaft anspreche als Mainstream-Medien wie Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher. Daniels charakterisierte Blogger als „Medienwachhunde“. Es gebe eine symbiotische Beziehung zwischen ihnen und den Journalisten. Gleichzeitig könnten Blogs seiner Ansicht nach Nischen besser bedie­nen als Redakteure und verfügten auch über eigenen Anzeigenpotenzial.

Brandaktuell angesichts der jüngsten Koopera­tionen von Google und Yahoo! mit US-amerikani­schen Zeitungsverlagen (lesen Sie dazu auch Seite 10) war die Frage, ob Internet-Sites wie Google News und Websites von Zeitungen zum beiderseitigen Vorteil zusammenarbeiten können. So stellte Simon Waldmann vom Londoner „The Guardian“ ein Konzept vor, wie durch die Bildung einer internationalen Lizenzierungsagentur das Urheberrechtsproblem zwischen Aggregatoren wie á la Google News und den Inhalten von Zei­tungswebsites gelöst werden könnte. Julie Ru­therford von der Washingtonpost.com erläuterte in ihrem Vortrag, wie sich durch Suchmaschinen-Marketing die eigenen Treffer in Suchmaschinen optimieren lassen. Als nationaler Star neben den weltweit operierenden Suchmaschinen wie Google und Yahoo! wurde die lokale Suchma­schine aus Norwegen (www.sesam.no) von Mikal Rohde präsentiert.

In einem weiteren Schwerpunkt ging es um Medienformate, die das Online-Angebot von Zei­tungshäusern ergänzen können. So forderte Rob Curley von „Naples Daily News“ die Unternehmen auf, sich auf „hyperlokale Inhalte zu fokussieren“. Wenn „etwas in Ihrer Stadt passiert, ist es besser, dass Sie die Nachricht bringen, sonst gehen die Leute auf andere Websites“, riet er. Ferner stellte Rob Curley am Beispiel seiner aktuellen Arbeit für „Marconews“ (Florida) innovative Anwendungen vor, mit deren Hilfe neue Nachrichtenformate geschaffen werden können. Dass sich mit neuen Anwendungen auch Online- Erlöse erwirtschaften lassen, wurde unter anderem an dem australi­schen Erfolgsmodell „Fairfax Digital“ demonst­riert, bei dem die Kunden ihre gestalteten Anzei­gen selbst online generieren. Auch Videostrea­ming-Werbung und Sponsoring tragen zum Ge­schäftserfolg bei, wie Kyoo Kim von MSNBC (USA) zeigte. Die praktischen Schritte zum Auf- und Ausbau der niederländischen Online-Rubrik­anzeigen-Site Speurders.nl von der Telegraaf-Gruppe präsentierte Michiel van der Meer.

Um die Medienkanäle der Zukunft bei den Me­diennutzern der Zukunft ging es in einem Panel mit Jugendlichen von der Vienna International School: Die Teenager im Alter von 16 oder 17 Jahren stellten ihre Test-Erfahrungen mit Zei­tungswebsites aus aller Welt vor. Am besten ge­fielen ihnen Social Networking Websites, darunter besonders MySpace und Life Journal. Die jungen Leute gaben an, durchschnittlich 4,7 Stunden wochentäglich online zu sein, sonntags seien es 2,6 Stunden. Layout und Navigation von Zei­tungswebsites beurteilten sie als „häufig überwäl­tigend“. Leuchtende Farben und aufdringliche Anzeigen würden als Ablenkungen empfunden. „Um unsere Zielgruppe zu erreichen, müssen die Zeitungen das Layout, die Fonts und die Interakti­vität verbessern“, forderte einer der Jugendlichen. Auch sollten Sektionen nicht als „Fun“ oder „Edu­cational“ markiert werden. Sein Rat: „Behandelt uns nicht herablassend.“

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