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26. Mai 2004 | Digitales

Elektronisches Papier bald marktreif

Sony mit erstem E-Ink-Produkt / Weitere Zeitungen und Zeitschriften mit E-Paper-Ausgaben

Bereits seit Jahren wird kolportiert, dass Print-Produkte früher oder später von so genanntem elektronischem Papier (auch bekannt als „Folienbildschirme“) abgelöst werden. Waren bisher nur einzelne Prototypen im Umlauf, so hat Sony im April nun ein erstes Produkt auf den japanischen Markt gebracht. Basierend auf der Technologie der Firma E-Ink (an der unter anderem Philips beteiligt ist) bietet Sony mit dem „LIBRIé“ ein E-Book an.

Das LIBRIé hat etwa das Format eines DIN A5-Blattes und ist 13 Millimeter dick. Das Display hat eine Auflösung von etwa 160 Bildpunkten pro Zoll und ist schwarz-weiß. Das 190 Gramm leichte Gerät kann auf seinem zehn Megabyte-Speicher rund 20 Bücher unterbringen. Anschlüsse für externe Speichermedien sind vorhanden, ebenso eine Tastatur, Lautsprecher und Kopfhöreranschluss. Das Gerät kostet 40.000 Yen (ca. 290 Euro).

 

sonyebook

 

Bei der E-Ink-Technologie werden kleinste Kügelchen, die jeweils zur Hälfte schwarz und weiß sind, einzeln angesteuert und durch Anlegen einer Spannung so ausgerichtet, dass entweder die schwarze oder weiße Hälfte nach oben zeigt. Das so entstandene Bild ist sehr kontraststark und im Gegensatz zu herkömmlichen LCD-Monitoren ohne Hintergrundbeleuchtung sehr gut lesbar. Theoretisch können die Kügelchen auch in flexible Materialien eingebettet werden, zurzeit ist das LIBRIé aber noch starr.

 

FAZ, SZ und Zeit mit E-Paper

 

Ob solche Geräte vom Format, der Optik und der Navigation eine gedruckte Zeitung ersetzen können, ist völlig offen. Sehr reizvoll wären solche Geräte auf jeden Fall für die E-Paper-Ausgaben von Zeitungen oder Zeitschriften. In den vergangenen Monaten haben weitere Zeitungen digitale Ausgaben ihrer Titel auf den Markt gebracht. Insgesamt sind es derzeit 35 Titel (siehe Übersicht auf der nächsten Seite). So ist seit dem 1. März 2004 das E-Paper der „Süddeutschen Zeitung“ in einer dreimonatigen Testphase kostenlos unter www.sueddeutsche.de abrufbar. Danach ist es für Print-Abonnenten für monatlich fünf Euro, für Nicht-Abonnenten für monatlich 20 Euro beziehbar.

Für Print-Abonnenten unentgeltlich ist die digitale Ausgabe der „Zeit“. Nicht-Abonnenten können dieses E-Paper im Rahmen eines „Premium-Pakets“ für sieben Euro pro Monat abonnieren. In dem Angebot sind weiterhin der Zugriff auf die aktuellen sowie alle vergangenen Audioartikel der Hamburger Wochenzeitung sowie zielgruppenspezifische Newsletter und besondere Kulturangebote enthalten.

 

Bis Ende Juni 2004 noch kostenlos ist die Nutzung der digitalen „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.). Bereits ab 20.00 Uhr des Vortages steht die erste Ausgabe der Zeitung des nächsten Tages online zur Verfügung. Um Mitternacht ist dann die aktuellste Version abrufbar. Nach der Testphase kostet ein Online-Only-Abonnement 25 Euro pro Monat, Print-Abonnenten bezahlen fünf Euro pro Monat.

 

„Wirtschaftswoche“ mit E-Magazin

 

Inzwischen sind mit „Wirtschaftswoche“ und „Stern“ auch namhafte Zeitschriften mit E-Paper-Ausgaben auf dem Markt. Der „Stern“ wählte für seine digitale Ausgabe mit dem Anbieter Newsstand den eher konservativen Weg. Bei der Newsstand-Technologie fällt bei einem Verlag fast kein Aufwand an. Da ein Nutzer bei Newsstand aber jeweils die komplette Zeitung oder Zeitschrift auf seinen Rechner herunterladen muss – was jeweils mehrere Megabyte sein können – gilt es im Vergleich zu den Lösungen anderer Anbieter als eher unflexibel. Darüber hinaus wird eine spezielle Newsstand-Software benötigt, während sich ansonsten die Nutzung von E-Paper-Ausgaben mittels der üblichen Browser als Standard etabliert hat.

 

Dem gegenüber hat die Verlagsgruppe Handelsblatt für ihr so genanntes „E-Magazin“ der „Wirtschaftswoche“ intern eine eigene browserbasierte Technologie entwickelt. Als nächstes sollen die Zeitschriften „Junge Karriere“ und „Euro“ als E-Magazine gestartet werden. Sowohl inhaltlich als auch bei der Werbung will die „Wirtschaftswoche“ die Möglichkeiten des Internets voll ausschöpfen. Alle Anzeigen sollen zumindest verlinkt, wenn möglich sogar animiert werden. Daneben will Wiwo-Chefredakteur Stefan Baron alle Geschichten im E-Magazin Schritt für Schritt mit weiterführenden Informationen hinterlegen. Bis zum Herbst ist die Nutzung des E-Magazins kostenlos. Der Nutzer muss sich nur registrieren lassen. Der endgültige Preis steht noch nicht fest, wird laut Baron aber „deutlich unter dem Preis für ein Print-Abo“ liegen. Angestrebt wird eine Abonnentenzahl von 10.000 E-Magazin-Nutzern innerhalb von zwei Jahren.

 

„de Volkskrant“: Gemischtes Print-Online-Abo

 

Können Print-Abonnenten in der Regel die E-Paper-Ausgaben der jeweiligen Zeitungen oder Zeitschriften kostenlos oder gegen einen geringen Aufpreis nutzen, geht die niederländische Zeitung „de Volkskrant“ einen neuen Weg: Seit Anfang Mai bietet sie ein so genanntes „Samstag Plus-Abo“ an, das eine eingeschränkte Print-Belieferung mit Online-Zugang kombiniert. Die Abonnenten bekommen jeweils die Samstags-Ausgabe der Zeitung nach Hause geliefert und können die restliche Woche die Zeitung als E-Paper nutzen. Das Abonnement kostet 80 Euro für ein halbes und 150 Euro für ein ganzes Jahr. Innerhalb weniger Tage konnten laut New Media-Manager Rob Jan de Heer über 100 Abonnenten gewonnen werden. Davon habe nur ein sehr kleiner Teil „de Volkskrant“ bisher über ein reguläres Abonnement bezogen.

 

Quelle; w&v, 26.3.2004; Kontakter, 3.5.2004; text intern, 31.4.2004; Sony Pressemeldung, 7.4.2004; poynter.org, 5.3.2004

 

Übersicht über deutsche E-Paper-Angebote (PDF)


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