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20. November 2003 | Allgemeines

Eingriff in den fairen Wettbewerb

Verleger kritisieren Arbeitsamtsportal im Internet

Das unter dem Titel „virtueller Arbeitsmarkt“ (VAM) angekündigte Internetportal des Arbeitsamts stößt bei BDZV und Bundesverband Deutscher Anzeigenblattverleger (BVDA) auf Kritik. Zeitungs- und Anzeigenblattverleger befürchten weitere Einbußen auf dem ohnehin stark gebeutelten Stellenmarkt.

Es bestehe Klärungsbedarf, da Millionen Euro für Zwecke ausgegeben werden, die nicht nur der Vermittlung von Arbeitslosen dienen, fordert der BDZV. Zwar seien alle Maßnahmen zu begrüßen, die die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbesserten. Allerdings müsse die Tauglichkeit jeder Maßnahme vorab gewissenhaft geprüft werden, um wirksame Ergebnisse zu erzielen.

Die Zeitungsverleger bezweifeln unter anderem, dass der geplante virtuelle Stellenmarkt mit seiner Fokussierung auf das Internet überhaupt die Bevölkerung erreicht. In Deutschland seien erst etwa 50 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahre im Internet unterwegs. Es stehe zu erwarten, dass der VAM einer Vielzahl von Arbeitslosen die eigenständige Stellensuche erschwere und nur ein Bruchteil der Zielgruppe, insbesondere der Geringqualifizierten, erreiche.

Aus Sicht der Zeitungsverleger kann sich der VAM obendrein sogar kontraproduktiv für die Vermittlung von Arbeitslosen auswirken, da die Bundesanstalt für Arbeit mit diesem neuen Angebot gezielt Personen in einem bestehenden Arbeitsverhältnis ansprechen will – zum Nachteil der Arbeitslosen, die dann weniger Chancen auf eine freie Stelle hätten.

BVDA-Geschäftsführer Heiner Urhausen kritisiert, dass die Bundesanstalt für Arbeit „an einem Monopol“ strickt. Damit greife sie in den Prozess des fairen Wettbewerbs ein und gefährde Verlage in ihrer Existenz. Allein im Kleinanzeigenportal der Anzeigenblätter, www.anonza.de, stünden täglich rund 8.000 bezahlte Stellenangebote. Bei den Tageszeitungen sind die Stellenanzeigen im gedruckten Produkt zwar in den vergangenen drei Jahren massiv zurückgegangen, gleichwohl bilden die Stellenmärkte nicht zuletzt dank der wachsenden Verknüpfung von Print- und Online-Angeboten einen wichtigen Bestandteil der rubrizierten Anzeigen und damit der Werbeeinnahmen der Zeitungen.

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