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15. September 2016 | Recht

Einführung eines europäischen Verlegerrechtes: Legenden

  • Legende 1: Das Verlegerrecht ist eine Google-/Link-Steuer

    Das Verlegerrecht ist keine „Link-“ oder „Google-Steuer“. Die freie Verlinkung bleibt unangetastet. Wir fordern lediglich, dass die Verleger als Rechteinhaber im Rahmen des EU-Urheberrechtes anerkannt werden, wodurch sie ein Recht bekommen zu entscheiden, wie und wo ihre Inhalte zugänglich gemacht werden. Jeder Presseverlag hätte zudem die Möglichkeit, die Verwertung ohne Entgelt zu erlauben oder das Recht individuell oder kollektiv wahrzunehmen. Aber – und darauf kommt es an – es wäre seine Wahl.

  • Legende 2: Die Verleger werden ihr Recht nutzen, um den Zugang zu ihren Inhalten zu blockieren

    Aus welchem Grund sollten wir das tun? Die Popularität unserer Inhalte war niemals größer, insbesondere durch das vermehrte Lesen auf dem Smartphone und die vielen Zugangsmöglichkeiten zu unseren Inhalten.

  • Legende 3: Hier geht es nur um Google

    Nein, geht es nicht. Es ist eine Tatsache, dass es im Internet viele Unternehmen gibt, große und kleine, alte und neue, die systematisch Presseinhalte zusammensuchen und im kommerziellen Eigeninteresse ohne Erlaubnis der Presseunternehmen veröffentlichen.

  • Legende 4: Kleine Verleger werden scheitern

    Derzeit sind sogar große Medienunternehmen nicht in der Position mit den marktbeherrschenden Playern eine faire Regelung zu verhandeln. Die Hoffnung ist, dass das Verlegerrecht dazu beiträgt, diese Macht-Asymmetrie zu verändern und es für alle Verleger – welcher Größe auch immer – einfacher zu machen, in Zukunft am Wert ihrer Inhalte beteiligt zu werden.

  • Legende 5: Das Verlegerrecht verhindert Innovationen

    Nein. Ein Verlegerrecht wird dabei helfen neue Wege für mehr Innovationen der Presse zu eröffnen. Durch die damit entstehende Rechtssicherheit werden Investitionen gefördert und Möglichkeiten für Verlage aller Größen vermehrt, neue innovative Produkte für ihre Leser zu entwickeln.

  • Legende 6: Das Verlegerrecht wird das Internet lahmlegen und mehr Beschränkungen für Online-Aktivitäten einführen

    Nichts was wir fordern, würde den Zugang unserer Leser zu unseren Onlineangeboten oder die Verlinkungen von Artikeln in den sozialen Medien oder per App oder E-Mail an Freunde und Familie beeinträchtigen.

  • Legende 7: Eine unabhängige freie Presse, kann auch ohne Einkommen unbegrenzt weiterbestehen

    Offensichtlich nicht; eine freie und unabhängige Presse kann nur existieren, wenn es für sie eine angemessene Finanzierungsgrundlage gibt. Klassische Geschäftsmodelle der Presse sind in Frage gestellt und werden von den Verlagen überarbeitet. Die Presse erfindet sich neu. Ziel aller Bemühungen bleibt es, die finanzielle Grundlage eines professionellen Journalismus zu erhalten. Dabei bestehen derzeit vielfältige Investitions- und Innovationshemmnisse. Die Gründe dafür sind vielschichtig, aber ein wesentlicher Punkt ist, dass große Suchmaschinen und andere Verteiler die Inhalte der Zeitschriften und Zeitungen kostenlos für die Nutzer – aber mit kommerzieller Absicht – zugänglich machen, ohne gegenüber den Presseunternehmen einen angemessenen finanziellen Ausgleich zu leisten. Auf diese Weise wird es den Verlagen zugleich erschwert, für diese Inhalte bei ihren eigenen Angeboten von den Nutzern eine Bezahlung zu verlangen. Die Problematik verschärft sich durch den Umstand, dass Suchmaschinen und soziale Netzwerke, auf deren Plattformen die Nutzer oft Verlagsinhalte lesen, den Verlagen auch Anteile am Werbemarkt abnehmen.

  • Legende 8: Die Verbraucher werden in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, da sie News und Inhalte nicht länger auf verschiedenen Plattformen finden können

    Die Verleger machen ihre Inhalte aktiv auf allen Plattformen zugänglich, die von allen Geräten genutzt werden können. Sie haben erkannt, dass die Verbraucher von einem einfachen Zugriff auf ihre Inhalte profitieren, egal wo sie sich gerade befinden. Sei es über die verlegereigene Website oder über die sozialen Netzwerke oder Suchseiten, auf denen die Inhalte vieler verschiedener Quellen aggregiert werden.

  • Legende 9: Das Verlegerrecht ist ein neues Recht und die Verleger bekommen eine Sonderbehandlung

    Die Zeitungen und Zeitschriften verlangen nichts weiter als die gleichen Rechte, die derzeit schon die Rundfunkanstalten, Musik- und Filmproduzenten innehaben. Es geht darum die Schlechterstellung der Verlage zu beseitigen.





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