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24. Oktober 2001 | Allgemeines

Einfach und überschaubar bleiben

Mario Garcia über das Ende der Design-Exzesse

Das „Ende der Designer-Exzesse“ verkündete der amerikanische Zeitungsdesigner Mario Garcia beim Forum „Zukunft Zeitung“ während der Medientage München. Der Experte beobachtet einen starken Einfluss des Internets auf Inhalt und Layout der gedruckten Presse. Sein Rat: „Keep it simple and clean“ (Einfach und überschaubar bleiben).

Nach Garcias Beobachtung wurden in der Folge des 11. September in den USA bis zu 14 Prozent mehr Tageszeitungen verkauft. In der Verarbeitung von Ereignissen wie diesen „liegt ihre Stärke“, zeigte er sich überzeugt. Auch junge Leute seien plötzlich wieder stark an Zeitungen interessiert.

 

Vielleicht bedeute das Ende der „Design-Exzesse“ eine Rückkehr zum „Minimalismus“, vergleichbar der Bauhaus-Bewegung in Deutschland als Reaktion auf Jugendstil und Art Deco: Am Beispiel verschiedener Projekte aus jüngerer Zeit versuchte Garcia, seine Überlegungen anschaulich zu machen. An dem „Wall Street Journal Europe“, „Dagens Nyheter„ und „Die Zeit“ sei eine Tendenz zu mehr Ruhe abzulesen. Wenige, große Fotos dominierten. Allgemein würden Formate eher kleiner. Wichtiger Einfluss des Internets beim Layout sei vor allem die Frage der „Navigation“. Auf jeder Seite müsse erkennbar werden: Was ist das Wichtigste?

 

Als kleinen Einblick in die Werkstatt eines Zeitungsdesigners schilderte Garcia die Probleme, wenn man eine international renommierte Zeitung wie das „Wall Street Journal Europe“ einem Relaunch unterziehen will: Die Zeitung sei 110 Jahre unverändert geblieben. Warum? Weil sie fabelhafte Geschichten bringe. Eine Änderung im Layout werde von den Redakteuren empfunden wie der Versuch, die Sixtinische Kapelle neu zu malen. Der Relaunch der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ sei dagegen „ein Spaziergang im Park“ gewesen, versicherte der Designer zum Amüsement der Zuhörer. Obendrein würden all die Änderungen, die den Redakteuren solche Bauchschmerzen bereiteten, von 70 Prozent der Leser jedoch gar nicht wirklich wahrgenommen.

 

Zum Thema „Gratiszeitung“ prognostizierte Garcia, diese hätte eine Zukunft bei Leuten, „die nicht kaufen und nicht abonnieren wollen“. Und die nicht mehr als sieben bis elf Minuten Zeit in die Lektüre investieren wollen. Er sehe hier keine Gefahr für die verkauften Zeitungen.

 

Interessante Trends zeigte der Designer auch beim Thema „Anzeigenformen“ auf: So seien zum Beispiel Inselanzeigen – in den USA übrigens bisher absolut unüblich – auf dem Vormarsch. Dies gelte auch für Titelkopfanzeigen. Eine neue Idee seien Umschlaganzeigen, also eine vier Seiten starke Werbung als Mantel des eigenen Druckprodukts. Auch würden immer stärker Logos an auffälligen oder wichtigen Stellen eingeklinkt.

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