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06. Juni 2000 | Allgemeines

Eine starke und selbstbewusste Publizistik ist unverzichtbar

Helmut Heinen zum 350-jährigen Jubiläum der Tageszeitung in Leipzig / Finanzminister Hans Eichel präsentiert Sondermarke

Für die gesellschaftliche und politische Hygiene eines Landes sei eine starke und selbstbewusste freie Publizistik unverzichtbar, erklärte BDZV-Präsident Helmut Heinen am 25. Mai 2000 in Leipzig anlässlich der Festveranstaltung zum 350-jährigen Jubiläum der Tageszeitung.

Die Deutschen hätten dies, so Heinen, am Beispiel der Aufdeckung der Parteispendenaffären gerade wieder überdeutlich erlebt. Das Jubiläum der "Einkommenden Zeitungen", die der Drucker Thimotheus Ritzsch ab 1650 in der Messestadt herausgab, erinnere daran, dass Meinungs- und Pressefreiheit in den meisten Ländern der Welt kein selbstverständliches Gut seien. Der BDZV-Präsident appellierte an die Politik, sich weltweit für die Verteidigung des freien Wortes einzusetzen. "Im so viel beschworenen globalen Dorf darf es keine Straßen oder Plätze geben, auf denen die Regierenden von der Pflicht, die Pressefreiheit als ein elementares Bürger- und Freiheitsrecht zu garantieren, dispensiert sind."

Ähnlich argumentierte auch Finanzminister Hans Eichel, der die Tagespresse als "Gradmesser für den Zustand einer Demokratie" bezeichnete. "Gerade in unserem Land - mit den Erfahrungen des Nationalsozialismus und den 40 Jahren nach dem Krieg im Osten - ist eine vielfältige freie Tagespresse von unschätzbarem Wert." Leider würden noch zu viele Länder gegen Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der UN-Menschenrechte von 1948 verstoßen, in dem das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit verankert ist.

Der Bundesfinanzminister, in dessen Ressort seit der Auflösung des Bundespostministeriums auch die Zuständigkeit für Briefmarken fällt, hatte die ersten Exemplare der neuen Sondermarke mit nach Leipzig gebracht. Ersterscheinungstag ist zwar der 8. Juni 2000, doch konnten die zahlreichen Gäste, die anlässlich des ungewöhnlichen Ereignisses unter der Glaskuppel der "Leipziger Volkszeitung" zusammengekommen waren, jeder ein eigenes Exemplar mit nach Hause tragen. Die offizielle Übergabe von Sondermarken, merkte der Finanzminister launig an, gehöre zu seinen angenehmsten Aufgaben. Es handle sich dabei um einen der wenigen Fälle, "in denen das Finanzministerium zuerst gibt und dann nimmt".

Der Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee nutzte die Gelegenheit, für die "Medienstadt" Leipzig zu werden. Zuvor hatte Hausherr Bernd Radestock, der Geschäftsführer der "Leipziger Volkszeitung", auf einen ganz besonderen Gast aufmerksam gemacht: In einer Vitrine lag ein Exemplar der "Einkommenden Zeitungen" aus dem Jahr 1650, das normalerweise in Schweden aufbewahrt wird und eigens von dort eingeflogen worden war. "Wenn man die Zeitung so sieht", meinte Radestock sinnend, "kann man sich gar nicht vorstellen, dass daraus so eine Erfolgsgeschichte geworden ist". Ein Stück dieser Erfolgsgeschichte konnten die Gäste ganz real in Augenschein nehmen, hatten doch auf Bitten der "Leipziger Volkszeitung" zahlreiche Leipziger Bürger ihre Dachböden, Schubladen und Bücherschränke durchforscht und historische Ausgaben verschiedenster Leipziger Zeitungen zur Ausstellung im Verlags-Foyer zur Verfügung gestellt.

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