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29. Oktober 2010 | Allgemeines

E-Reading: Zukunft mit multiplen Geschäftsmodellen

E-Reading hatte im Konferenztableau von mediaXchange einen beachtlichen Stellenwert. Eine Lanze für ein offensives Vorgehen der Zei­tungsverlage brach Blake Pollard, Business De­velopment Manager LibreDigital-NewsStand Inc. Nutzer von E-Reading-Angeboten wünschten sich häufig eine Rezeptionssituation, in der sie sich auf ein bestimmtes Produkt konzentrieren können, ohne ein ganzes Papierbündel mit sich herumtragen zu müssen.

Vor allem wurde das breite Spektrum an Smartphones als Zukunftsmarkt für die US-Zei­tungen gesehen. Einer der entschiedenen Be­fürworter: Steve McGuigan, Vice President Busi­ness Development/Sales Handmark, ein Unter­nehmen, das sich auf Lösungen im Bereich Mo­bile Media für Verlage und andere Medien spezi­alisiert hat. Er argumentierte, für das Lesen von Zeitungen würden im Durchschnitt 30 Minuten pro Tag aufgewendet. Hingegen führten die meisten Nutzer von Smartphones ihr Gerät täg­lich zu 90 Prozent der Zeit bei sich. Mehrere Referenten forderten dazu auf, sich auf möglichst mehrere Prototypen und Versuchsläufe einzulas­sen. iPhone oder iPad? „Tun Sie beides“, riet McGuigan.

Zum Zeitpukt von mediaXchange war Apples iPad gerade erst zwei Wochen auf dem Markt (US-Verkaufsstart 3. April 2010). Mehrere Refe­renten problematisierten die Tatsache, dass – vergleichbar iTunes beim iPod – der Entwickler des iPad-Endgerätes die Inhalte kontrolliere.

James Dunn, Managing Director Reader Appli­cations „New York Times“, sagte: er empfinde „gemischte Gefühle aufgrund dieses Wechsels bei der Kontrolle von Inhalten“. Die Hoheit über den Content zu verlieren, selbst in einem gerin­gen Umfang, sei stets besorgniserregend. Dunn verwies zum Unterschied auf die Gestaltung bei Kindle. Amazon.com kümmere sich um den Kun­denservice und erledige auch die Abonnements. Dies verringere den Aufwand der Inhalteanbieter.

„New York Times“ mit universaler mobiler Strategie

Nach Dunns Worten besteht der Schlüssel zum Erfolg im Geschäftsfeld E-Reading in der Fähigkeit der Unternehmen, mit ihren Inhalten auf beliebigen Endgeräten allgegenwärtig zu sein. Dadurch wird es den Verbrauchern ermög­licht, über die von ihnen gekauften Inhalte auch auf Endgeräten verfügen zu können, die sich womöglich in der Zukunft am Markt durchsetzen. An die Adresse der Zeitungsverlage gewandt, betonte er, E-Reading eröffne „etliche große Gelegenheiten, mit digitalen Inhalten Geld zu verdienen“. Tragbare Endgeräte vermittelten ihren Nutzern die Leseerfahrung, die ihnen von der Zeitungslektüre her vertraut sei. Die Strategie der „New York Times“ beschrieb Dunn als mul­tiples Modell. Man verfolge im Rahmen des Kerngeschäfts einen breiten Vertriebsansatz, um durch Präsenz auf einer ganzen Anzahl von Plattformen den Umsatz anzukurbeln. Dies gehe einher mit einer systematischen Erforschung der Nutzerwünsche. Das iPad bietet nach Auffas­sung Dunns den Zeitungsverlagen alle Voraus­setzungen, um große Reichweite und Werbeer­löse zu generieren.

Nach Auffassung von Sturm haben das iPad und vergleichbare Geräte eine für die Zeitungs­industrie „außerordentlich bedeutsame Entwick­lung“ eingeleitet. Es sei mit fallenden Preisen bei wachsenden Verkaufszahlen zu rechnen. Die iPad-Technologie biete den Zeitungsunterneh­men die Chance, unterschiedliche Paketlösun­gen und Entgeltmodelle zu erkunden und zu er­proben. Sean Reily, Fellow, Reynolds Journalism Institute „Los Angeles Times“, relativierte die optimistischen Einschätzungen. Da früher oder später Nutzern von E-Reading-Angeboten alle größeren nationalen Printtitel zugänglich seien, werde aus der Sicht der einzelnen Zeitung ein heftiger Wettkampf um das Publikum zu ihrem Nachteil entbrennen. Nach seiner Ansicht kön­nen spezialisierte Angebote – etwa in den Berei­chen Künste und Unterhaltung – ein Ausweg sein, um im Publikum als Anbieter und Marke wahrgenommen und nachgefragt zu werden

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