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22. Juli 1998 | Allgemeines

Druckindustrie vor der Wende

Nach Umsatzrückgang positive Erwartungen für 1998

In der deutschen Druckindustrie macht sich ein Wandel bemerkbar. Erstmals seit 1992 signalisiere die verbesserte Kapazitätsauslastung das Ende einer "sehr düsteren Entwicklung", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck, Dr. Walter Hesse, anläßlich der Jahrespressekonferenz der Organisation am 14. Juli 1998 in Frankfurt. "Nach der Wende hat das Schiff wieder Fahrt aufgenommen", skizzierte er den Kurswechsel.

Die wirtschaftliche Entwicklung sei 1997 zwar insgesamt gesehen noch wenig zufriedenstellend gewesen. Doch einige Lichtblicke stimmten für das Jahr 1998 hoffnungsvoll. Positive Impulse erwarte der BV Druck vor allem "von der Belebung des privaten Verbrauchs und der Werbung".

Der Branchenumsatz lag 1997 um 5,8 Prozent niedriger als 1996. 2.000 Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten erwirtschafteten einen Umsatz von knapp 30 Milliarden Mark. Insgesamt gehören der Branche fast 14.000 Betriebe an; 85 Prozent haben weniger als 20 Beschäftigte. Der anhaltend hohe Preis- und Kostendruck veranlaßte laut BV Druck viele Unternehmen der Druckindustrie, ihren Kurs der Kostensenkung und Rationalisierung fortzusetzen: Der Personalbestand sei weiter reduziert worden. Zur Jahresmitte 1997 waren in den fast 14.000 Betrieben, die mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, knapp 220.000 Personen tätig, das sind 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Hoffnungsvoll stimme, wie der BV Druck weiter ausführte, die "bessere Auslastung der Kapazitäten, in der sich Steigerungen des Mengengeschäfts spiegeln". Die Kapazitätsauslastung erreichte mit 85,3 Prozent den höchsten Auslastungsgrad seit 1992.

Die Investitionen nahmen 1997 erstmals seit Anfang der 90er Jahre wieder leicht zu, und zwar in der westdeutschen Druckindustrie um fünf Prozent. Der Anstieg im Westen (um 100 Millionen Mark) war damit höher als der Rückgang im Osten (um 70 Millionen Mark), wo 1997 der Schub der vorher sehr ausgeprägten Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen weiter nachließ. Die seit Herbst 1997 spürbaren "leichten Aufwärtstendenzen" hätten, so der BV Druck, in den ersten Monaten des Jahres 1998 angehalten. Die Geschäftslage habe sich auf ein "insgesamt zufriedenstellendes Niveau" verbessert. Der Umsatz der ersten vier Monate dieses Jahres lag nominal um 3,5 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Jahres 1997. Vor diesem Hintergrund blickten die Unternehmen dem weiteren Verlauf im Jahr 1998 "recht zuversichtlich entgegen". Der preisbereinigte Umsatz werde voraussichtlich um etwa zwei Prozent zunehmen. Der Verband rechne damit, daß die Betriebe ihre Preise erhöhen werden, "nicht zuletzt aufgrund der wieder gestiegenen Papierpreise". Die Papierpreise waren zuletzt um etwa fünf Prozent höher als vor Jahresfrist. 1997 waren sie um 5,6 Prozent gesunken.

Für den August 1998 kündigte der Präsident des BV Druck, Alexander Schorsch, die Einführung des neuen Ausbildungsberufes "Mediengestalter für Digital- und Printmedien" an. Dabei sollen die Auszubildenden künftig nicht nur Informationen für die Printproduktion, sondern auch für CD-Rom, Datenbanken oder Online-Dienste im Internet bearbeiten. "Dieses in einer Rekordzeit entwickelte zukunftsweisende Berufsbild ist die Antwort auf die dynamische Entwicklung der Informations- und Telekommunikationstechniken", bekräftigte Schorsch. Damit würden auch Unternehmen, die bisher wenig oder gar nicht ausgebildet haben, neue Perspektiven eröffnet. Durch das hohe Interesse an diesem neuen Beruf könne, prophezeit der Bundesverband, "auch für das Jahr 1998/99 wieder eine Steigerung der Ausbildungsplätze erreicht werden".

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