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30. Juli 2002 | Allgemeines

Druckindustrie trotz Konjunkturkrise zuversichtlich

Bilanz 2001 negativ / Export leicht belebt / Hoffen auf das nächste Jahr

Die Krise der deutschen Wirtschaft hinterlässt ihre Spuren auch in der Druckindustrie. Der Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm) berichtete bei der Vorlage seines Jahresberichts am 25. Juli 2002 in Frankfurt über rückläufige Umsätze, deutlich weniger Aufträge aus der Wirtschaft und Anzeigenrückgänge in Zeitungen und Zeitschriften.

Gleichwohl betonte der Verband, dass die Druck- und Medienindustrie mittel- und langfristig zuversichtlich sei. bvdm-Präsident Alexander Schorsch stellte fest: „Nach der Interneteuphorie der letzten Jahre weiß man heute, dass Kommunikation über elektronische und digitale Medien auf Dauer nicht erfolgreich ist, wenn sie nicht durch Printprodukte unterstützt wird. Werbungtreibende haben erkannt, dass es auf den Mix der Medien ankommt.“

 

Im Jahr 2001 sind die Umsätze der Unternehmen erstmals seit 1997 wieder gesunken, im Durchschnitt um 2,8 Prozent, preisbereinigt um 3,7 Prozent. Der Umsatz der statistisch erfassten 1.909 Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten betrug 17,2 Milliarden Euro. Die Abwärtstendenz setzte sich im 1. Halbjahr dieses Jahres ungebrochen fort. Bis einschließlich Mai 2002 belief sich das Umsatzminus nominal auf 3,9 Prozent.

 

Fast zwei Drittel des Umsatzes der Druckindustrie entfallen auf die Produktion von Werbeträgern und Werbemitteln (Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Plakate, Werbedrucke und Kalender). Mit einem Rückgang des Umsatzes um 5,1 Prozent hätten sich diese Erzeugnisse im Jahr 2001 genauso schlecht wie die gesamten Werbeausgaben der Wirtschaft entwickelt, so der bvdm. Die höchsten Einbußen hätten Zeitungen und Zeitschriften verzeichnet. Der Umsatz mit Katalogen/Werbedrucken, die mit einem Anteil von 37,3 Prozent die bedeutendste Produktgruppe der Druckindustrie bildeten, stabilisierte sich auf dem Niveau des Vorjahres. Stagnation kennzeichnete auch den zweitwichtigsten Sektor der Druckindustrie, den Markt der Geschäftsdrucksachen. Die Produktion von Büchern ging 2001 leicht aufwärts. Kleine Umsatzzuwächse konnten auch die Hersteller bedruckter Etiketten registrieren.

 

Die Exportquote, also der Anteil der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz, erreichte 2000 ihren Höchstwert von 10,6 Prozent. Im Jahr 2001 gingen vom Außenhandel aber negative Einflüsse aus und die Exportquote fiel auf die Zehn-Prozent-Marke. In den ersten Monaten dieses Jahres habe sich der Export wieder leicht belebt und damit bei den wenigen im Export tätigen Firmen für einen gewissen Ausgleich der Verluste im Inlandsgeschäft gesorgt, so der bvdm.

 

Die Entwicklung bei den Beschäftigten hat – so der bvdm - auf den Umsatzrückgang mit einer zeitlichen Verzögerung reagiert. Im Jahr 2001 sank die Zahl der Beschäftigten nur um 0,4 Prozent. Von Januar bis Mai 2002 wurde bei den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten jedoch ein durchschnittlicher Rückgang von 4,3 Prozent registriert.

 

Das Investitionsklima in der Druckindustrie hat sich im Jahr 2001 verschlechtert. Die Investitionen seien gegenüber 2000 um sieben bis acht Prozent gesunken. Die Investitionspläne der Druckindustrie für das Jahr 2002 seien angesichts der schlechten Ertragslage sehr zurückhaltend. Die Investitionssumme sinke voraussichtlich erneut um rund acht Prozent.

 

Der weiteren konjunkturellen Entwicklung im Jahr 2002 blicken die Unternehmer der Druckindustrie skeptisch entgegen. Auch wenn der Pessimismus über die weitere konjunkturelle Entwicklung nachgelassen habe, signalisierten die zur Jahresmitte zurückhaltenden Geschäftsaussichten allenfalls Stabilisierung auf gesunkenem Niveau.

 

Die Verbesserung des Geschäftsklimas der Industrie, einer der wichtigsten Kundengruppen der Druckindustrie, gebe die Hoffnung, dass die Branche gegen Jahresende mit einer leichten Belebung ihrer Geschäftstätigkeit rechnen könne. Für das gesamte Jahr 2002 geht der bvdm beim Branchenumsatz von einem Minus von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Für das kommende Jahr erhofft er sich von der Wiederbelebung der Konjunktur und vor allem von wieder steigenden Werbeausgaben ein Ende der zweijährigen Durststrecke und damit wieder ein Plus bei Umsatz, Produktion und Erträgen.

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