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05. Juli 2006 | Allgemeines

Druckindustrie erholt sich

bvdm: Preisdruck hält an / Weniger Insolvenzen

Bei der Druckindustrie geht es im dritten Jahr in Folge bergauf. Die Fußball-Weltmeisterschaft habe allerdings nicht das erhoffte Wachstum gebracht, berichtet der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) anlässlich seiner Jahrespressekonferenz am 4. Juli 2006 in Frankfurt am Main.

Für das gesamte Jahr 2006 rechnet der Ver­band mit drei Prozent mehr Umsatz als im Vor­jahr – das wäre der höchste Zuwachs seit 2001. „Die Druckindustrie kann von der besseren Kon­junktur und deren steigenden Werbeausgaben profitieren“, erläuterte bvdm-Präsident Rolf Schwarz. Am deutlichsten sei die Aufwärtsten­denz in der Druckweiterverarbeitung von Zeit­schriften, Broschüren, Katalogen und Werbedru­cken. Für 2007 würden allerdings nurmehr bis zu zwei Prozent Umsatzplus erwartet.

„Die Effekte der Fußball-WM sind faktisch gleich null“, sagte bvdm-Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer. „Die ganze WM-Euphorie ist vorbei.“ Die meisten Fir­men hätten ihre Werbe­etats nicht erhöht, sondern nur anders verteilt. Das Bedrucken von Fanarti­keln finde in Asien und nicht in Deutschland statt. Zudem habe der Weltfußballverband FIFA nur wenige Großkon­zerne als Lizenznehmer ausge­wählt, so dass der Mittelstand leer ausgegangen sei. „Dieses Ver­halten der FIFA ist mittelstands­feindlich, kritisierte Mayer. Deshalb sei die Kon­junktur in der Druck­industrie nicht in dem erhoff­ten Maße angesprun­gen. Fast zwei Drittel der Umsätze mit Druckpro­dukten hängen von der Werbung ab.

Nach Angaben des bvdm sind die Umsätze der statistisch erfassten 1.688 Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten von Januar bis April 2006 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeit­raum um 3,7 Prozent gestiegen. Nach dem „er­freulichen Jahresbeginn“ rechnet der Verband mit einem „zufriedenstellenden, in der Tendenz aber nachlassenden zweiten Halbjahr“. Angesichts der beschlossenen Mehrwertsteuererhöhungen und weiterer Kostenbelastungen werde die Inlands­nachfrage bereits Anfang 2007 wieder nachlas­sen, prognostizierte der bvdm. Sorge bereiten der Branche der Preisdruck, die hohen Kosten für Papier, Farbe und Energie sowie Überkapazitä­ten. Nach den Krisenjahren 2001 bis 2003 mit Umsatzeinbußen von zusammen zehn Prozent habe die Branche 2004 erstmals wieder einen kleinen Zuwachs von 0,8 Prozent erzielt und 2005 ein Plus von 3,5 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro. Die Kapazitätsauslastung stieg 2005 im Vergleich zum Vorjahr von 81,9 auf 83,5 Prozent, sei aber „immer noch weit entfernt von einem befriedigen­den Niveau“, das in der Branche bei etwa 86 Pro­zent liege. Die Zahl der Unternehmenszusam­menbrüche ging zurück; 2005 wurden 293 Insol­venzen gezählt und damit 4,2 Prozent weniger als im Jahr 2004.

Der Stellenabbau wird sich 2006 nach Angaben des Verbands abschwächen, aber noch nicht zum Stillstand kommen. 2005 beschäftigten die Be­triebe der Druckindustrie 116.200 Mitarbeiter und damit 2,3 Prozent weniger als im Jahr 2004.

Die seit drei Jahren wahrnehmbare Erholung hat sich laut bvdm in den Erträgen noch nicht ausgewirkt. Sie lägen im Durchschnitt der Bran­che bei null. Die Unternehmen investierten aber wieder mehr. Wegen des großen Nachholbedarfs würden die Investitionen 2006 voraussichtlich um 15 Prozent steigen.

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