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09. Juli 1998 | Allgemeines

dpa stößt an Wachstumsgrenzen

Umsatzplus durch Sondereinflüsse geprägt

Die Deutsche Presse-Agentur GmbH (dpa) in Hamburg hat 1997 das zweitbeste Ergebnis ihrer 49jährigen Geschichte erreicht. Nun stoße die Agentur jedoch "an Wachstumsgrenzen", erklärte Geschäftsführer Walter Richtberg anläßlich der Jahrespressekonferenz am 1. Juli 1998. Gründe dafür seien sinkende Erlöse bei den Tageszeitungen, eine Bereinigung auf dem Rundfunkmarkt und die "selbstverordnete Preisdisziplin". Der Wettbewerb der Agenturen auf dem deutschen Markt werde immer härter, vor diesem Hintergrund könne dpa mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein.

Der dpa-Umsatz stieg um 7,9 Prozent auf 193,1 Millionen Mark. Das Jahr 1997 sei aber durch Sondereinflüsse geprägt worden, vor allem die Verschmelzung mit der dpa-Agenturdienste GmbH in Ostdeutschland und der 1997 gekauften RUFA Rundfunknachrichtenagentur. Ohne diese Effekte betrug das Umsatzplus knapp ein Prozent. Der Jahresüberschuß nach Steuern blieb mit 7,03 Millionen Mark knapp unter dem Rekord aus dem Vorjahr von 7,35 Millionen Mark. Das Betriebsergebnis sank dagegen von 8,73 auf 6,5 Millionen Mark. "Die letzten Jahre waren eine Traumkonstellation", erklärte Richtberg mit Verweis auf die neuen Märkte in Ostdeutschland und den Aufbau des privaten Rundfunks. Nun aber seien die "sieben fetten Jahre" vorbei: Schon für 1998 habe dpa die Gewinnprognose stark zurückgenommen. Auf der einen Seite blieben positive Sondereffekte aus, auf der anderen Seite hätten die olympischen Winterspiele und Fußball-Weltmeisterschaft zusätzlich rund zwei Millionen Mark gekostet, mit denen die Kunden nicht belastet werden sollten. Auch der Umzug des Bundesbüros von Bonn nach Berlin im kommenden Jahr schlage sich bereits in Kosten nieder.

Ferner teilte die Deutsche Presse-Agentur mit, daß der seit 1993 stabile Preis des dpa-Basisdienstes auch im laufenden Jahr nicht erhöht werden solle. Im vergangenen Jahr machte die Agentur 48 Prozent ihres Umsatzes mit Tageszeitungen, 22 Prozent mit dem Rundfunk und 30 Prozent mit übrigen Kunden im In- und Ausland. Angesichts der Sättigung im traditionellen Medienmarkt werde dpa sich noch stärker um neue Märkte, Nischen und Nicht-Medienkunden bemühen, versicherte Richtberg. Ein Wachstumsbereich könne der Online-Markt sein, auf dem die dpa mit ihren Angeboten erfolgreich gestartet sei. Die Zahl der festangestellten dpa-Mitarbeiter erhöhte sich - vor allem durch die Verschmelzungen - von 868 auf 948. in der Firmengruppe, zu der nun noch vier Töchter und mehrere Beteiligungen gehören, erhöhte sich die Zahl der festen Mitarbeiter von 1.033 auf 1.074.

Als Herausforderung für das laufende Jahr beschrieb Chefredakteur Wilm Herlyn die Veränderungen in der dpa-Zentralredaktion in Hamburg: Bis zum Jahres-ende werde hier unter anderem ein Ressort Vermischtes entstehen, in dem die bisher auf mehrere Ressorts verteilte Berichterstattung über bunte Themen, Kultur, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft zusammengeführt werde. Auch in der politischen Berichterstattung solle die Steuerfunktion der Zentrale gestärkt werden.

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