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29. April 2015 | Namen und Nachrichten

Diskussion zum Tag der Pressefreiheit: Journalisten und die „vernetzten Vielen“

29. April 2015

Themen: Pressefreiheit

Deutschland hat es mit einer neuen „fünften Gewalt“ zu tun, erklärte der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen am 29. April in Berlin, „mit den vernetzten Vielen“ nämlich. Bei einer Diskussion im Vorfeld des Internationalen Tags der Pressefreiheit sprach er mit „Zeit“-Redakteurin Alice Bota, Medienjournalist Stefan Niggemeier und Politologin Andrea Röpke über das aktuelle Verhältnis zwischen Journalisten und ihrem Publikum.

„Wie viel Medienschelte verträgt die Pressefreiheit?“, so der Titel der Veranstaltung, zu der BDZV, Deutsche Journalistinnen- und Journalisten Union (dju), Deutscher Journalisten-Verband (DJV), Reporter ohne Grenzen (ROG), und Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) eingeladen hatten. Moderiert wurde das Gespräch von Dagmar Engel, Chefredakteurin Hauptstadtstudio Deutsche Welle.

Beschmierte Redaktionshäuser, Bedrohungen, Ausspähungen – das gibt es alles auch in Deutschland. Zu Beginn der Veranstaltung erzählten drei Journalisten in einem Videobeitrag von ihrer aktuellen Arbeitssituation. Medienschelte gehört bei ihnen zum Arbeitsalltag.  „Eine massenmediale Mediendemokratie steht  heute einer digitalen Empörungsdemokratie gegenüber“, deutete Pörksen das Phänomen.

Auch Andrea Röpke wird immer wieder mit empörten „vernetzten Vielen“ konfrontiert - Beschimpfungen wie „Lügenpresse“ und “Judenpresse” hören sie und ihre Kollegen regelmäßig. Die Expertin für Rechtsextremismus konnte in Berlin zudem von einer wachsenden Erschwerung ihrer journalistischen Arbeit von unerwarteter Stelle berichten: „Wir werden zunehmend durch die Polizei eingeschränkt. Wir gelten als Provokateure.“

„Zeit“-Redakteurin und Ukraine-Berichterstatterin Alice Bota fühlt sich als Journalistin in Deutschland eher selten bedroht, beobachtet jedoch unterschiedliche Wahrnehmungen von Sendern und Empfängern. Trotz fast täglicher Berichterstattung über den rechten Sektor in der Ukraine habe sie etwa schon häufig den Vorwurf gehört, Medien würden dieses Thema tabuisieren. Sie glaubt, dass Journalisten häufiger mit ihren Kritikern in den Dialog treten müssten, „auch wenn es weh tut“.

„Wie viel Medienschelte braucht es denn nun?“ fragte Moderatorin Engel in die Runde. Keine Schelte, aber Kritik, so der Tenor auf dem Podium und im Publikum. Medienjournalist Stefan Niggemeier räumte ein, dass sein Unbehagen gegenüber den Medien oft diffus und pauschal sei. Medienkritik sei jedoch enorm wichtig für die journalistische Qualität: „Ich wünsche mir mehr davon.“

Laut Bernhard Pörksen braucht die Presse heute jedoch nicht nur Kritik, sondern in Zeiten des Strukturwandels auch mehr gesellschaftliche Solidarität - und mehr Selbstbewusstsein: „Journalisten in Deutschland müssen ihre Qualität feiern!“

DSC_0295.jpg(Fotos: David Ausserhofer)

Begrüßte die Gäste: Michael Rediske. (Reporter ohne Grenzen) (Foto: David Ausserhofer)
Auf dem Podium (v.l.): Stefan Niggemeier, Andrea Röpke, Moderatorin Dagmar Engel, Alice Bota, Bernhard Pörksen. (Foto: Ausserhofer)
„Eine massenmediale Mediendemokratie steht heute einer digitalen Empörungsdemokratie gegenüber.“ (Foto: David Ausserhofer)
(Foto: David Ausserhofer)
Diskussion in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt zum Tag der Pressefreiheit. (Foto: David Ausserhofer)
Alice Bota und Bernhard Pörksen. (Foto: David Ausserhofer)
Andrea Röpke (Foto: David Ausserhofer)
Stefan Niggemeier (Foto: David Ausserhofer)
(Foto: David Ausserhofer)
Moderierte die Diskussion: Dagmar Engel. (Foto: David Ausserhofer)
(Foto: David Ausserhofer)
Auch im Publikum sorgte das Thema "Medienschelte" für Diskussionsbedarf. (Foto: David Ausserhofer)
Diskussion in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt zum Tag der Pressefreiheit. (Foto: David Ausserhofer)
Diskussion in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt zum Tag der Pressefreiheit. (Foto: David Ausserhofer)
(Foto: David Ausserhofer)
Empfang in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt. (Foto: David Ausserhofer)

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